Dossier Kirche und Staat

Eine alte Freundschaft wird neu geregelt

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Der Kanton Bern will seine Beziehung mit den Landeskirchen neu regeln. Diese sollen künftig selber für die Anstellung der Pfarrpersonen zuständig sind. Die Römisch-katholische Landeskirche ist bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Eine Chronologie.

Dass die Beziehung des Kantons Bern zu seinen Landeskirchen überdacht und neu geregelt werden würde, lag seit Jahren in der Luft. Das Kirchengesetz aus dem Jahre 1945 entspricht nicht mehr den heutigen Gegebenheiten. Damals gab es die Römisch-katholische Landeskirche im Kanton Bern noch gar nicht! So waren die Kirchen nicht allzu überrascht, als es vor einigen Jahren im Grossen Rat zu zwei Motionen kam, welche das enge Verhältnis von Kirche und Staat entflechten wollten. Beide Vorstösse wurden aber vom Grossen Rat deutlich abgelehnt.

Gute Beziehung zwischen Kirche und Staat

Das gute Verhältnis von Kirche und Staat ist im Kanton Bern tief verwurzelt. Noch immer gehören drei von vier Bernerinnen und Bernern einer Landeskirche an. Auch der Regierungsrat und insbesondere Kirchendirektor Christoph Neuhaus hat sich wiederholt auf die Seite der Kirchen gestellt. Und auch das Parlament würdigt die Leistungen der Landeskirchen. Dennoch hat der Kanton Pfarrstellen abgebaut, bei der Römisch-Katholischen Kirche 2,5 Stellen.

Im September 2015 hat der Grosse Rat beschlossen, dass das Kirchengesetz von 1945 total revidiert und die Beziehung von Kirche und Staat weiterentwickelt werden sollen. Die Landeskirchen werden ab 2020 für die Verwaltung der Pfarrstellen und deren Verteilung auf die Kirchgemeinden neu selber zuständig sein. Die Kirchen befürworten diese Weiterentwicklung ihrer Beziehung zum Staat und sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Neues Gesetz in der Vernehmlassung

Seit September 2016 ist nun ein neues Landeskirchengesetz in der Vernehmlassung. Die Landeskirchen und die Verbände nehmen bis Ende Jahr dazu Stellung. Eine erste Lesung des Gesetzes im Grossen Rat ist für die Septembersession 2017 vorgesehen.