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Bild: Pia Neuenschwander

Die 7 im Spiel

Überall in unserem Leben begegnen wir der Zahl Sieben. Sie ist allgegenwärtig. So trifft man sie auch im Bereich der Spiele. Erstaunlich ist das nicht, da Spiele immer auch ein Abbild der Wirklichkeit sind. Und wie in dieser drängt sich die Sieben auch hier manchmal nach vorne, sodass sie uns auffällt; manchmal versteckt sie sich still im Hintergrund.

Wie gut kennen Sie «Uno»? Was für eine Frage! Wieviele Karten werden zu Beginn an die Mitspielenden verteilt? Klar doch, sieben! Die offizielle Spielanleitung will es so. Eine spieltechnische oder mathematische Begründung für die Zahl Sieben gibt es nicht, man könnte «Uno» auch mit fünf oder mit zwölf Karten spielen. Aber eben, eingebürgert hat sich die Sieben. Wie auch beim Wortspiel «Scrabble», bei dem die Herausforderung darin besteht, mit jeweils sieben Buchstaben Wörter zu bilden, die möglichst viel Punkte einbringen. Die Sieben-Steine-Regel bei «Scrabble» gilt übrigens erst seit 1987.

Weder in «Uno» noch in «Scrabble» hat die Sieben eine für den Spielverlauf wesentliche Bedeutung. Ganz anders in der «Eile mit Weile»-Variante «Dog». Hier ist die Sieben der einzige Wert, der beim Überholen heimschickt, und zwar egal, ob es sich um gegnerische oder eigene Spielsteine handelt. Glücklich also, wer eine oder mehrere dieser starken Karten in der Hand hat. Bei der vor allem in den Kantonen Bern, Freiburg und Baselland unter dem Namen «Ramsen» bekannten Jass-Variante trägt die Sieben, genauer die Ecke (Karo) 7, eine besondere Bezeichnung: «Bälli». Sie ist nach dem Trumpf-Ass die zweithöchste Stichkarte. Auf die Sieger warten beim «Ramsen» in der Regel immer Würste. Während «Ramsen» in der Schweiz nur regional verbreitet ist, gilt «Scopa» als das nationale Kartenspiel Italiens. Die «Sette» (Sieben) liefern am meisten Punkte und für den «Settebello» (die 7 der Münze) einen Zusatzpunkt. Nach dieser Karte wurde 1952 der für sein Design berühmte siebenteilige Triebzug «Settebello» ETR 300 der italienischen Staatsbahnen benannt, welch eine Ehre für eine Spielkarte!

Auf die Zugkraft der Sieben setzen Verlage immer wieder bei der Wahl von attraktiven Titeln für ihre Spiele. In dieser Hinsicht dürften sich derzeit das freche Karten-Partyspiel «Die fiesen 7» – wohl in Anlehnung an den Filmtitel «Die glorreichen Sieben» entstanden – und das eher herausfordernde Kartenablegespiel «7 Wonders», in denen die sieben Weltwunder der Antike die Hauptrolle einnehmen, den Spitzenrang teilen, dicht gefolgt vom Legespiel «7 Steps». Das Taktikspiel «Lyngk» trägt die Zahl Sieben zwar nicht im Titel, verdient es aber trotzdem, an dieser Stelle erwähnt zu werden: Mit ihm schliesst der belgische Autor Kris Burm sein ehrgeiziges Projekt «Gipf» ab, das insgesamt sieben anspruchsvolle abstrakte Zweierspiele umfasst.

Eine Frage noch zum Schluss: Welches ist aus mathematischer Sicht die effektivste Kartenmischmethode? Das sogenannte Riffeln. Sieben Durchgänge, und die Karten sind perfekt gemischt. Erstaunt Sie das? Mich nicht mehr.

Synes Ernst


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17. Mai 2017
erstellt von «pfarrblatt»
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