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Die Redaktion freut sich über Zuschriften und Lesermeinungen. Von gut begründeten Ausnahmen abgesehen, müssen diese immer einen Bezug zu einem im «pfarrblatt» veröffentlichten Beitrag haben. Wir behalten uns aus Platzgründen – und nur aus Platzgründen – in der Printausgabe Kürzungen vor. Wir zensieren nicht und wir verändern nicht. Je kürzer ein Leserbrief, desto eher wird er vollständig abgedruckt. Diffamierende und anonyme Briefe sowie Gedichte werden nicht abgedruckt. Die Redaktion entscheidet über Auswahl und Kürzungen. Korrespondenz wird keine geführt. Bitte geben Sie immer ihren vollständigen Namen und Adresse an.  Als speziellen Service stellen wir sämtliche Zuschriften ungekürzt und vollständig hier ins Internet. 
Andreas Krummenacher

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Online-Leserbrief

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«pfarrblatt» Nr. 22: Frontbild Pfingsten

Ich finde das «pfarrblatt» ausgezeichnet und lese es jeden Sonntag. Aber bitte schön: Muss man auf dem Titelblatt vom 3. Juni von einem überdimensionalen «Gring» frontal angestarrt werden? Schauerlich! Ansonsten schätze ich das «pfarrblatt» seit Jahren sehr hoch.

Margret Renner, via Email

«pfarrblatt» Nr. 22: Lesermeinung Kienle zu Gottfried Locher

Herr Manfred Kienle wünscht, dass in Zukunft wirklich alle, Katholiken und Reformierte, an der Kommunion teilnehmen können. Dies ist aber nicht möglich. Für die Reformierten handelt es sich nur um Brot und Wein, bei den gläubigen Katholiken handelt es sich aber um den echten Leib und das echte Blut Jesu Christi. Wegen diesen Differenzen verzichtete Herr Locher auf die Kommunion.
Der Evangelist Markus schreibt in Kapitel 14,22: «Und indem sie assen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.» Und im 1. Korinther, Verse 11,23–25 heisst es: «(... ) Und nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Testamentes, das für viele vergossen wird.»

Josef Good, Niederbipp

 

 

Zu Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Diverse «pfarrbatt»-Nummern

Am Ostersonntag habe ich in der Basilika Dreifaltigkeit in Bern am Ostergottesdienst teilgenommen. Wie jedes Jahr war es ein wunderbares Erlebnis. Besonders war die Ansprache des Gastes, Gottfried Locher. Der einzige beschämende Negativpunkt war, dass Herr Locher nicht an der Kommunion teilnehmen konnte. Wenn in der Ökumene ein wirklicher Fortschritt erzielt werden soll, dann muss die katholische Kirche, gerade beim Abendmahl, einen mutigen Schritt zur Öffnung tun. Laut der Bibel hat Jesus doch gesagt «Nehmet und esset alle davon ...» und «Tut dies zu meinem Gedächtnis».Mit «alle» hat Jesus sicher nicht nur die Katholiken gemeint, sondern alle Menschen – im Mindesten alle Christen. Wäre es nun nicht endlich an der Zeit, dass die katholische Kirche der reformierten einen grossen Schritt entgegenkommt? Am Schluss des Gottesdienstes hat Herr Locher noch erklärt, dass er auf die Kommunion verzichtet habe, damit für die Verantwortlichen der Pfarrei keine Probleme entstehen. Ist das nicht irgendwie beschämend, dass ein Gast so behandelt wird? Damit ein gemeinsames Feiern in der katholischen Kirche möglich wird müssen wirklich alle, Katholiken und Reformierte, an der Kommunion teilnehmen können. Ich hoffe, dass zukünftig, im Sinn von Jesus, «Esset alle davon», ein reformierter Gast bei der Kommunion nicht mehr abseits stehen muss.

Manfred Kienle, Moosseedorf

«pfarrblatt» Nr. 22, Leserbrief zu G. Locher
Zu den schönen Mahnworten Manred Kienzles noch Folgendes: Beim Abendmahle sahen die Apostel Jesus mit Leib und Blut vor sich, konnten also unmöglich annehmen, ihn wahrhaft , wirklich und wesentlich zu verspeisen. Ihnen fehlte also «der rechte Glaube», und dazu noch die Taufe (Apg 1,5). Trotzdem gab ihnen Jesus die Kommunion.

Dr. Bruno Portmann, Zollikofen

«pfarrblatt» Nr. 18: «Bessere Predigten»

«pfarrblatt» Nr. 18 «Bessere Predigten» «Predigten zum Davonlaufen» lautet einer meiner Slogans. «Predigten seien ein Kunstwerk» schrieb einmal jemand in einer Zeitung. Es ist eine Notwendigkeit, auch das religiöse Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Mithilfe von Büchern von hochentwickelten Menschen. Als Beispiel: die vom begnadeten Mönch Anselm Grün. Es ist ein geistiger Reichtum in diesen Büchern enthalten.

Anne-Marie Moser, Steffisburg

«pfarrblatt» Nr. 15 («Leiterlispiel zur Passionsgeschichte») und Nr. 17 (Rafik Schami)

Doch, der Versuch, spielerisch und unter dem Einsatz verschiedener Mittel die Passionsgeschichte an Familien und Freundeszirkel heranzutragen und sie ins Gespräch zu bringen, war es wert. Gewiss ist der Einwand der Verkindlichung aus der Sicht eines tiefernsten Christen wie Sandro Fischli verständlich. Nur: Gerade Kindern, jedoch auch Erwachsenen kann der konkrete Bezug zum eigenen Alltag und die Einbettung ins persönliche Leben vermutlich eher mit einem Spiel gelingen, das Handlungsmöglichkeiten und eigene Betroffenheit nicht bloss gedanklich nahelegt, sondern gleich üben und erfahren lässt. Das begrenzte «menschliche Fassungsvermögen» wird durch die Auseinandersetzung im Spiel genährt und nähert sich wahrscheinlich leichter einer Haltung des gelebten Mitgefühls und des Tuns, wie sie Rafik Schami im jüngsten «pfarrblatt» aus dem Blickwinkel eines Gottesverständnisses darlegt, das bereits in der materiellen Betrachtung all dessen, was ist, das «Unfassbare» findet.

Toni Häfliger, Ostermundigen

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Das Spiel ist an sich wertvoll. Die Lesungen der Passionsgeschichte aus den Evangelien hilfreich und zweckdienlich. Die primitiven, lieblosen Zeichnungen sind allerdings zutiefst respektlos und entwürdigend. So wird das friedliebende Christentum lächerlich gemacht. Schade.

Christine Bär, Hünibach

«pfarrblatt» Nr. 15: Leiterlispiel

Die Absicht war gut und was damit erreicht wird, ist, dass die Passionsgeschichte gelesen wird. Das ist gut genug. Sonst befremdet mich das aber sehr. Was ist eine kleine Spende ans Fastenopfer im Vergleich zu den Gefühlen eines Judas, als er sein Geld in den Fingern hielt? Was ist eine Verzeihung per WhatsApp oder SMS? Was eine kleine Fitnessübung, in Gedanken an Gethsemane?
Für mich ist dieses Spiel mit all seiner gute Absicht eine unstatthafte Infantilisierung einer Geschichte, die unser menschliches Fassungsvermögen für immer übersteigt. Wenn in Kindergottesdiensten am schockierenden Karfreitag Geschichten erzählt werden von sich verpuppenden (sterbenden) Raupen, die dann als Schmetterlinge schlüpfen, oder das Lied gesungen wird vom Korn, das in die Erde sinkt und aus dem dann ein Halm entspringt, dann wird das Unfassbare für die Kinder genau richtig vermittelt. Ich bin aber nun 66-jährig und habe mich dem Unfassbaren, das hier in eine Woche zusammengedrängt ist, bis heute noch nicht genug genähert. Da hilft mir auch kein Leiterlispiel als Exerzitium extralight weiter. Nichts für ungut.

Sandro Fischli, Bern

 

 

Verschiedene «pfarrblatt»–Nr. Infos zu Pastoralräumen

Bis jetzt habe ich geglaubt, die Kirche (von griechisch: ekklesia =dt. Gemeinschaft, Versammlung) sei für alle da, auch für die sonst von den Politikern verachtete Landbevölkerung. Was aber jetzt durch die Zentralisierung mit der Priestermangel–Ausrede geschieht, widerspricht ganzheitlich dem eigentlichen kirchlichen Auftrag. Als ob es nicht andere Möglichkeiten gäbe, als zum Beispiel im Oberaargau hochverdienten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Laienstand ihre mit Herzblut erbrachten Leistungen zu vergällen und ihnen vorzeitig den Ruhestand gnadenlos aufzuzwingen, weil sie nicht mehr ins neue sakrosankte Pastoralraum–Konzept passen! Da muss man nicht erstaunt sein, wenn immer mehr Leute, vor allem junge, der Kirche fernbleiben! Denn die heutige Arbeitswelt ist hektisch und kräfteraubend genug. Wollen wir Katholikinnen und Katholiken das wirklich hinnehmen?

Walter F. Steinböck, Goldiwil

 

 

«pfarrblatt» Nr. 9 / 2017, Populismus gegen Vertrauen

Dass Frau Refaeil die Vertrauenskrise in die politischen Institutionen als Thema aufgegriffen hat, fand ich interessant und Wert diskutiert zu werden. Die von ihr aufgenommene Argumentationsrichtung erscheint mir aber überhaupt nicht nachvollziehbar, teilweise falsch und vernebelnd. Richtig wahrgenommen und bemerkenswert ist der grosse Vertrauensverlust in die Politik und die politischen und wirtschaftlichen Eliten. Aber anstatt zu fragen wie dieser Vertrauensverlust entstanden ist, fordert Frau Refaeil auf, die Protestbewegungen (ich finde die Bezeichnung «Populismus» irreführend, weil damit alle kritischen Bewegungen abgewertet werden) zu besiegen. Dies soll geschehen durch Männer und Frauen, die unsere Werte (welche Werte meint Frau Refaeil?) verteidigen. Dabei führt uns Frau Refaeil auf eine falsche Fährte, denn der Vertrauensverlust kommt ja nicht von ungefähr und es würde es sich lohnen, ja es liegt geradezu auf der Hand, genauer hinzusehen, wie die Eliten dieses Vertrauen verspielt haben und welche moralischen Werte (die Frau Refaeil Ihnen ohne zu hinterfragen zuschreibt) diese Eliten eigentlich vertreten. Wenn ich die politischen Entwicklungen betrachte: Entwicklung zum Überwachungsstaat (durch Internetüberwachung etc. , Snowden!), Kriege, die immer mehr Chaos und Flüchtlingsdramen verursachen (Irak, Libyen, Syrien etc.), unnütze Aufrüstungen, Abbau des Sozialstaates, Privatisierungen, die nur mehr Kosten verursachen, immer mehr Privilegien und Macht für Grosskonzerne (z.B. die Geheimverhandlungen zu CETA, TTIP), Terrorangst-Berichterstattung in den Medien etc. dann erscheint mir der Vertrauensverlust vollkommen nachvollziehbar und dann muss ich die ethischen Werte und Motive der politischen Eliten und der hinter Ihnen stehenden Wirtschafts- und Finanz-Lobby-Gruppen hinterfragen. Von ethischen Werten kann keine Rede sein, vielmehr geht es hier um stark egoistische und gesellschafts- und friedenszerstörende Handlungen der Eliten. Was wir brauchen, sind echte Partizipation, Transparenz und wirkliche Demokratie und nicht den Aufruf zu mehr Vertrauen. Die Geschichte zeigt uns, dass gegenüber mächtigen Personen und Institutionen immer Misstrauen angesagt ist. Institutionen, die nicht von der Öffentlichkeit und durch demokratische Prozesse kontrolliert werden, neigen immer dazu ihren eigenen Vorteil und nicht den Vorteil des gesamten Volkes zu suchen. Wir brauchen nicht starke Institutionen (wie Frau Refaeil schreibt), sondern solche, die die Bürger beteiligen, und von den Bürgern wirklich kontrolliert werden. Frau Refaeil betreibt eine Verkehrung der Ursachen und Verschleierung der wirklichen Probleme. Es würde unserer Gesellschaft guttun, wenn wir als Staatsbürger viel mehr hinterfragen und überprüfen würden.

Dr. Clemens Lang, Bern

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Frau Nora Refaeil bringt unter dem Titel «Populismus» gegen Vertrauen ein paar Erklärungen, warum in der USA Trump und in Grossbritannien der Brexit gewählt worden ist. Auch in der Schweiz gibt es einen mittlerweilen grossen Vertrauensverlust in die Politik. Das Nein zur USR III zeigt dies deutlich.
Frau Refaeil gibt einen Lösungsansatz: 1.) «Das bedeutet, dass wir unser Gegenüber nicht kleinreden, nicht beleidigen, nicht bevormunden, nicht verachten, sondern es ernst nehmen ...» Sie schreibt wir und zeigt damit, dass sie davon ausgeht, dass die «pfarrblatt»-Leser alle so denken wie sie und nicht wie das Gegenüber. 2.) «Um den Populismus auch im Sinne einer politischen Massenbewegung zu besiegen ...» Sie will den Populismus besiegen (d.h.Kampf, nicht Frieden) und zeigt damit, dass sie Punkt 1 nicht ernst meint. Ich möchte Hans Schneeberger, Chefredaktor des Migros Magazins, zitieren: «Immer mehr Menschen haben sich in einem selbst gewählten Cocon von Wertvorstellungen eingerichtet, der keine anderen Meinungen mehr zulässt. Im Cocon bestätigen sich alle gegenseitig der eigenen, der richtigen Meinung, Gegenteiliges wird als Populismus, Nationalismus oder Rassismus gebrandmarkt oder negiert. Wenn wir nicht alle bereit sind, Angst vor überbordender Immigration, der Globalisierung, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder gesellschaftlicher Identität ernst zu nehmen, wird sich die Teilung der Gesellschaft weiter verschärfen.»
Ja, ich gehöre zu den Anderen. Ich brauchte Mut, diesen Brief zu schreiben, weil ich in der Schweiz meine Meinung nicht sagen darf, weil sie sogleich als falsch, rassistisch usw. abgetan wird. Ich gehöre zu jenen, welche sich je länger desto mehr unterdrückt und ignoriert fühlen. Das einzige, was ich aber will, ist Frieden; doch das Verhalten der politisch Linken und ihren Freunden führt uns langsam in den Krieg. Bitte wacht auf!

Evelyne Schweri, Rüfenacht

 

 

«pfarrblatt» Nr. 5 / 2017: Nuntius kritisiert Caritas (Herausgegriffen)/Beilage Caritas Bern

Schon oft habe ich Spendenaufrufe für rein katholische Institutionen hinterfragt (womöglich noch mit dem Hinweis auf Assad als Garant für religiöse Minderheiten). Die Aussagen des Nuntius über die Caritas haben bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht. Deshalb rufe ich alle Katholiken, die sich dem Gleichnis des Samariters verpflichtet fühlen, zu Spenden an Caritas auf! Besten Dank an das «pfarrblatt» für den Einzahlungsschein.

Maria Furrer, Herrenschwanden

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Aber, aber Herr Nuntius, haben Sie noch nicht erkannt, dass alle Menschen dieser Welt Kinder Gottes sind, egal zu welcher Glaubensgemeinschaft sie gehören?! In Ihren Schuhen möchte ich nicht stecken.

Anne-Marie Moser, Steffisburg

«pfarrblatt» Nr. 49 / 2016: Interview kirchliche Sozialarbeitende

Im Interview «Kurzfristige Sparrunde, die langfristig nicht aufgeht» wird erwähnt, dass «die kirchlichen Sozialdienste die städtischen ergänzen, was allerdings nach dem Gesetz nicht erlaubt wäre». Und weiter: «Die Kirche könnte neu gar angeklagt werden, wenn sie über die Auszahlung des Grundbedarfs zusätzliche Rechnungen bezahlt». Auch wenn die geplanten Änderungen im Sozialhilfegesetz, die immerhin demokratisch legitimiert werden, einem nicht passen, darf die röm.- kath. Kirche als öffentliche Institution das geltende Recht nicht unterlaufen. Wenn der Gesetzgeber die Meinung vertritt, die Sanktionsmöglichkeiten und die Leistungskürzungen seien angebracht, um einen gewissen Druck zu erzeugen, so ist das auch von der Kirche zu akzeptieren. Denn es kann nicht sein, dass staatliche Leistungskürzungen von der Kirche problemlos aufgefangen werden können. Denn es gibt immer Leute, die «renitent sind» und sich «einfach nicht in unser System integrieren wollen», wie sie richtigerweise schreiben. Es darf nicht sein, dass mit kirchlichen Steuergeldern rechtswidrige Leistungen finanziert werden, nur weil sie «dem eigenen Menschenbild» der Kirchenleute entsprechen, ausser man spendet privat. Wenn der Rechtsstaat ernst genommen werden soll, muss er auch angewendet werden, ob das einem passt oder nicht. Wo kommen wir denn sonst hin, wenn jeder nach seinem Menschenbild handelt. Ich hoffe sehr, dass sich die Kirche an Recht und Gesetz hält.

Walter Lüthi, Münsingen

Der kirchliche Sozialdienst nimmt zu den Fragen von Herrn Walter Lüthi hier Stellung:
Bevor die sozialen Beratungsstellen der Pfarreien einer Person finanzielle Hilfe gewähren oder ein Gesuch bei einer Stiftung einreichen, prüfen wir die Situationen genau. Wir arbeiten eng mit den Sozialdiensten der Stadt und der Gemeinden zusammen. Es werden immer nur punktuelle Unterstützungsbeiträge zugesprochen. Somit ist es nicht möglich generell staatliche Leistungskürzungen aufzufangen. Verschärfen sich jedoch die Gesetze, geraten immer mehr Personen in solche Notsituationen.Die Hilfe an Benachteiligten wird nicht beliebig aufgrund der Menschenbilder Einzelner vorgenommen, sondern beruht auf einer wichtigen Haltung unserer Kirche. So steht zum Beispiel in den Kerndokumenten des Pastoralen Entwicklungplans: «Wo Situationen nicht den Kriterien des Reiches Gottes entsprechen, arbeiten wir daran, dies zu ändern, damit günstigere Voraussetzungen für ein Leben in Fülle für alle Menschen entstehen. Aus der Perspektive der sozial Benachteiligten kämpfen wir für gerechtere Strukturen, welche die Würde der Menschen gewährleisten.» In unserer Gesellschaft werden Reiche reicher, Arme ärmer. Gesetzesänderungen, welche diesen Wandel unterstützen, dürfen uns nicht kalt lassen. Es ist der Auftrag der katholischen Kirche, sich auf vielseitige Weise für die Würde der Menschen einzusetzen.

Tania Oliveira Niklaus, Leiterin der Fachstelle Sozialarbeit.
Marie-Hélène Aubert, Sozialarbeiterin Pfarrei Bruder Klaus

«pfarrblatt» Nr. 52 «Dank»

Ich schliesse mich dem Dank an das ganze «pfarrblatt»-Team an und füge noch jemanden bei, die mich das ganze Jahr mit der Serie auf Seite 7 beeindruckt hat, nämlich Angela Büchel Sladkovic. Und im neuen Jahr geht es ja auf Seite 7 nahtlos weiter, das freut mich.

Otto Kellenberger, Ostermundigen

«pfarrblatt» Nr. 1.2 / 2017: Josef Lang

Ich habe mich als Katholik, der Kirchensteuern bezahlt, über den Aus- und Rückblick von Josef Lang sehr geärgert. Jo Lang mag zwar ein sympathischer Typ sein, er ist aber ein Linksextremer und Armeeabschaffer. Dies kommt auch in der Kolumne zum Ausdruck, die er in einem Kommunistenblatt, nicht aber im «pfarrblatt» hätte schreiben dürfen. Dass er auch noch zur Wahl der arroganten Ursula Wyss als Stadtpräsidentin von Bern aufruft, ist ein Skandal. Die Kirche sollte sich aus dem politischen Getümmel heraushalten und endlich die eigenen Hausaufgaben machen. So sollte endlich das Zölibat abgeschafft und Frauen uneingeschränkt zum Kirchendienst zugelassen werden – hier stimme ich Josef Lang zu: Die katholische Kirche diskriminiert die Frauen! Es ist auch unverständlich, dass die Kirche gegen die Unternehmenssteuerreform III antritt. Diese braucht es, damit der Wohlstand in der Schweiz mittel- und längerfristig gehalten werden kann.

Ruedi Horber, Niederscherli
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Unser Landeskirche muss, damit sie ihren Auftrag erfüllen kann, nämlich das Evangelium zu verkünden, politisch neutral sein. Von unserm Verständnis her ist grundsätzlich das Gleiche vom «pfarrblatt» zu erwarten, ist es doch die Wochenzeitung der kath. Pfarreien im Kanton Bern. Wenn nun der grüne Josef Lang, alt Nationalrat, bekannt noch als Jo Lang und proIhreMeinungminenter GSoA-Vertreter und Armeeabschaffer, in einem Leitartikel des «pfarrblatt» zu Wort kommt, so lässt das aufhorchen. Grundsätzlich teile ich seine im ersten Teil seines Artikel geäusserte Lagebeurteilung. Bedenklich finde ich hingegen seine ganz offenkundige Propaganda für die rot-grüne Stadtregierung in Bern und deren Kandidatin für das Stadtpräsidium. Wenn dann noch für eine mögliche Waffenexportinitiative die Trommel gerührt oder Stimmung gegen die Unternehmenssteuerreform gemacht wird, geht das zu weit. Ob das Ganze nicht auch zur persönlichen Profilierung des Autors und der Förderung eines möglichen politischen Comebacks dienen soll – ganz auf dem Buckel des «pfarrblatt»?

Markus Rusch, Uetendorf

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Ergänzung zu einem Demonstrationsaufruf
 Neulich erschien im Pfarrblatt (49/2016/3.Dez) ein Aufruf zu einer Homodemonstration. Der Schreibende ist einer, der wie die Kirche(n) noch von einer natürlichen Schöpfungsordnung ausgeht, die aus Mann und Frau besteht und von der Gott am Ende sagt: …und siehe, es war gut. Es ist klar, dass eine solche Ordnung bei einigen Zeitgenossen quer im Halse liegt. Doch der Schreibende war doch ein bisschen erstaunt über einen solchen Aufruf und ist deshalb der Meinung, es könnte interessant sein, einem weiteren Publikum einige Fakten zur Kenntnis zu bringen. Die Homo-und Lesbenlobby ist ein weltweit agierendes Netzwerk überwiegend gutverdienender Leute, das in den vergangenen zwanzig Jahren nahezu alle seine gesteckten Ziele erreicht hat. Die Vorgehensweise dieser Lobby begann in kirchlichen Kreisen ganz harmlos mit tolerieren, arbeitete sich dann vor zu segnen und postuliert nun die Ehe (mit dem Recht auf Adoption). Diesbezüglich wird die Ziellinie in Bälde überschritten sein. Damit sind die Ziele dieser Lobby jedoch keineswegs erreicht. Es geht um mehr, es geht um die Umgestaltung der Gesellschaft. Das längerfristige Arbeitsfeld ist deshalb die Schule. Der Kampf um die Lehrpläne und die Schulbücher ist voll im Gange. Der Schlachtruf dieser Lobby ist das Wort Homophobie. Ein Begriff, der mittlerweile sogar in EU-Dokumenten gleich neben Rassismus aufgeführt wird. Auch hier hat die Lobby perfekt gearbeitet. In gesetzgeberischer Hinsicht hat die Politik in vorauseilender Feigheit alle Wünsche erfüllt. Stellung um Stellung wurde widerstandslos geräumt. Die vor zwanzig Jahren in den Ratssälen abgegebenen Versprechen wurden alle gebrochen. Wer es heute noch wagt, ob dieser Entwicklung die Stirn zu runzeln, wird von den Observatorien der politischen Korrektheit verbal niedergemacht. Der Shitstorm, der den Churer Bischof traf, als er es wagte, in einem Referat einen altbiblischen Satz vorzulesen, lässt grüssen. Orchestriert von der Homolobby schrien nahezu ausnahmslos alle Medien: Skandal! Die Kirche schwieg, selbst besagter Bischof sah sich genötigt, so etwas wie eine Entschuldigung vorzutragen. Um bei allen empörten und bewegten Lesern nun die Aufregung gleich etwas zu dämpfen, sei deshalb klar gemacht, dass der Schreibende nichts gegen das Coming out eines Fussballers oder einer Schauspielerin hat. Die Fussballer und auch die Schauspielerinnen sollen leben, wie sie wollen. Der Schreibende hat aber etwas dagegen, dass eine weltweit agierende, kleine, aber hocheffiziente Minderheiten-Lobby unter der Rubrik Toleranz die Gesellschaft in ihrem Sinne umbauen will. Der Schreibende hat auch etwas dagegen, dass die von besagter Lobby stets eingeforderte Toleranz nur für Homos und Lesben gelten soll, nicht aber für jene, die sich für die Familie und die Ehe zwischen Mann und Frau einsetzen. Familie übrigens nicht aus romantischen Gründen, sondern aus Gründen unserer Gesellschaft. Wir brauchen die Familien, denn sie tragen eine sehr grosse Last für das Weiterleben unserer Gesellschaft, was man von der Homo-und Lesbenlobby nicht unbedingt sagen kann. Wer nun die Intoleranz reflexartig bei den Fundis und den Erzkonservativen verortet, soll sich einmal auf die Strasse oder an ein Rednerpult wagen, um eine Gegenposition zu vertreten…. Hardcore-Katholik, Fundi, Nazi…sind noch die freundlicheren Titel, die einem gewiss sind. Es stimmt deshalb etwas nicht, wenn Politiker, Bischöfe und Kirchenvertreter dauernd diffus Werte beschwören, beim Begriff Familie oder bei der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau sich verlegen wegdrucksen oder sich bestenfalls in Nebelschwaden der Ausdruckslosigkeit verirren, weil sie sich vor einer  kompromisslos agierenden Lobby fürchten. Feigheit nannte man dies früher…. Um zu zeigen, was für ein Kampf hier ausgefochten wird, lese man zum Abschluss den Satz eines führenden Homo-Lobbyisten. Der Satz gilt dem Organisator einer Gegendemonstration. Man lasse sich den Inhalt auf der Zunge zergehen. „Die Schlacht(!), die Sie beginnen wollen, haben Sie längst verloren, die Argumente sind längst ausgetauscht und auf unserer Seite. Nicht wir Schwule und Lesben müssen uns rechtfertigen, sondern Sie!“ Wer so spricht, vertritt nicht ein kleines verschupftes Häuflein, wie die Homos immer glauben machen wollen, sondern eine machtbewusste Vereinigung, die sich ihres Einflusses sehr bewusst ist. PS. Und die Pfarrblätter, die da mitmachen, sind peinlich traurige Wasserträger - mehr nicht!

Dr. Bruno Capelli, Grosshöchstetten

 

«pfarrblatt» Nr. 1·2: «Papst Franzikus»

«Ihr seid Männer und Frauen mit Träumen und Leidenschaft. Nur wer spürt, dass ihm etwas fehlt, blickt nach oben und träumt. Wer alles hat, kann nicht träumen! Das möchte ich euch sagen. Lehrt uns alle, die wir ein Dach über dem Kopf haben, lehrt uns, nicht einfach zufrieden zu sein. Mit euren Träumen lehrt uns dort, wo ihr seid, in Armut ausgehend vom Evangelium zu träumen, aus dem Herzen des Evangeliums. Im Herzen des Evangeliums ist die Armut und nur sie erlaubt das Träumen.» Papst Franziskus zu den Randständigen, den Clochards in Rom am 11. November 2016. Also ist es nicht nur erlaubt; man muss es auch immer wieder lernen.

Viktor Hofstetter, OP Zürich

«pfarrblatt» Nr. 1·2 «Jahresserie Zahl 7»

Die Jahresserie 2017 finde ich super! – 7 ist meine Lieblingszahl und ich werde dieses Jahr auch 70. Sr. Johannes Maria, Viktoria Bern

«pfarrblatt» Nr. 45 und Nr. 47: Instruktion Bestattung

Für Adam und all seine Nachkommen gilt: Tod und Auferstehung (nicht mit dem irdischen, sondern mit «einem pneumatischen – überir­dischen Leib» (Kor 15,44) sind zeitgleich. Ge­nau so erging es auch Jesus selbst (und seinen Schächern), wie Lk 23,42–43 uns erzählend belehrt. Der «dritte Tage» ist nur der Tag der Offenbarung. Jesu irdischer Leib liess Pilatus verschwinden; der Zyniker, von den Hohe­priestern und Pharisäern erpresst (Mt 23,13– 25; Jh 19,12–13), rächte sich so dafür an ihnen auf diabolische Weise (vergl. Mt 27,62-64).
Dr. Bruno Portmann, Zollikofen

«pfarrblatt» Nr. 47 und Nr. 50: «Allianz: Es reicht!» und Lesermeinungen

Im Hinblick auf die Schwierigkeiten und Diffe­renzen im Bistum Chur reagieren die zwei Le­serbriefschreiber auf einen Artikel des «pfarr­blatt». Sie sind besorgt um die Stellung der Kirche in der heutigen Gesellschaft und um die Akzeptanz gegenüber dem bischöflichen Amt und erhoffen sich eine «klare Wegwei­sung». In beiden Leserbriefen gibt es da die bösen «Modernisten» und die guten «echten Nachfolger». Einem solchen dualistischen Weltbild kann ich nichts abgewinnen. Solche Argumentationen funktionieren nur in einer «Kalten-Krieg-Rhetorik». Der Geist Jesu ist von Weite und Offenheit geprägt. Die Mysta­gogie des Theologen Karl Rahner geht davon aus, dass der Heilige Geist sehr wohl im Zeit­geist präsent ist. Deshalb gilt es, sich diesem Zeitgeist wohlwollend zu stellen, die Spuren dieses Göttlichen darin offen zu entdecken und zu begegnen und den «Modernisten» Platz für Kritik und vor allem für ihre Träume und Visionen zu geben. Was genau dieser jü­dische Wanderprediger wollte und wie sich das Wirken des Heiligen Geistes ausgestaltet, ist und bleibt ein Geheimnis. Geheimnisse sind vielstimmig! Ich vertraue auf diese Viel­stimmigkeit.
Patrik Böhler, Bern

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Die Leserbriefe der Herren Ferdinand Gös­mann und Beat Bossard verdeutlichen klipp und klar, worauf es ankommt, um ein Jünger Jesu zu sein. Kurzum: «Ein klares Nein zur Gender-Ideologie». Die beiden Bischöfe Wolfgang Haas und Vitus Huonder sind mir noch in bester Erinnerung, da ich viele Jahre in Sachseln wohnte, wo Msgr. Vitus Huonder als Priester etwa vier Jahre segensreich wirk­te. Habt Mut zur Demut; dann wird alles zum Guten gereichen.
Max Walker, Frutigen

«pfarrblatt» Nr. 47: «Allianz: Es reicht!»

Nach den Gesetzen der Logik wird einem schnell klar, welche Kreise der Spaltpilz im Bistum Chur sind. Die Bischöfe Msgr. Wolfgang Haas und Msgr. Vitus Huonder amten vorbildlich und treu ihres Glaubens sowie ihrer oberhirtlichen Sendung. Der Widerstand gegen die Bischöfe kam und kommt aus der modernistischen Ecke von Laientheologen und leider auch Priestern. Wenn von einer «überholten Kirche» die Rede ist, weiss man, wes Geistes Kind diese Leute sind. Selbst Jesus schon sah sich der Ablehnung seiner Lehre gegenüber: «Die Worte sind hart, wer kann sie hören? » – Er zu den Aposteln: «Wollt auch ihr gehen? » Die selbst aufgeworfenen Gräben sollen die Verursacher der ständigen Streitereien getrost selbst wieder zuschütten. Ganz offensichtlich fehlt den Zürcher Modernisten und ihren Zugewandten das Sentire-cum-Ecclesia. Was den angefochtenen Bischof betrifft, so möchte ich hier das Pilatuswort «Ich finde keine Schuld an ihm» anführen. Papst Franziskus ist Jesuit, und Jesuiten sind bekanntlich unberechenbar und schlau (S.J. = Schlaue Jungs, gemäss gutmütigem Spott). Ich schliesse also gar nicht aus, dass der Heilige Vater den hochwürdigsten Herrn Bischof von Chur angesichts der ständigen Scherereien dort bis auf weiteres im Amt belässt und all jene, die schon in den Startlöchern sind, auflaufen lässt.

Ferdinand Joseph Gösmann, Biel

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Es reicht wirklich schon lange mit den Angriffen gegen den Bischof von Chur. Die Aufgabe des Bischofs, die Verkündigung des Reiches Gottes und die Einhaltung seiner Gebote zu lehren, sollte nicht den Wünschen der Mehrheit, sondern dem Auftrag von Jesus Christus entsprechen. Christus hat seinen Jüngern diesen Auftrag gegeben, er hat ihnen dabei gesagt, «haben sie mich verfolgt so werden sie auch euch verfolgen». Diese Aussage kann uns gewöhnliche Katholiken eine Hilfe sein, seine echten Nachfolger zu erkennen. Wir alle wissen, dass Christus von der damaligen Staatskirche abgelehnt wurde. Wenn wir heute sehen, wie ein Bischof von vielen Leuten, besonders auch von solchen, die ihren Lohn von der Staatskirche beziehen, abgelehnt wird, so müssen wir ernsthaft prüfen, ob nicht er ein echter Nachfolger ist. Immer wenn er die Lehre, die Gebote Gottes und die Ordnung der von Jesus Christus gegründeten Kirche vertrat, wurde Bischof Huonder am meisten angegriffen. Als er die Gender-Ideologie als eine familien- und volkszerstörende Irrlehre verwarf, steigerte sich die Ablehnung. Allerdings hat er damit nicht nur uns Katholiken, sondern auch vielen Protestanten einen klaren Weg gewiesen. Auch wenn er in seinem Bistum dafür sorgte, dass die Gebote Gottes nicht aufgeweicht wurden, musste er mit grossen Protesten leben. Viele, unter anderem auch ich, sind ihm dankbar für seinen Mut und sein klares Wort. Wir hoffen, dass sich sein Nachfolger nicht nach dem Zeitgeist, sondern nach dem Heiligen Geist richtet.

Beat Bosshard, Lauterbrunnen

«pfarrblatt» Nr. 45: «Wer stirbt, fällt nicht ins Nichts»

Paulus denkt moderner als die in Rom: «Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib.» 1. Kor. 15,44; auch 15.47 (nach der Einheitsübersetzung). Auferstehung hat darum mit dem irdischen Leib (und dessen Entsorgungsart) überhaupt nichts zu tun. Der Mensch stirbt zwar, nicht aber die Person; ihre Seele ist ja unsterblich. Allerdings ist sie wesenhaft auf einen Körper angewiesen; der Tod eines Menschen ist also auch sein «jüngster Tag». Den Glauben an die Auferstehung bezeugt man am besten durch Totenmessen und gedenkendes Gebet. Die neueste Instruktion zur Bestattung und der Kommentar von Charles Morerod sind irreführend und völlig überflüssig.

Dr. Bruno Portmann, Zollikofen

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Lieber als Asche in alle Winde verstreut als mumifiziert im römischen Mausoleum für Jahrhunderte einbetoniert. Die römische Kirche würde besser für die Bewahrung der Schöpfung einstehen, wie es Papst Franziskus tut, als dem Unfassbaren, das wir Gott nennen, menschliche Vorschriften zuzumuten; auch wenn sie nur als Empfehlungen daherkommen. Wen wunderst, dass die Institution Kirche die Jungen je länger, je weniger interessiert. Vielleicht ist die Mutation zur Sekte ja geplant, weil die Theologen ob der wachsenden Menschheit Angst um ihren Platz im Himmel haben. Dafür lesenswert in derselben Ausgabe: Jonathan Gardy, ein Theologe, der hinterfragt und weitergeht, statt mauert: so macht Christsein trotz allem noch Hoffnung. Weg vom strafenden zum mitfühlenden Gott. Denken statt verteidigen, dazu ermutigt auch die Serie «Kirche mit den Frauen.»

Guido Lauper, Spiez

«pfarrblatt» Nr. 44: Spruch Front

Auf der Titelseite der Nr. 44 des «pfarrblatt» liest man: «Das Glaubensbekenntnis des Mannes lautet… ich, ich, ich…» Ich bin riesig wütend, dass ein christliches Organ glaubt, ein ganzes Geschlecht pauschal verunglimpfen zu müssen. Würde dies zum Beispiel über Ausländer geschrieben, wäre vermutlich die Strafnorm verletzt. Dass über Frauen nicht pauschal abfällig geredet werden darf, hat sich zum Glück durchgesetzt. Warum gilt das nicht auch für Männer? Von einem «pfarrblatt» erwarte ich, dass es sehr sensibel auf Pauschalurteile reagiert und allen Menschen mit Achtung begegnet. Ich hoffe, dass sich das «pfarrblatt » in aller Form für diesen krassen Fehler entschuldigt und sich von allen Pauschalurteilen klar distanziert. Vielleicht könnte man im Sinne einer Wiedergutmachung einen Artikel über die Gefahr von Pauschalisierungen und den blinden Fleck im eigenen Auge abdrucken…

Gilbert Delley, Urtenen-Schönbühl

pfarrblatt Nr. 41/42, Wie möchten Sie sterben?

Am liebsten ohne «Medis» mit klarem Geist und leuchtendem Gesicht wie 1979 meine 81-jährige Mutter. Dieses Erlebnis hat mich seelisch-geistig stark gemacht, sodass ich ehrlich sagen kann: «Ich lebe gerne, aber ich werde auch gerne sterben.»

Anne-Marie Moser, Steffisburg


«pfarrblatt» Nr. 36 Print und online: Heilige Mutter Teresa

Im «pfarrblatt» der soeben von Papst Franziskus heiliggesprochenen Mutter Teresa wird ihre Ablehnung von Verhütung und Abtreibung zum Vorwurf gemacht. Dadurch sei das Elend der Armen erhöht worden, wird behauptet. Mutter Teresa predigte nicht nur gegen die Abtreibung, sondern sie bat ungewollt Schwangere: «Wenn du das Kind nicht willst, dann gib es mir.» Als Expertin der Natürlichen Familienplanung bzw. der Natürlichen Empfängnisregelung (NER) wurde sie weitherum respektiert und anerkannt. Mutter Teresa und ihren Mitarbeiterinnen gelang es offensichtlich, die Lebensweise der NER so kompetent zu unterrichten und zu verbreiten, dass die sonst zur Sterilisation drängende indische Regierung diese Arbeit voll anerkannte und Frauen, die sich ausweisen konnten, NER-Kurse bei Mutter Teresa besucht zu haben, verschonte.
Es muss hier darauf  wiesen werden, dass es nicht schwierig ist, die NER zu erlernen, wie fälschlicherweise immer wieder behauptet wird. Auch sogenannt Ungebildete begreifen sie. Ich erinnere mich an einen Sonntagmorgen in Kerala, wo eine Gynäkologin nach der Messe im Schatten eines Baumes Interessierten die NER lehrte. Im British Medical Journal (BMJ) vom18.9.1993 ist zu erfahren, dass in Indien ein Kollektiv von 19‘843 armen Frauen, die NER anwandten, eine Schwangerschaftsrate von annähernd Null hatte. Interessant ist, dass auch Mahatma Gandhi intuitiv die Verhütung ablehnte.

Dr. med. Nikolaus Zwicky- Aeberhard, Hünibach

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(...) Ein Freund aus Bern hat mich auf Ihren Bericht über die Heiligsprechung von Mutter Teresa aufmerksam gemacht. Als einer, der Mutter Teresa persönlich kannte und sie öfters traf. (...) Mutter Teresa kann in vielen Punkten als «konservativ» bezeichnet werden. Sie vertrat nicht eine «vatikanische» Linie, sondern jene der katholischen Kirche. Ihr zu unterstellen, sie habe in Kommentaren zum Ausdruck gebracht, dass «ihr persönliches Hauptziel das Erreichen von Heiligkeit mit Christus» sei, ist schlichtweg eine Lüge. Sie rief ihre Umgebung auf, dieses Ziel zu erreichen, wie dies damals Papst Johannes Paul II. durch viele seiner Aufrufe gemacht hatte. Dass sich dabei selbst einschloss, ist logisch. (...) All ihre Einrichtungen für die Kranken und Bedürftigen sind ohne Komfort, aber sauber und gepflegt. Mutter Teresa war sich dieser Lage bewusst. Als ich sie einmal fragte, ob sie wirklich gesagt habe, dass die Armen in Rom schlimmer dran seien als jene in Kalkutta, sagte sie mir: «Ja, in Kalkutta umsorgen wir sie täglich durch unsere Anwesenheit, durch unsere menschliche Ansprache. In Rom aber laufen die Menschen an den Obdachlosen schweigend vorbei. So sind die Bedürftigen hier einsamer als jene in Kalkutta.» Es ist die seelische Armut der Menschen, die sie bedrückte, mehr als die materielle. Ihr Ausspruch ist bekannt: «Wir sind uns bewusst, dass das, was wir tun, nur ein Tropfen im Ozean ist. Aber gäbe es diesen Tropfen nicht, würde er im Ozean fehlen.» (...)

Manfred Ferrari, Rom

Der Tod eines Menschen «nichts Gutes»?

Echtes Mitleid sehe im Tod eines Menschen «nichts Gutes», sagte der Papst am Donnerstag, 9. Juni, vor Ärzten aus Spanien und Lateinamerika im Vatikan.
Wenn im Tod eines Menschen «nichts Gutes» gesehen werden kann, dann ist jede medizinische Leistung, die den Tod nicht zu verhindern vermochte, zumindest ein Misserfolg, wenn nicht eine Fehlleistung oder gar etwas «Böses ». Wie vereinbart sich eine solche Aussage mit der christlichen Lehre? Wie vereinbart sie sich mit der Verheissung, dass die Auferweckung Jesu die Gewähr dafür gibt, «dass auch die übrigen Toten auferstehen werden» (1. Kor 15.20)? Oder der Zusage «Der Tod ist verschlungen in den Sieg» (1. Korinther 15.55)? Und gemäss dem Johannesevangelium (Joh 5.24) sagte Jesus: «Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er…ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.» Ist das nicht doch etwas Gutes?

Monique und Ebo Aebischer, via Onlineformular auf www.pfarrblattbern.ch

Sommerserie 2016 «Rundum Wasser»

Da fanden wir vergangene Woche zum Thema «Wasser» in Grächen an der Wasserleitung «Chilcheri» eine erlebnishaft-poetische Zugabe. Der Weg entlang dieser wunderschönen Suone ist mit Informationen, Holzkunst und Impulsen (beispielsweise Wasser in Klangschalen) neu belebt worden. Das gefundene Gedicht zeigt uns verbunden, ja in einer Einheit in unserem geschöpflich-körperlichen Sein. Der heilige Franziskus besingt im Sonnengesang die «Schwester Wasser» – und hinter dem Geschaffenen den Schöpfer: die Quelle des Lebens hinter der Quelle! Wie mein Zugang auch ist – Wasser bleibt die Erfahrung wert! Hier das Gedicht:

«Ich bin der Tropfen.
Ich bin die Flut.
Ich bin die Träne.
Ich bin die Rettung.
Ich bin die Quelle allen Lebens.
Ich bin die Erde…in überwältigendem Mass.
Ich bin…zum grossen Teil…Du!
Ich bin das Wasser, kenne Millionen von Geschichten. Lege dein Ohr ganz nahe an mich – und höre zu!»

Ruth Landtwing, Goldiwil

«pfarrblatt» Nr. 26: Kirche mit Frauen

An die priesterwilligen Frauen: Verlangen Sie eine Stellungnahme des Himmels. Aber wie? Doch nach der «bewährten» und allgemein anerkannten päpstlichen Art: über «Wunder» (mir gefiel diese Methode allerdings nie). Es braucht keine Erlaubnis, nur Mut.  

Dr. Bruno Portmann, Zollikofen

«pfarrblatt» Nr. 23 und 25 Lesermeinungen

Liebevoll möchte ich den beiden Herren Bossard und Walker den Rat geben, sich mit der Kirchengeschichte zu befassen. Vielleicht würde ihnen auch ein Licht aufgehen, dass sogenannte Unfehlbare der reinen Lehre Jesu Unnötiges hinzugefügt und Wertvolles hinweggenommen haben.

Anne Marie Moser, Steffisburg

«pfarrblatt» Nr. 20 «Kirche ist auch für mich gestrig, aber nicht ewiggestrig»

Sie haben Wünsche, wie Sie die Kirche ändern wollen, damit sie weiter bestehen kann. Sie sind dabei nicht der Erste und werden auch nicht der Letzte sein. Leider vergessen Sie, dass der Gründer Jesus Christus die Kirche nicht als Wohlfühlverein, sondern als Wegweiser für uns, zum Erreichen des ewigen Lebens geschaffen hat. Sie können nun versuchen, seine Kirche zu ändern und seine Gebote als überholt oder unbarmherzig darzustellen, dass heisst den Wegweiser abzuändern und an die Wünsche der Mehrheit anzupassen, so dass der Weg attraktiver wird und mehr Menschen ihn gehen. Allerdings wird damit das Ziel, das ewige Leben zu erreichen, aus den Augen verloren. Ob das wirklich Barmherzigkeit ist? Der Herr der Kirche hat uns davor gewarnt. «Gehet ein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt und viele sind es, die ihn gehen. Wie eng aber ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.» Mt 7.13.
Falls Sie die Gebote Gottes und der Kirche als vergangene Wahrheiten nicht akzeptieren können, sollten sie sich überlegen, ob Sie auf demr echten Weg sind. Es geht hier nicht um Konservativ oder Liberal, sondern um den Glauben an das Reich Gottes oder das Reich der Menschen. Vielleicht müssen auch Sie Ihre Werte überdenken.

Beat Bossard, Lauterbrunnen

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Die Sexualität gehört zur Schöpfung Gottes; ihr Zweck ist jedoch nur auf die Ehe von Mann und Frau beschränkt und deshalb für Unverheiratete ein Tabu. Deshalb gibt es keinen anderen Weg, als die Anerkennung der Enthaltsamkeit. Allerdings – sich dafür eintscheiden zu können ist schwer, denn aus eigener Kraft ist es unmöglich, gegen heftige Versuchungen standhalten zu können. Diesbezüglich sagt der Apostel Paulus: «Ich vermag alles indem der mich stärkt.» Es ist also Christus, der uns die Gnade schenkt, wenn wir ihn darum bitten. Was die Lehre der Römisch-katholischen Kirche betrifft, sie lässt keine Kompromisse zu.

Max Walker, Frutigen

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Nach 5-jähriger Abwesenheit aus dem Ausland zurückgekehrt, lese ich das «pfarrblatt » wieder sehr gerne. Herrn Sebastian Schafer danke ich für dessen offene Meinung – welche bestimmt auch etwas Mut brauchte! Ich hoffe, dass dessen Einsichten und Erkenntnisse nicht nur bei Studenten der Theologie ihren Niederschlag findet. Bereits lange amtierende Priester dürfen nicht in ihren z.T. überholten Ansichten verharren, sondern die gläubigen Menschen dort «abholen», wo sie stehen! Eine lebendige Kirche bringt bestimmt auch wieder mehr Kirchgänger. An die Priester: Suchen Sie auch den persönlichen Kontakt? 1 Mal im Jahr eine Haussegnung durchführen wäre ein erster Schritt!

Rosmarie Stauffer, Goldiwil

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Herzliche Gratulation, Herr Schafer, zu diesem Beitrag, den ich voll unterstütze. Ihre Ausführungen sind überlegt und fundiert. Der ganze Artikel zeigt Ihre Sorge um diese Kirche und macht Hoffnung für eine Kirche der Liebe. Wir alle sind Kirche, sind gefordert, jeder an seinem Platz. Wann wird sie Wirklichkeit, diese liebende Kirche?

Marlies Bähler, Münsingen

«pfarrblatt» Nr. 17 «Worte des Bischofs»

 Ich bin – vornehmformuliert – ein langjähriger Senior. Im Gleichschritt mit altersbedingtem Nachlassen von geistiger Frische und Präsenz wurden auch Eloquenz und Lesegewandtheit nicht davon verschont. Von daher liegt es wohl per se an mir, dass ich die Worte des Bischofs im «pfarrblatt» Nr. 17 zweimal lesen musste. Bisher ging ich davon aus, Tun und Lassen in meinem Leben vor Gott alleine zu verantworten. Nun verstehe ich den Bischof so, dass ich sehr wohl auch zusammen (mit wem auch immer) kritisch hinterfragen kann, welche Motivation mein Glaubensleben antreibt. Damit man mit diesem (für mich neuen) Gedankengut besser zurecht kommt, werden 2 päpstliche Kriterien mitgeliefert. Die Kriterien an sich, welche der Papst in seiner einfachen Ausdrucksweise nennt, verstehe ich sehr wohl. Die angedachte Art und Weise hingegen, wie die päpstlichen Kriterien innerhalb dem bischöflichen Text griffig werden sollen, ist für mich nicht ohne weiteres erkennbar. Aber wie einleitend gesagt, meine Lesegewandtheit hat in den letzten Jahren altersbedingte Einbussen erlitten. Zu meinem Trost weiss ich aus Gesprächen mit hierfür relevanten Altersgenossen, dass auch diese manchmal Mühe bekunden, kirchenrechtlich brillante Formulierungen in ihr persönliches Kirchenverständnis einzuordnen; eine Gegebenheit, welche in ihrem Empfinden als Störung wahrgenommen wird. Solange es nur eine Mutmassung ist, dass vorwiegend ältere, und damit etwas schwerfällig gewordene Menschen die Worte des Bischofs lesen, entsteht wohl keine Notwendigkeit, auf eine Störung einzugehen, welche schwergewichtig von dieser Gläubigen-Kategorie empfundenwird.

Dölf Wälchli, Bremgarten

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Dank bischöflichem Sprachtalent merkt man im Nu, dass mit dem letzten barmherzigen Rundschreiben des Papstes alles anderslautend gleich geblieben ist.

Dr. Bruno Portmann, Zollikofen

«pfarrblatt» Nr. 15, «Altern in Würde?»

Schade, dass Frau Galbrecht fast durchgehend das gesellschaftlich verbreitete Verständnis von Würde übernimmt: die Redensart von Würde abhängig von Leistung und Selbstbestimmung. Würde also, für die der Mensch selbst sorgt, solange es eben geht. Und danach ist sie durch Krankheit, Alter, Bedürftigkeit (heute gleichgesetzt mit Abhängigkeit) bedroht, wenn nicht zerstört, wodurch dass Exit-Angebot so attraktiv wird: den Zustand des würdelos gewordenen Lebens wenigstens „würdig beenden“, nämlich selbstbestimmt. Dagegen empfiehlt die Fachfrau, eher „diakonisch“, wie sie selbst kritisiert, durch Rücksichtnahme, Respekthaltung, Betonung der Chance des Alterns den Verlust der Würde zu überwinden. Wenn aber Würde dem Menschsein nur aufgrund von Leistung und Eigenständigkeit zukommt und nicht wesentlich aufgrund des Menschseins (das durch Selbstbestimmung wie durch Bedürftigkeit gekennzeichnet ist), wird es noch so gut gemeinte Mit-Menschlichkeit nicht schaffen, der Würde des Alterns zur Geltung zu verhelfen. Wie kann es heute gelingen, der Würde als Grundlage menschlicher Existenz in allen Lebenslagen gerecht zu werden, als Mitmensch und als Institution, in Gesellschaft und Kirche? Das ist heute die Herausforderung.

A. Imhasly, Bad Zurzach

«pfarrblatt» Nr. 13, Osternachtfeiern

Die Orchestermesse an Ostern in der Dreifaltigkeitskirche war ein unvergessliches Erlebnis. Ich denke, dass Joseph Haydn sich gewünscht hat, dass seine Missa in Angustiis so aufgeführt wird. Welch Glück, einen Dirigenten wie Kurt Meier zu haben, der es versteht, Sänger wie Musiker zu Höchstleistungen zu motivieren. Man wähnte sich an einem Konzert im Casino! Und das eingebettet in eine wunderbar zelebrierte Osterbotschaft durch Gregor Tolusso und Ursula Fischer. Frohe Ostern musste mir niemand mehr wünschen, denn die Osterbotschaft war in meinem Herzen angekommen. Danke.

Markus Schwarz, Ittigen

«pfarrblatt» Nr. 10, Eine wachsende Front gegen die «Verjudung»

Es ist vielleicht nicht ganz unwesentlich, daraufhinzuweisen, dass der Bundesrat 1943, mitten im Krieg, den aus Zürich stammenden Oberstdivisionär Herbert Constam zum Kommandanten des 3. Armeekorps und damit zum Oberstkorpskommandanten ernannt hat. Es war damit das erste Mal, dass ein Offizier jüdischer Herkunft die höchste Stufe der Schweizer Armee erklomm. Gemäss dem Militärhistoriker Dr. Jürg Stüssi-Lauterburg war er damals weltweit der höchste Offizier aus einer Familie jüdischer Abstammung (vgl. dazu auch Wyss, Gerhard. a Saine Standpoint. –Lenzburg 2014).

Dr. Bruno Capelli, Grosshöchstetten

Allgemeine Leserzuschrift, Taktgefühl

 Ich träume davon, dass eines Tages einige Trauerfeierteilnehmer ihr längst verlorenes Taktgefühl wiederfinden. Es ist verständlich, dass man mit den Mitmenschen reden will. Aber muss das vor Beginn der Feier im Innenraum der Kirche, wo der Sarg oder die Urne vor dem Altar aufgebahrt ist, geschehen? Diejenigen, die ihr Taktgefühl noch besitzen, möchten in aller Stille diese kostbaren Minuten betend verbringen und dann, statt dem lauten Geraune der Leute, dem Kirchengeläute zuhören.

Anne-Marie Moser, Steffisburg

Allgemeine Leserzuschrift

Zweimal Verkündigung.

Stirbt Jesus am Christentum, titelte vor bald 40 Jahren Martin Koestler in einem damals Aufsehen erregenden Buch. Stirbt die Kirche am Dogma, möchte ich an Anlehnung an diesen Titel formulieren. Was soll der unsinnige, alberne Disput über die Zulassung von Laientheologen zur Predigt während der Messe im Zeitalter der rapid sinkenden Priester- und massiv sinkenden Gläubigenzahlen? Was ist denn wichtiger, eine gute Predigt eines Laientheologen oder eine schlechte Predigt eines Geweihten? Es erstaunt mich nur, dass sich Papst Franziskus auf diese unfruchtbare Diskussion einlässt, wie die sanfter Rüge an die Schweizer Bischöfe anlässlich ihres kürzlichen ad-Limina Besuches in Rom zeigt. Diese Vorschrift des Canonischen Rechts entspricht einem Kirchenbild der Kirche als Sakrament, als Heilsanstalt, wo eine spezielle Berufsgattung für die Spendung der Heilsgaben verantwortlich ist, die geweihten Priester. Ich dachte, dass dieses Bild durch das 2. Vatikanische Konzil etwas korrigiert worden ist und die Kirche mit dem Volk Gottes gleichgesetzt wurde. Aber diese Neuinterpretation scheint im Vatikan noch nicht angekommen zu sein. Was unter den gegebenen Umständen wirklich dringend Not täte, wäre alle Laientheologen und Theologinnen zu weihen. Dann wäre der Priestermangel nicht aus der Welt geschafft, aber doch ziemlich entschärft. Die Kirche als Heilsanstalt. Diese Vorstellung war absolut unmöglich im jüdischen Kontext des Urchristentums, wo sich im Andenken an die Aufforderung Jesu „tut dies zu meinem Andenken“ völlig undogmatische Mahlgemeinschaften bildeten, um im Brotbrechen des hingerichteten Meisters zu gedenken. Ich finde nicht einmal in den paulinischen Schriften Ansätze, welche zum theologischen Abstraktrum einer „Kirche als Heilsanstalt“ hätten führen können. Möglich war dies nur im hellenistischen Kulturraum, also im damaligen römischen Reich, mit den vorherrschenden Denkmustern der vielfältigen griechischen Philosophie. So konnte denn schon in der ersten Hälfte des 3. Jh. n. Chr. – also bereits ca. 100 Jahre vor dem ersten Konzil von Nicaea 325 n. Chr. - Bischof Cyprian von Karthago ausrufen „extra ecclesiam nulla salus“, ausserhalb der Kirche gibt es kein Heil. Darauf baute dann die philosophisch ausgerichtete Theologie ihr gewaltiges dogmatisches Gebäude auf. Aber was soll der moderne Mensch damit anfangen? Der moderne Mensch, der immer noch geprägt ist vom Bewusstsein der Machbarkeit aller Dinge, vom unaufhaltsamen Fortschritt der Wissenschaft, von der Eroberung des Weltalls durch die Raumfahrt - Allmachtsfantasien, gewiss, aber sie existieren nun einmal. Was aber der moderne Mensch sehr wohl verstehen kann, ist die Urintention Jesu, die simple, aber revolutionäre Botschaft Jesu vom Reich Gottes, und um diese zu verkünden und weiterzutragen, bedarf es nicht unbedingt einer Weihe.

Arnold Eichmann, Münchenbuchsee

28.2.2016

«pfarrblatt» Nr. 7, Offener Brief an Nuntius Gullickson

Ich bin froh und dankbar um den mutigen Brief von Domherr Christian Schaller im Namen des Dekanats Region Bern an den Nuntius Thomas Gullickson. Erstaunt bin ich, dass ein päpstlicher Nuntius und Würdenträger nichts aus seiner Vorgeschichte lernt, offenbar wurde er  ja bereits wegen unglücklicher  politischer Äusserungen in der ukranischen Öffentlichkeit dort vorzeitig als Nuntius abberufen. Nun wird er – ausgerechnet von  dem friedliebenden Papst Franziskus - als Nuntius in die Schweiz abgeordnet – und er weiss offenbar wieder nichts anderes, als hier zu provozieren. Aus historischer Sicht sei darauf hingewiesen, dass es in der Kirchengeschichte der Schweiz bereits einen solchen Nuntius ohne Kenntnis der schweizerischen (Kirchen-)Mentalität gegeben hat: 1579 wurde Giovanni Francesco Bonomi (Bonhomini, 1536-1587) vom Papst als Nuntius in die Schweiz gesandt. Bonhomini meinte in seinem Übereifer, er müsse den Schweizer Katholiken die Leviten verlesen, geriet so immer mehr in Konflikt mit den Behörden… und wurde bereits 1581 von Rom abberufen. Ich möchte gerne meinem undiplomatischen (unmittelbaren) Nachbarn im Kirchenfeld diese Episode in Erinnerung rufen. Die Kirche Schweiz hat derzeit nach der Aera Wolfgang Haas (der von Rom auch abberufen werden musste) alles andere nötig als einen solch vorkonziliär- konservativen Kirchenmann in der Nuntiatur, der sich sogar mit der stets auf Konfrontation ausgehenden Piusbruderschaft solidarisieren soll. Die Bischöfe des Bistums Wallis, Kardinal Henry  Schwery und Bischof Norbert Brunner , könnten darüber wohl einiges dem Nuntius erzählen.

Prof. Dr. Angelo Garovi, Historiker, Bern

«pfarrblatt» Nr. 6, «Wie kann man da noch von Sünde sprechen?»

Wer die Lehre Jesu als Richtschnur für sein Leben nimmt und für Frieden und Ordnung sorgt, da wo er hingestellt ist, braucht sich nicht mit dem Unrat (Mist) der Vergangenheit zu befassen. Das ist Geistverschmutzung pur!

Anne-Marie Moser, Steffisburg

«pfarrblatt» Nr. 6, Zum Leserbrief von Charles Vonlanthen

Gott führt uns nicht in Versuchung; lässt sie jedoch zu. Dass es uns gelingt, Versuchungen besser widerstehen zu können, hängt davon ab, wie tief unsere Beziehung zu Gott ist. Bitten wir Gott unseren Vater inständig: Führe uns, auf dass wir nicht in Versuchung fallen.

Max Walker, Frutigen  

«pfarrblatt» Nr. 6, Zum Leserbrief von Charles Vonlanthen

Ich bin mit Charles Vonlanthen einig: Wenig, was in der Bibel steht, sind (von Christus bezeugte) «Worte des lebendigen Gottes». Drei Beispiele für krasse «Menschenworte». Das 9. Gebot sanktioniert die Sklaverei (Ex 20.17). Bei der Eroberung des „Gelobten Landes“ steht Gott dem Josua bei und ermöglicht ihm so den «Holocaust» an den Palästinensern (Josua 1 ff., bes. 6.21). In Gerasa paktiert Jesus mit den unreinen Geistern und überlasst ihnen eine Herde von 2000 Schweinen zum Ertränken (Mk 5,1-17). Solche und ähnliche Bibelstellen werden beim Gottesdienst natürlich nicht vorgelesen. Und wer liest denn überhaupt die Bibel?

Dr. Bruno Portmann, Zollikofen

Allgemeine Leserzuschrift

Nach der Lesung und dem Evangelium aus der Bibel beim Gottesdienst wird oft mit den Worten geschlossen: Das sind die Worte Gottes. Können wir wirklich sicher sein, dass dies die ursprünglichen Worte Gottes oder von Jesus Christus sind? Wer beispielsweise aus dem Buch von Prof. Walter Hollenweger «Geist und Materie, Interkulturelle Theologie 3» den Abschnitt «Was ist das Wort Gottes?» gelesen hat, wird sich wohl überlegen, ob es nicht zutreffender wäre, nach einer Lesung zu sagen: Das sind die Worte (aus der Bibel) aus dem Alten Testament oder des heutigen Evangeliums.
Und noch eine Bemerkung zum Vaterunser: Wir beten: «Führe uns nicht in Versuchung.» Will uns Gott Vater wirklich in Versuchung führen? Die deutsche Übersetzung des aramäischen Vaterunser heisst: «Führe uns, auf dass wir nicht in Versuchung fallen.»

Charles Vonlanthen, Muri

«pfarrblatt» Nr. 5, Heiliger Zorn

Bei der Lektüre des Artikels der zornigen Frau aus Grosshöchstetten beschlich den Schreibenden ein eigenartiges Gefühl. Zunächst das Formale: Was ist dieser Artikel in redaktioneller Hinsicht? Ist es ein Interview, ein Bericht oder ein versteckter Leserbrief, den man wegen des Zorns und wegen des  anti-römischen Vektors den Lesern unbedingt in seiner vollen Länge zur Kenntnis bringen muss? 
Und zum Zweiten war da beim Schreibenden ein eigenartiges Gefühl bezüglich Inhalt. Ist das wirklich alles, was man als Katholik nach neunzig Jahren Leben der Kirche gegenüber empfindet? Zorn! Zorn? von dem es heisst, er sei Sünde?
Aber, aber! Warum denn Zorn? Es wurde doch in 44 Jahren (seit der Synode 72) nahezu alles erreicht, was man sich gewünscht und damals auf die Fahne geschrieben hat. Es wird Frau Brun heute keiner entgegentreten, wenn sie mit einem protestantischen Gatten zur Kommunion schreiten will. Es wird sie auch keiner stoppen, wenn sie mit einem Brecht Gedicht zur Laienpredigt ansetzt. Und die Laien machen in der helvetischen Kirchenhierarchie inzwischen schätzungsweise ca. 80-90% aus. Die meisten von ihnen beamtet und ordentlich bezahlt.
Dass das Konzil das ein bisschen anders beabsichtigt hat, ist ein helvetischer Schönheitsfehler und weiter nicht der Rede wert. Laien haben inzwischen trotz teilweise sehr mediokrer Ausbildung eine solche Macht erreicht, dass sie gar verhindern können, dass an Pfingsten überhaupt noch Priester in den Gemeinden auftauchen. Auch die Beichtstühle sind inzwischen bis auf wenige Restexemplare verschwunden. Die Schriftenstände sind zu Anschlagbrettern verkommen, wie man sie in Kaufhäusern antrifft. Wer ein Büchlein oder ein Buch sucht, das auf Christus hinführen könnte, sucht vergebens. Gott (nicht Christus!) in Yoga und Ayurveda-Meetings allerdings zuhauf. A propos Christus, er erscheint im zornigen Artikel nur ein einziges Mal. In den Kirchen sind es da und dort noch Kruzifixe, die an IHN erinnern.
In Burgdorf hat man auch dieses „verräumt“. Wahrscheinlich hat es mit seinem blutigen Ernst die Kaffee-Kuschel-Wellness-Stimmung gestört. Also, legen wir den Zorn beiseite! Ziel erreicht! Kirche bis auf einige wenige noch lebende Gemeinden weitgehend zerstört! Freuen wir uns auf die Gemeindefastnacht, die gibt es vorläufig noch! Doch, man hätte Frau Brun von redaktioneller Seite her eigentlich auch fragen müssen, ob ihr nicht aufgefallen ist, dass da Kirchenchöre gestorben sind und bei den Jugendorganisationen Fehlanzeige aufleuchtet. Der Glaube ist in ganz vielen Gemeinden schlichtweg verdampft. Den Bischof scheint diese Zustandsanalyse weiter nicht zu beunruhigen,  er ortet den Feind ultramontan (jenseits der Alpen) und nicht in den eigenen Reihen. Man fürchtet die eigene Mannschaft und die Presse mehr als Gott. Doch, die gute Nachricht ganz zuletzt: Es gibt sie noch, diese  Kirche! Sie findet in Afrika und im Mittleren Osten statt, wo noch für Christus gestorben wird! Sie findet auch in kleinen Hauskreisen statt, die sich von der offiziellen Kirche verabschiedet haben, aber täglich treu das Glaubensbekenntnis beten. Deshalb, - habt Mut!

Dr. Bruno Capelli, Grosshöchstetten

«pfarrblatt» Nr. 3, Nuntius Gullikson

Der Nuntius Gullikson unterstellt unseren Schweizer Bischöfen, es fehle ihnen an einem lebendigen Glauben. Wir Glaubenden müssen wieder lernen, weniger Kritik zu üben; desto mehr in Liebe miteinander umzugehen. Es ist eine Tatsache, dass ein überspannter Konservativismus in eine Art Phärisäertum münden kann. Der heilige Franz von Sales sagt: «verliert die Liebe nicht, denn sie zerstört nicht, sondern vollendet alles.»

Max Walker, Frutigen

«pfarrblatt» Nr. 1-2, Nuntius Gullikson

Seit fast 45 Jahren bin ich katholischer Priester. Und jetzt kommt ein Kirchenmann, der über 30 Jahre im diplomatischen Dienst des Vatikans steht und behauptet nach kaum zwei Monaten als Nuntius in der Schweiz : Bei unseren Bischöfen «gebe es offensichtlich einen lebendigen Glauben nicht mehr». Gelinde gesagt empfinde ich das als eine unerhörte Frechheit. Ich brauche nicht den Blog «@GullicksonEd» zu lesen um mir bewusst zu werden, dass da wieder einer von diesen Ewiggestrigen am Werk ist. Und was soll diese unsinnige Aussage: «Vielleicht haben die Traditionalisten das Zweite Vatikanische Konzil richtig verstanden.»
Mit Verlaub, wer ist es denn, der seit Jahrzehnten Kirchenspaltung betreibt? Lefebvre, Siri, Ottaviani und Co. und in unseren Tagen Gegner von Papst Franziskus wie etwa US-Kardinal Raymond Leo Burke haben die Zerstörung der Kirche so weit betrieben, dass ihnen kein Papst genehm war, nicht einmal Paul VI.
Es wäre gut, wenn der Nuntius den Sündenkatalog von Papst Franziskus zur Hand nehmen würde, den er vor einem Jahr der Kurie vorgetragen hat, und der ja wie er sagt «für jeden Christen und für jede Kurie» gilt. Etwa: 6. Es gibt auch die Krankheit des «geistlichen Alzheimer», das Vergessen der eigenen «Heilsgeschichte». Da ist doch die Behauptung, die Messe gelesen mit Rücken zum Volk sei mehr «gemeinsame Orientierung an Christus» als die erneuerte Liturgie des II. Vatikanums, die ausdrücklich von der Versammlung des Volkes Gottes «in medio Ecclesiae», purer Unsinn.
Dem «pfarrblatt» Bern danke ich für die vorzügliche Arbeit. Ich lese jede Nummer immer mit grossem Interesse.

Viktor Hofstetter, Dominikaner, Zürich

«pfarrblatt» Nr. 1-2, Nuntius Gullikson

Der neue Nuntius Thomas Gullikson erklärt zu Beginn des Interviews («Tagesanzeiger», 16. 12. 15, «Der Bund», 6. 1. 16): «Die Regierungen wissen nicht recht, was sie mit uns [den Nuntien] anfangen sollen.» Als ehemaliger kirchlicher Mitarbeiter wage ich zu behaupten: Soweit sich Kirchenglieder die vielen verschiedenen Äusserungen im genannten Gespräch zu Gemüte führen, wird es anteilsmässig nicht viele geben, die mit Herrn Gullickson als Nuntius etwas anfangen können. Ob seine Sätze über die Zulassung Wiederverheirateter zur Kommunion betrachtet werden oder die Darlegung über «die heute fehlende Offenheit für Kinder und Familie», ob er indirekt jüngere liberale Positionen der Deutschen Bischofskonferenz als irrgläubig (häretisch) bezeichnet oder vorschlägt, Pfarreien ohne Priester einfach zu schliessen, oder ob er, ohne Namen zu nennen, die Bischöfe von St. Gallen und Basel kritisiert, weil sie an der sog. Laienpredigt festhalten – das alles nehme ich entschieden als haarsträubende Denk- und Redeweisen entgegen.

Toni Häfliger, Ostermundigen