Hintergrund

63 Rappen für 32 Seiten

Am vergangenen Samstag tagte im Pfarreizentrum St. Mauritius in Bern-Bethlehem die «pfarrblatt"-Gemeinschaft. Eine positive Jahresrechnung, Wahlen und Rücktritte im Vorstand waren die Haupttraktanden.

V.l.n.r.: Manuel Simon (neu im Vorstand), Gabriella Hanke-Knaus (zurückgetreten), Präsidentin Barbara Kückelmann, Cili Märk und Franz Scherer (beide zurückgetreten).
V.l.n.r.: Manuel Simon (neu im Vorstand), Gabriella Hanke-Knaus (zurückgetreten), Präsidentin Barbara Kückelmann, Cili Märk und Franz Scherer (beide zurückgetreten).

Donnerstag, 10. Mai 2012 / «Ein sensationeller Preis für ein derart hochwertiges Produkt!», freute sich Barbara Kückelmann im Pfarreizentrum St. Mauritius Bern. 63 Rappen kostet das «pfarrblatt» pro Woche für jedes der rund 57 000 Abos. 

Gut sei das «pfarrblatt» mit allen Berner Pfarreien angekommen, war an der der Versammlung der Delegierten der «pfarrblatt»- Gemeinschaft Bern mehrfach zu hören. So auch das verbesserte Layout in Text und Bild und die Vielfalt der Inhalte. Was nebst dem kompetenten Redaktionsteam auch auf die vielen freien Mitarbeitenden zurückzuführen sei. «Mit 74 Lohnausweisen, welche unsere Verwaltung Keel Treuhand ausstellen musste, sind wir eine wirkliche Autorenzeitung geworden», fasste Redaktor Andreas Krummenacher diese Seite der Vielfalt zusammen. 

Die Leserschaft hätte nichts bemerkt von den Pannen der «pfarrblatt»-Produktion, doch die Verantwortlichen in den Pfarreien «verloren nach einem vorerst unbrauchbaren Update auf dem Redaktionssystem viele Nerven», sagte Barbara Kückelmann. Die Schwierigkeiten seien aber auf allen Ebenen erfolgreich durchgetragen und behoben worden, ergänzte sie im Dank ringsum. 

Für Redaktor Jürg Meienberg «lebt ein journalistisches Produkt von der Kritik und ist immer im Sturm von diversen Ansichten, Meinungen, Standpunkten unterwegs.» Die Meinung zu Leserreaktionen überliess er den Zuhörenden, von antisemitischen Parolen über bischöfliche Vorstellungen, das «pfarrblatt» sei «Instrument römisch-katholischer Verkündigung und nicht Gefäss für kirchliche Auseinandersetzungen» bis zu «Carte blanche! Gradlinig, stets mit aktuellem Hintergrund, oft gepaart mit Poesie». 

Aus dem Vorstand verabschiedete sich Gabriella Hanke-Knaus, Mitgestalterin der neuen Kommunikation zwischen Konfessionen, Religionen und weltlichen Behörden. Ebenso Cili Märk aus Ins, die zehn Jahre den Frauenbund Mittelland vertrat und dafür sorgte, «dass die Berichte im 'pfarrblatt' nicht zur Selbstbe-weihräucherung verkommen und für ein breites Lesepublikum verständlich bleiben.» 

Und Vizepräsident Pfarrer Franz Scherer aus Thun, der ebenso bescheiden wie klar «keine Konflikte gescheut, sich in Gesprächen mit dem Bischof anlegte und keinen Zweifel liess, welchem Kirchenbild er sich verpflichtet fühlt.» Das Dekanat Oberland vertritt neu der Spiezer Pastoralassistent Manuel Simon, der sich für die Vielfalt des «pfarrblatt» engagieren will. Die weiteren freien Sitze im Vorstand werden vorläufig nicht ersetzt. 

Thomas Staubli wechselt vom Vorstand zum Redaktionsbeirat. Diese neue Gruppe entwickelt - vorläufig für ein Jahr - gemeinsam mit der selbstständig bleibenden Redaktion neue Ideen und Themen und begleitet die «pfarrblatt»-Ausgaben kritisch und konstruktiv. Präsidiert wird der Redaktionsbeirat von Synes Ernst (Ostermundigen), weitere Mitglieder sind Anne Durrer und Marie-Louise Beyeler. 

Der günstige Abopreis ist auf das gute Rechnungsjahr 2011 zurückzuführen und auf gestiegene Auflagezahlen von 53 500 auf 57 103 Abos. Die Rechnung ergab bei Einnahmen von 1 783 691 Franken einen Reingewinn von 182 182 Franken. Deshalb wurde der Abopreis - in der Regel von den Kirchgemeinden bezahlt - von 31 auf 29 Franken gesenkt. 

Text und Foto: Guido Lauper 



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