Medientipps

CD - Tipp von Voirol

Karl Jenkins The Armed Man: A Mass For Peace CD, Virgin 2001, Fr. 29.50

Donnerstag, 23. Februar 2012 / Zur Jahrtausendwende schuf der walisische Komponist Karl Jenkins unter dem Eindruck des Kosovo-Krieges die Friedensmesse «The Armed Man». In Anlehnung an den Aufbau der katholischen Messe spannt das Werk mit eingängigen Melodien den Bogen über die Weltreligionen hinweg und bezieht klar Stellung gegen den Krieg.

Ökumenische Buchhandlung Voirol
Rathausgasse 74, 3000 Bern 7
Tel. 031 311 20 88 info(at)voirol-buch.ch

 

Buch - Sternenstaub
Lorenz Marti, «Eine Handvoll Sternen-staub – Was das Universum über das Glück des Daseins erzählt.» Kreuz 2012, 220 Seiten, 26 Franken
Lorenz Marti, «Eine Handvoll Sternen-staub – Was das Universum über das Glück des Daseins erzählt.» Kreuz 2012, 220 Seiten, 26 Franken

Donnerstag, 23. Februar 2012 / Hat Lorenz Marti in seinen früheren Büchern die Lesenden an die Hand genommen, um ihnen Mystikerinnen und Mystiker aus allen Regionen und Zeiten vorzustellen, wagt der Historiker, Politologe und Radiomacher in Sachen Religion und Lebensperspektiven mit einer «Handvoll Sternenstaub» einen Spaziergang durch das Universum der Begegnung von Wissenschaft und Mystik. Wer das Buch beim Pendeln zwischen Arbeitsort und Zuhause liest, dem kann es passieren, dass er plötzlich abhebt und durch den geheimnisvollen Kosmos segelt, sich zwischen Sternen, Quarks und DNA-Molekülen wiederfindet. Es gelingt Marti tatsächlich, wie es der Klappentext anpreist, komplexe, neuere Erkenntnisse der Naturwissenschaft leicht verständlich einzuordnen. Was man bruchstückhaft aus verschiedenen Debatten im Gedächtnis hat, verbindet Marti mit spielerischer Leichtigkeit. Vom Punkt geht Marti aus, mit einem Punkt schliesst er den Brückenbau zwischen Wissenschaft und Lebenskunst. Die Begründung, warum Marti mit seinem Text vom Glück des Daseins erzählen will, wurzelt in der Begegnung von Hiob mit Gott. Auch Gott antworte dem von Willkür geschlagenen Menschen mit dem Hinweis auf die Grösse und Kraft des unendlichen Kosmos. Diese Öffnung befreie «Hiob von der Fixierung auf sein Unglück und führt ihn aus der Enge seiner Not in die Weite einer neuen Freiheit», folgert Marti. Das ungerechte Leiden wird allerdings bei Hiob durch die Klage bewusst gemacht und durch das Wiederherstellen der gerechten Verhältnisse befreit. Es ist bei Hiob eben gerade nicht das Kleinwerden vor dem Unendlichen, was Heilung verschafft, sondern die direkte Begegnung mit dem gebeutelten Menschen. Sie stellt ihm, weil sie Unterdrückung und Schönreden entlarvt, seine Würde wieder her. Aber vielleicht schenkt eine Handvoll Sternenstaub die Kraft dazu.

 Jürg Meienberg


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Buchvernissage am 29. Februar.
Infospdf 21.01.2012, 59 kB

 

Film - Young Adult
«Young adult», USA 2011, Regie: Jason Reitman, Besetzung: Charlize Theron, Patton Oswald, Elizabeth Reaser, Patrick Wilson; www.youngadultmovie.com
«Young adult», USA 2011, Regie: Jason Reitman, Besetzung: Charlize Theron, Patton Oswald, Elizabeth Reaser, Patrick Wilson; www.youngadultmovie.com

Donnerstag, 16. Februar 2012 / «Und wie sieht man aus, wenn man nichts fühlt?» Ausgerechnet Mavis die attraktive, erfolgreiche Blondine stellt diese Frage. Und sie muss ausgerechnet Beth fragen, die mit Mavis‘ Exfreund verheiratet ist und gerade ein Baby bekommen hat. Mavis hat sich in einen Nostalgietrip verrannt und ist von Minneapolis in das Kaff ihrer Jugend gefahren, um ihren Ex zurückzuerobern. Weil dieser aber gar nicht zu ihr zurück möchte, sind ihre Anstrengungen peinlich und zutiefst traurig. Einzig Matt, der schon auf der Highschool ein Aussenseiter war, nimmt sich ihrer an.  

Die Frage nach dem Glück hat wieder Hochkonjunktur im Kino. Mavis ist das weibliche Pendant zu Brendan, der eindrücklichen Hauptfigur im bald anlaufenden Film «Shame». Geht es dort um Sexsucht inmitten eines Hochglanzlebens, fokussiert «Young Adult» eine Mittdreissigerin, die nicht von ihrer Highschool-Zeit los kommt. Zwar konnte sie ihre Dauernostalgie als Ghostwriterin für eine Jugendbuchserie fruchtbar nutzen, doch die Serie wird eingestellt und Mavis schreibt die letzte Folge. Ja, wie sieht man aus, wenn man nichts fühlt? Charlize Theron brilliert in der Rolle der Mavis, die abgelöscht von ihrem eigenen Leben durch die Welt schlurft. Trauer und Wut kann sie schon gar nicht mehr zeigen, Glück setzt sie wie eine Maske auf, wenn sie sich gut geschminkt und im sexy Outfit in Szene setzt. Ein Film über das Unglücklichsein und die Notwendigkeit, erwachsen zu werden. Kinostart: 16. Februar 2012

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien

Buch - Brunnadern
Willy Schäfer, In Brunnadern engagiert. Vom Mittelalterlichen Kloster zum modernen Heim «Brunnadere-Huus», rubmedia, Bern.
Willy Schäfer, In Brunnadern engagiert. Vom Mittelalterlichen Kloster zum modernen Heim «Brunnadere-Huus», rubmedia, Bern.

Donnerstag, 09. Februar 2012 / Spannende Sozialgeschichte
Oft machen Festschriften zu Jubiläen bloss die Beteiligten glücklich und interessieren einen begrenzten Leserkreis. Sie verschwinden bald in Archive, als Orientierungshilfe für zukünftige Jubilarhistoriker. Nicht so die Aufarbeitung der Geschichte des Heims «Brunnadere- Huus» in Bern vom reformierten Pfarrer Willy Schäfer. Das Buch nimmt die Lesenden ab der ersten Seite mit auf eine spannende Entdeckungstour, die von Berner Klostergeschichte, Verdingkinderschicksalen, fragwürdigen Erziehungsmethoden, vom Umgang mit «gefallenen Mädchen», eindrücklichem Engagement kirchlicher Gemeinschaften und von mutigen, initiativen Frauen erzählt. Da fallen Mädchen in Sodbrunnen, wandelt eine russische Grossfürstin durch den Elfenwald und überschwemmen schadhafte Quellleitungen Quartierstrassen.

Willy Schäfer erzählt nüchtern, historisch fundiert und immer mit einem engagierten Blick auf die Ausgegrenzten und Benachteiligten. An der Geschichte des «Brunnandere-Huus» wird so manche Entwicklung im sozialen Engagement aufrechter Christinnen und Christen sichtbar, die nicht nur für Stadtberner aufschlussreich ist. In den Gründerjahren des Magdalenenstiftes für Mädchen und junge Frauen im Brunnaderngut war beispielsweise nicht die Wiedererlangung der Arbeitskraft die Maxime, sondern «die Rettung durch die innere Umwandlung der Seele in der Begegnung mit der vergebenden Liebe Gottes in Jesus Christus». In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, nach einer Welle heftiger Heimkritik – die an die Waisenhauskritik Pestalozzis und die Aufklärungsbemühungen über Heimzustände eines Carl Albert Loosli anknüpften – traten Stichworte wie Selbstwertgefühl, Konflikt- und Belastungsfähigkeit, Bereitschaft zur Mitverantwortung in den Vordergrund. Statt um geistliche Umerziehung ging es in der Betreuungsarbeit immer mehr um die Würde des Menschen und um eine soziale Analyse, die die Gründe der Armut und Perspektivenlosigkeit von Heimzöglingen in den Fokus nahm. Gut, denkt man plötzlich, sind wir nicht mehr in der «guten alten Zeit». Heute beherbergt das «Brunnadere-Huus» Menschen mit leichten geistigen Behinderungen.

Im Vorwort zum Buch beschreibt Autor Willy Schäfer seine sechs Motive zur Publikation des Textes: Historische Aufarbeitung, Sozialgeschichtliche Forschung, neue Publikationen zur Berner Geschichte, die Aufarbeitung der Lücken zur neueren Geschichte in Brunnadern, die Sammlung historischer Fotos und die Darstellung des grossen Engagements im Brunnaderngut über die Jahrhunderte. Entstanden ist ein Buch, das in verschiedener Hinsicht als Kompendium gelten darf, eine Festschrift, die nicht so schnell in den Archiven verschwindet. Man braucht nicht Bewohner des Brunnadern-Quartiers zu sein, um den reich bebilderten Band mit Gewinn zu lesen.

Jürg Meienberg

Internet - Ein Fenster zur Welt für Kinder

Donnerstag, 26. Januar 2012 /  Fernsehsendungen und Filme, die Kinder begeistern, müssen nicht immer actionreich, lustig und laut sein. Auch ein ruhiger und sachlicher Erzählstil kommt an. Vor allem, wenn Themen angesprochen werden, die die jungen Fernsehzuschauer interessieren. Dokumentationen über Tiere, das Leben in anderen Ländern oder den eigenen Körper faszinieren Kinder ab dem Grundschulalter. Die aktuelle Flimmo-Ausgabe stellt geeignete Dokus für Kinder unterschiedlichen Alters vor. Auch das Wiedersehen mit Happy Feet 2, den Muppets und den Fünf Freunden im Kino ist Thema oder die Rundumvermarktung der Prinzessin Lillifee. Die Broschüre steht als PDF zum Download zur Verfügung. Flimmo bietet Eltern und anderen Erziehenden Orientierungshilfen beim Umgang mit einzelnen Fernsehsendungen und Serien. 

Flimmo erscheint dreimal im Jahr als Broschüre und unterhält ein Portal mit Sendebesprechungen. Alles auf: www.flimmo.tv  

medientipp / Jürg Meienberg

Film - Wandlungen - das I Ging
«Wandlungen – Richard Wilhelm und das I Ging», Schweiz 2011, Regie: Bettina Wilhelm, Dokumentarfilm; http://wandlungen-i-ging-der-film.com Kinostart: 2. Februar
«Wandlungen – Richard Wilhelm und das I Ging», Schweiz 2011, Regie: Bettina Wilhelm, Dokumentarfilm; http://wandlungen-i-ging-der-film.com Kinostart: 2. Februar

Donnerstag, 26. Januar 2012 / Regisseurin Bettina Wilhelm hat nicht nur ein philosophisches und ethnografisches Interesse am berühmten «Buch der Wandlungen». Sie ist die Enkelin des Missionars und Sinologen Richard Wilhelm. Von ihm stammt die bedeutendste Übersetzung des I Ging in die deutsche Sprache. Es handelt sich um ein Orakelbuch, das gleichzeitig philosophischer Text und Lebensratgeber ist. In China kennen alle dieses Buch. Im Westen wurde es dank Wilhelms Übersetzung und später durch die Beat-Generation in den 1960er-Jahren bekannt. Sogar Bob Dylan und die Beatles verwendeten Passagen des Buches. Heute ist es im Westen fester Bestandteil der Esoterik-Kultur. Erkenntnisreich belegt der Dokumentarfilm, dass das I Ging im Osten eine vergleichbare kulturelle Bedeutung besitzt wie die Bibel im Westen. Der Film geht zurück zur Wirkungsstätte des Gelehrten in die Hafenstadt Qingdao. Die Regisseurin folgt den biografischen Stationen ihres Grossvaters und verbindet Aufnahmen aus seiner Zeit als Missionar (1899–1924) mit Bildern aus dem heutigen China. Wilhelm wehrte sich standhaft, Chinesen zu taufen. Er wurde im Gegenteil selber ganz und gar von den grossen Denkschulen der chinesischen Philosophie durchdrungen: Lao-Tse, Tschuang-Tse und Konfuzius. So wurde Wilhelm zum wichtigsten Vermittler zwischen Ost und West. Er beeinflusste auch nachhaltig seinen Freund C. G. Jung, der vom I Ging zutiefst fasziniert war. 

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst  

Buch - Gebete für junge Menschen
Stephan Sigg, Echtzeit. Neue Gebete für junge  Menschen, Tyrolia-Verlag 2012, 96 Seiten, 12.50  Franken.
Stephan Sigg, Echtzeit. Neue Gebete für junge Menschen, Tyrolia-Verlag 2012, 96 Seiten, 12.50 Franken.

Donnerstag, 19. Januar 2012 / Der junge St. Galler Autor Stephan Sigg, der schon zahlreiche religiöse Bücher für Jugendliche verfasst hat, hat mit «Echtzeit» ein neues Buch mit Gebeten für junge Leute herausgegeben. Das meldet der Verlag. Nachdem sein erstes Jugendgebetbuch «Treibstoff» mehr als 25 000-mal verkauft worden ist, gibt es nun neue Texte von Stephan Sigg. Gemäss Verlag handelt es sich um «ein Angebot für Jugendliche, Gott an ihrem turbulenten Tagesablauf teilhaben zu lassen – 24 Stunden lang, in jeder Gemütslage, zu jeder Tages- und Nachtzeit, vom Aufstehen bis zum Heimkommen nach einer durchtanzten Nacht». Sigg hat die Texte «in Echtzeit» geschrieben: Gebete für Mitternacht seien auch um Mitternacht geschrieben worden, wie er gemäss dem Verlag erklärt. «Echt» seien dabei Sorgen, Hoffnungen, das Glück und das Stellungbeziehen zu den Fragen der Welt – beim morgendlichen Blick in den Spiegel, im überfüllten Bus, beim Geschichte-Test, beim Shoppen im Einkaufszentrum, mit dem Hamburger in der Hand oder beim Streit mit dem besten Freund. Stephan Sigg, geboren 1983, ist Theologe, arbeitet beim Katholischen Mediendienst in Zürich und hat langjährige Erfahrung in Religionsunterricht und kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit. 

Kipa  

Film - Ziemlich beste Freunde
Intouchables – Ziemlich beste Freunde, F 2011, 112 Min., Regie: Olivier Nakache und Eric Toledano, mit: François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny u.a. Läuft in Biel und ab 19. Januar im Cine Bubenberg in Bern
Intouchables – Ziemlich beste Freunde, F 2011, 112 Min., Regie: Olivier Nakache und Eric Toledano, mit: François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny u.a. Läuft in Biel und ab 19. Januar im Cine Bubenberg in Bern

Donnerstag, 19. Januar 2012 / Philippe (François Cluzet) und Driss (Omar Sy) haben so gar nichts gemeinsam, ausser, dass sie beide in Paris leben. Der eine, ein reicher Adliger mittleren Alters, liebt klassische Musik, ist an den Rollstuhl gefesselt und ist rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Der andere, ein junger Arbeitsloser, hält sich mit Gelegenheitsgaunereien über Wasser, ist frisch aus dem Gefängnis entlassen, chaotisch, ruppig und lebensfroh. Die Wege der beiden kreuzen sich, als Driss zu einem Vorstellungsgespräch als Pfleger bei Philippe auftaucht. Den Job zu bekommen, ist alles andere als Driss‘ Ziel, braucht er doch nur die Bewerbungsbestätigung für das Arbeitsamt, damit er endlich Arbeitslosengeld beziehen kann. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass er alles unternimmt, um einen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Erstaunlicherweise findet Philippe sein Gegenüber aber hochinteressant und stellt Driss per sofort als persönlichen Pfleger ein. Was zu Beginn in einer Katastrophe zu enden droht, entwickelt sich zum Erstaunen aller nach und nach zu einer tiefen Freundschaft, von der alle Beteiligten nur profitieren können. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit, am Ende wird eine kurze Aufnahme des echten Philippe Pozzo di Borgo und seines Freundes Abdel Yasmin Sellou gezeigt. Ein überaus berührender Film.

 com/Andreas Krummenacher  

Film - Vergessene Träume

Donnerstag, 19. Januar 2012 /  In der Chauvet-Höhle in Südfrankreich befinden sich die ältesten derzeit bekannten Höhlenmalereien und Höhlenzeichnungen der Welt. Die Höhle im Ardèche-Tal wurde erst 1994 entdeckt. Die rund 400 Wandbilder, die man in ihr fand, sind bis zu mehr als 30 000 Jahre alt. Die Höhle ist für jeden Publikumsverkehr gesperrt. Menschlicher Atem verändert die Luftfeuchtigkeit; die Tierdarstellungen und Symbole an den Wänden wären dadurch stark gefährdet. Selbst Wissenschaftler dürfen die Chauvet-Höhle nur zu streng reglementierten Zeiten betreten. Die Höhle besteht aus mehreren Gängen und Sälen. Die Malereien an den Wänden sind nicht durchgängig flächig, vielmehr handelt es sich häufig um Reliefs, auf die die Farben aufgetragen wurden. Schon früh war geplant, einem Filmemacher, stellvertretend für die Öffentlichkeit, den Zugang zur Höhle zu gewähren und ihn für ein symbolisches Honorar von einem Euro die Bilder an den Wänden auf Film bannen zu lassen. Werner Herzog erwies sich als die richtige Wahl: Mit sparsamer Lichtsetzung und handgehaltener Kamera gelingt es ihm nicht nur, die alten Bilder scheinbar in Bewegung zu versetzen. Die von ihm gewählte Darstellung in 3D macht auch die räumlichen Dimensionen im Wortsinne «plastisch». Darüber hinaus nutzt der Regisseur die Plastizität der «bewegten» Felsenbilder zu einem kulturphilosophischen Exkurs über den Ursprung der Filmkunst und Fragen der menschlichen Existenz. Was bedeutet es, Mensch zu sein?

 com   

Zeitschrift - Ferment

Der Wanderhirte

Donnerstag, 12. Januar 2012 / Zwei Winter lang begleitete der Fotograf Paul Joos mit seiner Kamera einen Wanderhirten im Kanton Thurgau. Seine Bilder von einzigartiger Lebendigkeit berichten ohne zu beschönigen von Poesie und Realität, von Frieden und Wirtschaftlichkeit, von Romantik und Härte des Hirtenalltags. Die Texte erzählen von Hirten und Schafen in der Bibel und vom Bild des Hirten und von Schafen, wie sie uns heute in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen begegnen.

 «Hüten und behütet werden», ferment 1/2012 mit Schwarzweiss-Fotos von Paul Joos, 64 Seiten, 9 Franken. Bezug: Pallottiner-Verlag, Postfach, CH-9201 Gossau SG, Telefon 071 388 53 30, www.ferment.ch  

DVD/Blue-Ray - Almanya - Willkommen in Deutschland

Donnerstag, 29. Dezember 2011 / Im Herbst 1964 kam Hüseyin als türkischer Gastarbeiter nach Deutschland. 45 Jahre später will er mit seiner Familie wieder in sein Heimatdorf reisen. Yasemin Samdereli verknüpft in ihrem Feelgood-Movie diese Reise mit Erzählungen zur Geschichte der Migration der Familie. 

Almanya – Willkommen in Deutschland (DVD,Blu-ray), Deutschland (2011), Regie: Yasemin Samdereli. Mit: Fahri Ögün Yardim, Demet Gül, Vedat Erincin, um 20 Franken.

DVD/Blue-Ray - The Way Back

Donnerstag, 29. Dezember 2011 / Jim Sturgess, Colin Farrell, Ed Harris und Saoirse Ronan begeben sich in diesem Film auf eine unglaubliche Reise. Insgesamt sieben Flüchtlinge in Sibirien brechen aus einem Gulag aus und gehen zu Fuss bis nach Indien. Zunächst geht es durch die sibirische Tundra, dann durch die Wüste Gobi und schliesslich über den Himalaya. Grosses Kino, grosse Bilder. Ebenso wie das Buch, auf dem der Film basiert, schafft es Regisseur Peter Weir zu zeigen, dass der menschliche Wille kaum gebrochen werden kann – und beseelte Menschen buchstäblich Berge versetzen können.

The Way Back – der lange Weg (DVD, Blu-ray), USA 2010, Regie: Peter Weir. Mit: Colin Farrell, Mark Strong, Saoirse Ronan. Um 25 Franken.

DVD/Blue-Ray - Tree of Life

Donnerstag, 29. Dezember 2011 / Hier werden die Entstehung des Lebens und die Geschichte der Erde erzählt, mit psychedelischen Bildern aus der Ursuppe, von explodierenden Gestirnen und wabernder Lava. Dazu wird Mahler, Brahms oder Berlioz gespielt. Eigentlich aber geht es um eine amerikanische, gottgläubige Mittelstandsfamilie in den 50er Jahren, mit einem autoritären Vater (Brad Pitt), einer liebevollen Mutter (Jessica Chastain) und drei Söhnen. Verstörend und faszinierend zugleich. Der Sinn des Lebens!

 The Tree of Life (DVD, Blu-ray), USA (2011), Regie: Terrence Malick. Mit: Brad Pitt, Sean Penn, Fiona Shaw, um 25 Franken.

CD - Liebe und Leidenschaft

Donnerstag, 29. Dezember 2011 / Mit ihrer ersten Choral-CD (Music for Paradise)hatten die Zisterziensermönche des Stiftes Heiligenkreuz im Wienerwald einen Riesenerfolg.Sie gingen mit ihren 1000 Jahre alten Gesängen in England in die Top-Ten der Pop-Charts, erhielten Platin in England und Deutschland, Gold unter anderem in der Schweiz und führten wochenlang die Billboard-Charts in den USA an. Fernsehdokumentationen wurden gedreht, die singenden Mönche sind ein Phänomen. Für die Mönche selber ist ihr Gesang heilig, er sei gesungenes Gebet, in dem viel Kraft stecke. Das zumindest ist die Überzeugung des Chorleiters Pater Karl Wallner. Einladungen grosser Musikfirmen haben sie abgelehnt, obwoh lsehr viel Geld angeboten wurde, um eine zweite CD aufzunehmen. Kurzerhand haben sie nun selber eine Produktionsfirma gegründet und ihre zweite CD «Chant – Amor et Passio» produziert. Zunächst war gedacht, die neue CD bloss im Klostershop zu verkaufen.Die Nachfrage war aber so enorm, dass den Mönchen nichts anderes übrig blieb, als die CD professionell und weltweit vertreiben zu lassen. «Amore et Passio» beinhaltet erneut Gregorianischen Choral in seiner reinen, meditativen Form. Einige Stücke werden vom luxemburgischen Pianisten David Ianni begleitet. Der Titel «Liebe und Leiden(schaft)» bezieht sich auf die Gesänge, die vom Leiden, Sterben und Auferstehen Christi handeln. «Wir wollen den Menschen Freude machen, Kraft geben, sie mit dem lieben Gott verbinden, der Ruhe und Frieden ist. Und der uns liebt! Und dafür wollen wir Werbung machen», so Pater Karl.

Andreas Krummenacher / com

Buch - Ach die Liebe
Erwin Koch, Was das Leben mit der Liebe macht, Corso / Groothuis, Lohfert Verlagsgesellschaft, Hamburg 2011, 132 Seiten, 32 Franken.
Erwin Koch, Was das Leben mit der Liebe macht, Corso / Groothuis, Lohfert Verlagsgesellschaft, Hamburg 2011, 132 Seiten, 32 Franken.

Donnerstag, 22. Dezember 2011 / Erwin Koch ist ein Superstar unter den Journalisten. Er schreibt Geschichten und Reportagen für die Neue Zürcher Zeitung, die Süddeutsche oder die Frankfurter Allgemeine. Mehrfach wurde er ausgezeichnet. Geboren ist er im luzernischen Hitzkirch. 1956 war das. Es kommt vor, dass Erwin Koch seine Geschichten in Buchform veröffentlicht. Seine Sprache ist nüchtern. Karge, sparsame Sätze. Dieser Stil macht aus dem Journalisten einen Literaten. In seinem neuen Buch schildert Koch neun Lebens- und Liebesgeschichten. Keine Geschichte ist erfunden, heisst es im Nachwort. Jede Geschichte entspringe realen Begegnungen. Erwin Koch erzählt diese Liebesgeschichten schnörkellos, auf nur wenigen Seiten. Es sind traurige Geschichten. Was muss die Liebe aushalten, wenn sie vom Leben gefordert ist: Was wird aus ihr, der Liebe, wenn sie vom Schicksal bedrängt wird, von Armut, Alter, Krankheit, Behinderung? Was wird, wenn der Schein trügt? Erwin Koch wertet nicht, er psychologisiert nicht. Und doch gehen einem die Schicksale nicht mehr aus dem Kopf. Die Geschichten sind häufig überraschend, schockierend, verrückt, irgendwie traurig oder wunderbar. Und dabei immer berührend. Erwin Koch erfindet nichts, phantasiert nicht darüber hinaus. Die Antworten muss man selbst finden. Noch selten hat ein Autor auf diese Weise über die Liebe – oder darüber, was die Menschen für Liebe halten – geschrieben. 

Andreas Krummenacher  

Buch: Siebzig Gesichter der Schrift
Schweizerisches Katholisches Bibelwerk (Hrsg.), Die siebzig Gesichter der Schrift. Auslegung der alttestamentlichen Lesungen – Lesejahr B, Paulusverlag Freiburg i. Ue. 2011, 304 S., 32 Franken.
Schweizerisches Katholisches Bibelwerk (Hrsg.), Die siebzig Gesichter der Schrift. Auslegung der alttestamentlichen Lesungen – Lesejahr B, Paulusverlag Freiburg i. Ue. 2011, 304 S., 32 Franken.

Donnerstag, 22. Dezember 2011 / «Die Schrift nicht kennen, heisst Christus nicht kennen», formulierte der heilige Hieronymus. Und mit der «Schrift» meinte er das «Alte Testament». Diese «Bibel Jesu» kommt in unseren gottesdienstlichen Lesungen zwar zur Sprache. Allerdings wird sie noch immer viel zu selten ausgelegt. Ausserdem wird oft vergessen, dass die «Schrift» ja nicht nur von Christen, sondern bereits viel länger schon im Judentum ausgelegt wurde. Davon können Christen etwas lernen. Die vorliegenden Lesungsauslegungen, die von einem Projektteam des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks erarbeitet wurden, wollen nicht nur eine Ermutigung für Predigerinnen und Prediger sein, wieder einmal die alttestamentliche Lesung zum Thema zu machen. Sie geben auch allen Interessierten wertvolle Anregungen für die private Bibellektüre. Am Projekt mitgearbeitet hat auch der Inselspitalseelsorger André Flury.

 com  

Internet - Kirchengucker

Donnerstag, 22. Dezember 2011 / Kirchen sind Gotteshäuser und Anziehungspunkte für Gläubige und Reisende. Oft sind Kirchen die bedeutendsten Bau- und Kunstdenkmäler eines Ortes. Deshalb gibt es jetzt für alle Kirchenliebhaberinnen und Kirchengucker eine neue Seite im Internet: www.kirchengucker.de. Neben schönen Bildern finden sich bei den einzelnen Kirchenporträts viele wichtige Informationen zu Ortsangaben, Besichtigungs- oder Gottesdienstzeiten. Zudem kann jeder selber mitmachen und seine Lieblingskirchen oder seine Kirche vor Ort anderen Kirchenguckern zeigen. Das wäre dringend nötig, ist für den Kanton Bern doch erst die christkatholische Kirche St. Peter und Paul verzeichnet.

com/Andreas Krummenacher

Hinweis: www.kirchengucker.de  

Film - "Eine ruhige Jacke"
«Eine ruhige Jacke», Schweiz 2010, Dokumentarfilm mit Roman Dick und Xaver Wirth. Filmwebsite: www.romanfilm.com Kinostart: 22. Dezember
«Eine ruhige Jacke», Schweiz 2010, Dokumentarfilm mit Roman Dick und Xaver Wirth. Filmwebsite: www.romanfilm.com Kinostart: 22. Dezember

Donnerstag, 15. Dezember 2011 / «Was würde dir helfen, wenn du dich dünnhäutig fühlst?», fragt Xaver einmal. «Eine ruhige Jacke anziehen», schreibt Roman. Der autistische Roman lebt in seiner andersartigen, poetischen und für Aussenstehende gelegentlich verstörenden Welt. Radikal unvoreingenommen, ohne Kommentar, begleitet die Kamera den 26-Jährigen. Roman mag gefilmt werden, ja flirtet mit der Kamera. Sprechen aber tut er nicht. «Autisten sind eigentlich sehr moderne Menschen », macht der Betreuer Xaver Wirth gleich zu Beginn des Films klar. Denn sie unterwerfen sich ungern einem fremden Willen. Die Beziehung von Xaver und Roman ist ein ständiger Balanceakt zwischen Nähe und Distanz, zerbrechlich, intensiv und von Ungewissheit geprägt. 

Brigitta Rotach, Kulturjournalistin 

Film - "Habemus Papam"

Prophetisches Gleichnis

«Habemus Papam», I/F 2011, Regie: Nanni Moretti, mit: Michel Piccoli, Jerzy Stuhr, Renato Scarpa; www.habemuspapam.it. Kinostart: 8.  Dezember.
«Habemus Papam», I/F 2011, Regie: Nanni Moretti, mit: Michel Piccoli, Jerzy Stuhr, Renato Scarpa; www.habemuspapam.it. Kinostart: 8. Dezember.

Mittwoch, 07. Dezember 2011 / Der italienische Regisseur Nanni Moretti meditiert in seinem neuesten Film «Habemus Papam» über einen Mann, der nicht Papst sein möchte, und dessen Psychiater. Das mag manche Südländer beleidigen. Doch nördlich der Alpen lässt sich das mehrheitlich überzeugende Werk als prophetisches Gleichnis lesen, welches die humanen Möglichkeiten der vatikanischen Monarchie freilegt. Der Film setzt mit Bildern ein, in denen die römisch-katholische Kirche ihre Pracht majestätisch inszeniert. Ein Papst wird zu Grabe getragen, der Petersplatz ist «präglet voll». Die Kardinäle rücken ins Blickfeld, ältere Herren allesamt. Sie müssen einen Nachfolger für den Verstorbenen wählen. Doch derjenige, den sie dann küren, Kardinal Melville (brillant gespielt vom 86-jährigen Michel Piccoli) kapituliert, kurz bevor er sich erstmals auf der Loggia den Gläubigen zeigen soll. Nun droht den Kardinälen Gruppenhaft auf engstem Raum. Denn frei kommen sie erst, wenn sie der Welt einen neuen Papst verkünden können. Darum engagieren sie ihren ärgsten Gegner und Konkurrenten, einen atheistischen, freudianischen Psychiater (den Regisseur Moretti selbst verkörpert). Im Beisein der Kardinäle soll Melville diesem sein Inneres offenbaren. Das überfordert beide Herren. Nun wollen vatikanische Hofschranzen der Öffentlichkeit verbergen, dass der neu gewählte Papst sich vor dem Amt fürchtet. Allein, dieser hält sich nicht an ihre Vorgaben. Er reisst aus dem Vatikan aus und taucht in Welten zurück, aus denen er sich Jahrzehnte zuvor zurückgezogen hatte, und fällt schliesslich eine Entscheidung. Sicher, einige Kirchenkreise und Medien empörten sich darüber, dass in diesem Film ein Papst auftritt, der sich seinem neuen Amt nicht gewachsen fühlt. Doch nur, wer noch derart heidnisch geprägt ist, dass er im Papst einen Gottkönig in der Nachfolge römischer Cäsaren sieht, dürfte sich von Morettis Papst- Bild beleidigt fühlen. Und sicher, «Habemus Papam» wirkt stellenweise überladen. Zu viele Themen sind in die Erzählung eingeflochten und (wie zum Beispiel Melvilles Theater-Nostalgie) zu wenig mit der Haupt-Handlung verknüpft. Doch insgesamt liefert der Film, ohne grell oder giftig zu werden, hellsichtige Zeitdiagnosen. In Morettis Seelenarzt spiegeln sich die Eitelkeiten und Grenzen heutiger Psychiatrie. Der Doktor ist kaum zu Selbstkritik fähig. Und wie ihm sein prominenter Patient davonläuft, irrlichtert er als Entertainer aufgeblasen zwischen den Kardinälen umher. Und das Vatikan-Bild, das Moretti fast zärtlich entwirft, besitzt ein grosses humanes Potenzial. Wie etliche verkrampfte Kardinäle im Film allmählich heiter werden, dies könnte doch auch reale Purpurträger auflockern, die sich angstvoll hinter ihren theologischen Mauern verbarrikadiert haben. Und Melville erinnert eher an Papst Johannes XXIII. als an einen Scharfrichter, der einst seine Gegner landauf landab verbissen bekämpfte. Er zeigt sich lernfähig. Auf seinem Ausflug durch Rom lässt er sich von sogenannt einfachen Menschen beschenken. Sie sind es, die ihn weiterbringen. So ist der Film nicht nur ein Gleichnis über einen Monarchen, der an der Macht zweifelt, sondern auch ein prophetisches Plädoyer dafür, dass die Amtskirche sich bewegt und die Stimmen und Gesten der Menschen, für die sie dazusein vorgibt, ernst nimmt.

P. Franz-Xaver Hiestand SJ   

Internet - Religionslandschaft Schweiz

Donnerstag, 01. Dezember 2011 / Schweiz Tourismus bietet in Zusammenarbeit mit kirchlichen Kommissionen eine Übersicht über die verschiedenen Religionen in der Schweiz an. Diese enthält  konkrete Informationen zu bedeutenden religiös-historischen Orten, Wallfahrtsorten, Gemeinschaften, Bräuchen und zur Religionsgeschichte der Schweiz. In- und  ausländische Gäste finden hier Näheres zu den religiösen Verhältnissen an ihrem  Aufenthaltsort, zu religiösen Bräuchen und Ausflugszielen. Anhand konkreter Informationen und Links lassen sich individuelle Reisen durch die Religionslandschaft  der Schweiz zusammenstellen. Bischof Norbert Brunner, Präsident der  Schweizerischen Bischofskonferenz: «So abwechslungsreich die Geografie der  Schweiz ist, so vielfältig ist ihre Religionslandschaft. Die neue Internetseite zeigt dem Besucher die abwechslungsreichen Facetten dieser Landschaft: die Eigenheiten der verschiedenen Konfessionen und Religionen; der Reichtum vor allem der  christlichen Kulturgüter; die Vielfalt der Wallfahrtsorte und die Traditionen der  Volksfrömmigkeit.»
Das Projekt «Religionslandschaft Schweiz» wurde von der Kommission Kirche und  Tourismus SEK (reformiert) und der Kommission für Tourismus-, Freizeit- und  Pilgerseelsorge (katholisch) im Jahr 2007 in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus  lanciert. SBK.

com/Jürg Meienberg

www.religionslandschaft.ch

Film - Die Chroniken von Narnia - Die Reise auf der Morgenröte

 

 

Läuft in den Kinos in Bern, Burgdorf, Langenthal, Lyss, Spiez und Thun "Die Chroniken von Narnia – Die Reise auf der Morgenröte"
Läuft in den Kinos in Bern, Burgdorf, Langenthal, Lyss, Spiez und Thun "Die Chroniken von Narnia – Die Reise auf der Morgenröte"

Donnerstag, 23. Dezember 2010 / Die Fantasy-Figuren aus Narnia bevölkern wiederum die Imagination des Kinos in der Weihnachts- und Neujahrszeit. Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Bösen, das durch grünen Nebel symbolisiert wird und seine Existenz auf einer unbekannten Insel in den südlichen Meeren fristet. Lucy und Edmund Pevensie besteigen zusammen mit ihrem ungläubigen Cousin ein Schiff mit dem poetischen Namen «Morgenröte» und folgen einem blauen Stern.
Dieser führt sie zu dem Ort des Schreckens, wo die drei Kinder schreckliche Versuchungen überstehen müssen. Die alles verschlingende Riesenschlange aus dem Meer ist nur eine davon. Vieles erinnert an die christliche Symbolwelt, nicht zuletzt die Gestalt des messianischen Löwen Aslan.

Der Autor des siebenteiligen Narnia-Zyklus C. S. Lewis hat zahlreiche christlich- religiöse Verweise in die Erzählung eingebaut: Der Kampf zwischen Gut und Böse, Schuld und Versöhnung, Ethik des Handelns, Tod und Auferstehung. In der Vorweihnachtszeit scheint das Bedürfnis beim Kinopublikum nach einer mythologischen Wurzelbehandlung besonders gross zu sein. Sowohl die Welt von Narnia als auch das Universum von Harry Potter sind Versuche, die entzauberte Welt wieder mit magischen Kreaturen und Sinndeutungen zu füllen. Bei «Harry Potter 7» und «Narnia» geht es um die Erklärung für das Böse in der Welt und die Hoffnung, dass diese Macht kontrolliert werden kann. Wenn es doch so einfach wäre, das Böse mit magischen Kräften aus der Welt zu schaffen!

Charles Martig Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst

«Die Chroniken von Narnia – Die Reise auf der Morgenröte», USA 2010, Regie: Andrew Adamson. Mit: Tilda Swinton u.a. Foto: 2010 Twentieth Century Fox Film Corporation.  

Buch - Das Beste im Leben ist umsonst

Donnerstag, 23. Dezember 2010 / Götti oder Gotte zu sein, ist wohl eine der dankbarsten Aufgaben. Lebenslang noch dazu. Die grosse Bedeutung liegt offiziell darin, die menschliche und «religiöse Entwicklung des Täuflings zu begleiten» und die Eltern zu unterstützen. Doch welche christlichen Werte und Traditionen sollte man in der heutigen Zeit der nächsten Generation vermitteln? Dieser Frage stellen sich prominente Deutsche wie Margot Kässmann, Anselm Grün, Kardinal Karl Lehmann, Karl-Theodor zu Guttenberg oder Annette Schavan in sehr persönlichen, emotionalen Briefen an ihr Patenkind.

Nina Ruge, die Herausgeberin des Bandes «Das Beste im Leben ist umsonst», sieht in diesen Botschaften eine faszinierende «Momentaufnahme der geistig-moralischen Verfassung unserer Gesellschaft». In einfacher Sprache geben die Briefe verschiedene Wegbeschreibungen und die Essenz unterschiedlicher Glaubenserfahrungen aus Ost und West wieder. Sie zeugen allesamt von einer Sorge nicht nur für den äusseren Weg des Erfolges und des damit verbundenen Berufes, sondern vor allem für den geistigen und spirituellen Lebensweg des Patenkindes.

com/Andreas Krummenacher

Nina Ruge / Christoph Schommer (Hg.), Das Beste im Leben ist umsonst. Der Lebensbegleiter. St. Benno-Verlag, Leipzig 2010, 128 Seiten, 17.50 Franken.  

Internet - Glücksmoment

Donnerstag, 23. Dezember 2010 / Jeweils im Dezember präsentiert die Video- Plattform YouTube die beliebtesten Filme des Jahres. Ganz vorne platziert ist ein Musikvideo der amerikanischen Band «OK go». Die vier jungen Musiker haben dafür eine irrwitzige Kugelbahn gebaut. Das Video vermittelt pure Lebensfreude und damit eigentlich nichts weniger als den Sinn des Lebens. Keine Frage also, wieso sich bisher 20 Millionen Menschen dafür interessierten.
Das Video gibt es hier zu sehen: www.glaubenssache-online.ch

Andreas Krummenacher 

Buch - Verwundete Engel

Mittwoch, 15. Dezember 2010 / Für Jesus stehen die Menschen am Rande der Gesellschaft im Zentrum. Sehr viel von dieser Spiritualität ist im vorliegenden Buch zu spüren. Sepp Riedener und Fridolin Wyss, früherer beziehungsweise aktueller Leiter der kirchlichen Gassenarbeit Luzern, veröffentlichen hier einige ihrer «Worte zum Sonntag». Gleich wie die kurzen Texte von Petrus Ceelen, einem ehemaligen Gefangenenseelsorger und Aidspfarrer, sind sie besinnlich und herausfordernd. Die zumeist farbigen Illustrationen sind ebenfalls Werke von Armutsbetroffenen. Wer Texte und Bilder auf sich wirken lässt, sieht Menschen am Rande mit neuen Augen.

Walter Ludin  

Petrus Ceelen, Sepp Riedener, Fridolin Wyss: Verwundete Engel. Begegnungen mit Menschen am Rand. Rex Verlag. 151 S., Fr. 28.20.

Broschüre - Energieschub

Mittwoch, 15. Dezember 2010 / «Was dürfen wir mit der Erde tun? Wie weit dürfen wir über natürliche Rohstoffe verfügen? Wie weit müssen wir auf die Ressourcenknappheit reagieren und unser Verhalten verändern? » Zu diesen brisanten Fragen stellt die Arbeitsgruppe Christen und Energie ACE eine neue Broschüre vor. In der Arbeitsgruppe arbeitet u.a. Pius Segmüller, CVP-Nationalrat, mit. Die Arbeitsgruppe beteiligt sich seit 1984 an der Gestaltung der Schweizer Energiepolitik. Sie versucht nach eigenen Angaben das Ideale nach der Leitlinie «Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung» mit dem Realen, den konkreten Begebenheiten in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu verbinden. In der neuen Broschüre «Ethik und Strom 2020» werden neben anderem die Energie- Erzeugungsarten an 12 Kriterien gemessen. Aufgrund dieser Bewertung hält die Arbeitsgruppe die Wasserkraft und die Kernenergie für sehr empfehlenswert, die Energiegewinnung mit Gas und Sonne dagegen weniger.

Ein Energieschub für kontroverse Diskussionen. Broschüre: Ethik und Strom 2020. Gratisbezug: Arbeitsgruppe Christen + Energie, Postfach, 8040 Zürich, Tel. 043 960 70 61
www.christenenergie.ch

Jürg Meienberg 

Film - The Road

Ein düsterer Film mit einem wunderbar hoffnungsvollen Schluss. Was ist menschlich?

Mittwoch, 08. Dezember 2010 / Ein Endzeitszenario der besonderen Art: Der Himmel ist grau, Erdbeben sind an der Tagesordnung. Die Wälder sind abgeholzt und Tiere sind ausgerottet. Vater und Sohn ziehen durch ein zerstörtes Amerika. Sie kommen an leeren Häusern und unbefahrenen Autostrassen vorbei. Doch das eigentlich Furchterregende ist nicht die Natur im Endstadium, sondern die Menschen. Sie werden untereinander zu Wölfen. Der Vater schützt seinen Sohn vor dieser lebensfeindlichen Welt um jeden Preis.

Wie kann ein Kind in dieser Hölle überleben? Diese Frage stellt der Film eindringlich und folgt dem gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy. Unterbrochen wird diese düstere Welt nur von den Erinnerungen und Träumen des Vaters – sehr eindringlich verkörpert von Viggo Mortensen. Er imaginiert das Leben mit seiner Frau, wobei die Erinnerungen von warmen Farben durchströmt sind. Die Liebe ist immer noch präsent und die Wärme dieses Lichts erhält den Vater am Leben. Er erklärt dem Sohn, dass er die «Flamme» im Herzen aufrecht erhalten soll. Dieser Lebensfunke ist mehr als ein Versatzstück des Hollywoodkinos. Überzeugend wird der Glaube an ein besseres Leben – wider alle Faktizität – inszeniert. Das Kind erscheint dabei als «Engel»oder als «Gott», das die Leerstelle in dieser lebensfeindlichen Welt darstellt.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst

Buch: Cormac McCarthy: Die Strasse, Rowohlt 2008, Franken 14.50. Hörbuch: Cormac McCarthy: Die Strasse, ungekürzt gelesen von Christian Brückner, 6 CDs, 462 Minuten, Parlando Verlag, Franken 49.90.

Internet - Online-Adventskalender

Mittwoch, 08. Dezember 2010 / Die Katholische Kirche in Deutschland hat einen sehr abwechslungsreichen Adventskalender ins Netz gestellt. Da gibt es Bilder und absurde Bräuche, da gibt es Videos über Bewegungsverrückte im Altersheim, da gibt es Geschichten über Nesthocker und andere skurrile Gestalten. Ein vorweihnächtlicher Reigen interessanter Information, spannender Unterhaltung und tiefgründiger Spiritualität, das allerdings einmal etwas anders verstanden.

Willkommen im Leben

Film - Des Hommes et des dieux

Leise Propheten

"Des Hommes et des dieux" läuft ab dem 16. Dezember im Kino

Foto: www.frenetic.ch
Foto: www.frenetic.ch

Mittwoch, 01. Dezember 2010 /  Der Dialog zwischen Christen und Moslems wird noch lange dornenvoll sein und immer  wieder Rückschläge erleiden. Doch der in  Frankreich überraschend erfolgreiche Film  «Des hommes et des dieux» des französi-  schen Regisseurs Xavier Beauvais zeigt eine  christliche Perspektive auf, die vorerst schockiert,  aber längerfristig zu tiefgreifenden  Verwandlungen im Verhältnis zwischen beiden  Religionen führen dürfte. Er schildert  glaubwürdige Katholiken, die in Solidarität mit  armen Muslims im Grenzgebiet zwischen  Islam und Christentum ausharren, ermordet  werden und gerade dadurch von Glauben,  Hoffnung und Liebe Zeugnis ablegen. Beauvais  erinnert an eine wahre Geschichte. Am 27.  März 1996 wurden sieben französische Trappisten-  Mönche von algerischen, islamistischen  Terroristen entführt. Zwei Monate  später wurden ihre Köpfe gefunden. Die  Umstände des Massakers liegen indes bis  heute im Dunkeln.  Beauvais Film kümmert sich jedoch nicht um  die politische Tragweite des Dramas, sondern  zeichnet die innere Entwicklung der einzelnen  Trappisten und der ganzen Mönchsgemeinschaft  nach. Anfangs schildert er ausführlich,  wie die Mönche, die nach einer der strengsten  Regeln der katholischen Kirche leben, in der  kargen Natur beten und der Zivilbevölkerung  dienen, während diese unter den bürgerkriegsähnlichen  Bedingungen leidet. Hervorragend  agiert dabei insbesondere der Schauspieler  Michael Lonsdale, welcher den alten  Bruder Luc, der als Arzt die Menschen der  umliegenden Dörfer pflegt, verkörpert. Dann  steigt die Spannung. Bis die Islamisten ins  Kloster eindringen, ist es, das wird spürbar,  nur eine Frage der Zeit. Tatsächlich kommt es  ausgerechnet am Heiligabend zu einer ersten  Konfrontation zwischen Terroristen und Trappisten.  In der Folge müssen sich die Mönche  entscheiden, ob sie im Konfliktgebiet bleiben  wollen.  Einprägsame Dialoge und Bilderfolgen, häufig  unterbrochen von liturgischen Gesängen,  verdeutlichen, wie jeder Einzelne mit der Frage  ringt, ob er gehen oder bleiben soll. Einmal  kreist ein Armee-Hubschrauber, einem Todesschatten  gleich, unerträglich lange über den  Mönchen. Sie antworten darauf mit ihren Psalmen  des Lebens. Schliesslich bleiben die  meisten um der Zivilbevölkerung willen im  Kloster. Der Karfreitag und Ostern nahen, als  die Terroristen zurückkehren.  Der Schweizer Filmkritiker Michael Sennhauser  charakterisiert das Werk, das in Cannes mit  dem Grossen Preis der Jury ausgezeichnet  wurde, leicht herablassend als «rechtschaffenen  Film über rechtschaffene Menschen», der  wie der Katechismus bloss rhetorische Fragen  stelle und die Antworten gleich mitliefere. –  Wie blasiert darf sich eigentlich jemand über  ein Kunstwerk äussern, das formal überzeugend  vorführt, wie einfache Menschen in einer  gewaltgetränkten Situation aus ihrem Glauben  heraus leise und prophetisch ans Äusserste  gegangen sind, vorgelebt haben, wie das  Zusammenleben zwischen Christen und Moslems  gelingen könnte, und dafür umgebracht  wurden?  Der Vorgesetzte der Gemeinschaft, Christian  de Chergé (gespielt von Lambert Wilson), hat  nach dem ersten Eindringen der Terroristen  einen Abschiedsbrief verfasst, der posthum  veröffentlicht wurde und im Film eingeblendet  wird. «Im Hinblick auf alles, was ich erhalten  habe, glaube ich hier», im Islam Algeriens  «so oft den klaren Leitgedanken des Evangeliums  wiederzufinden», notierte de Chergé.  Eindrücklicher kann die Wertschätzung für  eine andere Religion kaum formuliert werden.  Der Filmtitel «Des hommes et des dieux»,  welcher dem Psalm 82 entnommen ist, legt  nahe, dass mitunter Menschen durch die Art,  wie sie leben und sterben mussten, Göttliches  ausstrahlen.

Franz-Xaver Hiestand SJ    

CD - Der Nussknacker

Weihnachtswunderland

Der Nussknacker neu eingespielt von den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle

Mittwoch, 24. November 2010 / Simon Rattle – Chef der Berliner Philharmoniker– ist ein Klangmagier. Jetzt dirigiert er PeterTschaikowskys Ballett «Der Nussknacker» in einer wundervollen Gesamtaufnahme. Das abendfüllende Werk geht weit über die beliebte Nussknacker-Suite hinaus, einem der grössten Hits der klassischen Musik zur Weihnachtszeit. Simon Rattle verleiht dem Werk neuen, wundervollen Glanz.
Die Geschichte des Nussknacker spielt am Weihnachtsabend: Alles schläft im Haus des Präsidenten Silberhaus, aber die kleine Tochter Klara wird um Mitternacht von eigenartigen Geräuschen aus dem Salon geweckt. Dort sind die Spielzeuge zum Leben erwacht:Der Nussknacker kämpft mit einer Armee Soldaten gegen den Mausekönig und seine Truppen. Klara besiegt den Mausekönig, der Nussknacker verwandelt sich in einen Prinzen, und zum Abschluss gibt es ein grosses Fest, an dem selbst Süssigkeiten teilnehmen.

Internet - Online-Adventskalender
Bild: cc, le max, flickr.com
Bild: cc, le max, flickr.com

Mittwoch, 24. November 2010 / Es gibt sie zu Tausenden, Adventskalender im Internet. Gute Projekte sind meistens selten. Anders der Online-Adventskalender der Evangelischen Kirche Deutschlands. Alles hat seine Zeit, verkündet er auf derWebseite. Will heissen: Der erste Advent beginnt nicht schon im Oktober mit der Weihnachtsdekoration in den Läden. Advent ist im Dezember! Und weiter: «Es tut gut, mit abgegrenzten Zeiten, mit Rhythmen, die unser Leben gliedern, zu leben. Sie geben Zeit zum Aufatmen, sie geben der Seele Raum zum Innehalten und Entspannen. »Ein spannendes, hintergründiges Projekt:www.advent-ist-im-dezember.de



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