Donnerstag, 10. Mai 2012 / „Glaubten die Höhlenmenschen auch schon an Gott?“ – fragte kürzlich ein Kind im Religionsunterricht. Es entwickelte sich eine spannende Diskussion.
„Damals begann man den Namen Gottes anzurufen“ – erwähnt das Buch Genesis in seinem vierten Kapitel, bei dem es um die Nachkommen von „Adam“ und „Eva“ geht.
Die ersten Kapitel des Buches Genesis sind sogenannte „Urgeschichten“. Sie sind nicht historische Berichte, die erzählen, was ganz zuerst bei den ersten Menschen geschehen ist. Sie erzählen vielmehr, was grundlegend für alle Menschen gilt, was die Basis ist (zum Glück berufen und gleichzeitig scheiternd, von Gewalt getrieben und gleichzeitig beschützt und bewahrt, zur Gemeinschaft berufen sich verletzend und missverstehend usw.). „Damals begann man den Namen Gottes anzurufen“. Die Verbundenheit mit Gottes Geheimnis wird festgehalten noch bevor ein Volk auf den Plan tritt, bevor eine organisierte Religion erwähnt ist, noch bevor es Kirche oder eine andere religiöse Gemeinschaft gibt. Die Unmittelbarkeit eines jeden Menschen zu Gott ist biblisches Grunddatum.
Felix Klingenbeck


Felix Klingenbeck ist seit 2008 Pfarreileiter in der Pfarrei St. Johannes Münsingen.


Drucken