Taufe

Die Geburt eines Kindes ist eine ganz besondere Erfahrung. Als Eltern bekommen Sie eine wichtige Aufgabe: Als Angehörige und Freunde nehmen Sie Anteil an dieser Verantwortung.

Für die römisch-katholische wie auch für die christkatholische und die reformierte Kirche ist die Taufe ein Sakrament. Mit der Taufe wird das Kind in die weltweite Kirche von Jesus Christus aufgenommen. Daher wird die Taufe nicht wiederholt, wenn ein getaufter Christ sich später einer anderen Konfession anschliessen möchte.

In den drei Landeskirchen werden üblicherweise Kinder getauft. Die Bedeutung des Taufsakraments geht über ein Willkommensritual hinaus und stellvertretend für den Täufling bezeugen die Eltern, Patinnen und Paten den Glauben an Gott, an den Tod und die Auferstehung Jesu und die Sendung des Heiligen Geistes.

Theologisch gilt die Taufe auch als Tag des Dankens. Im Wissen darum, dass menschliches Leben nicht machbar ist, wird das Kind als kostbares Geschenk wahrgenommen, das Gott den Eltern anvertraut hat und für das sie ihm mit der Tauffeier danken.

Taufe wird gefeiert, seit es überhaupt Kirchen gibt. Sie verbindet uns mit den Glaubenden, die vor uns gelebt haben und die nach uns leben werden. Im Laufe der Kirchengeschichte wurden je nach Kontext und Tradition spezielle Aspekte ihrer Bedeutung hervorgehoben. Die Art und Weise, wie sie gefeiert wurde und wird, hängt auch von diesem Kontext ab. In unseren Landeskirchen ist die Kindertaufe üblich. Sie beruht auf einer alten, für römisch-katholische und christkatholische Christinnen und Christen verbindlichen, kirchlichen Tradition.

Obwohl die Kindertaufe das Übliche ist, schliessen die Kirchen die Erwachsenentaufe nicht aus. Sie respektieren, wenn Eltern die Entscheidung zur Taufe ihren Kindern überlassen wollen, und sie empfangen auch Menschen, die erst später im Leben zum christlichen Glauben kommen.