Das alte Kirchenjahr ist beendet. Ein Neues beginnt ab dem 1. Advent 2025. Diese kurze Zwischenzeit fühlt sich an wie jene in der römisch-katholischen Kirche jetzt: Die alten Strukturen und Handlungen in der Kirche wurden von den Änderungen unseres Lebens und der veränderten Gesellschaft in den Ländern der ersten Welt überholt. Die Kirche will in etwas Neues aufbrechen, eintauchen in das Bild des Theologen Franz Nocke: ‚Da wird die verheissene, neue Stadt gemeinsam mit Gott gebaut; alle Menschen hauen Steine und schichten sie auf. Am Ende des Tages und Gottes Werkes erkennt der Einzelne aber „seine Steine“ in der neuen Stadt‘. Georges Schwickerath, in seiner Funktion als Mitglied des Leitungsteams in der Pastorale der katholischen Kirche Biel und Umgebung, skizzierte Nockes Bild der Hoffnung zu Beginn der Sitzung des Landeskirchenparlaments vom 22. November 2025 in Christ-König. Wir alle seien aufgerufen mitzubauen an der „neuen Kirche“. Und weiter: „Dem Bischof ist es ernst“ im Wissen um den Kulturwandel und dem Fakt, dass die Meinung der Institutionellen Kirche dazu nicht mehr gefragt sei, führt Schwickerath weiter aus.
100'000 Franken für Change-Prozess
Die Sitzung des Landeskirchenparlaments stand in den folgenden Stunden unter dem Motto des „Transformationsprozesses der katholischen Kirche im Kanton Bern“. Wie in der Medienmitteilung von Dr. Charles Martig, Verantwortlicher Kommunikation der Landeskirche Bern, beschrieben wurde: „Die Formen der Pastoral, die Strukturen und die Aufgaben der Kirche müssen sich für die Zukunft neu ausrichten“. Genau dazu seien höhere Aufwendungen nötig. Nicht genau definiert wurde in dieser Sitzung, welche Projekte realisiert würden, um sinnvolle Veränderung herbeizuführen. Doch am 22. November 2025 wurden 100'000 Franken vom Parlament der Landeskirche für einen „Change-Prozess“ der katholischen Kirche des Kantons Bern zugesprochen.
Haus der Religionen
Ebenso wurde vom Parlament der römisch-katholischen Landeskirche gebilligt, dem Verein „Haus der Religionen“, welcher ein „Ort des Dialogs der Kulturen“ und eine „Begegnungsstätte der Religionen“ ist, den Betriebsbeitrag von jährlich 30'000 auf 50'000 Franken zu erhöhen. Ebenso werde eine Leistungsvereinbarung für die Zeit von 2026 bis 2031 vereinbart.
Budget 2026
Das Parlament der Landeskirche hat das Budget 2026 verabschiedet. Bei Einnahmen von 21,57 Millionen Franken und Ausgaben von 21,33 Millionen Franken weist das Budget einen Mehrertrag von 237'787 Franken aus.
Beitrag: Christian Grass
Foto: Niklaus Baschung