SOZIALES ENGAGEMENT

«DIE KIRCHE MUSS IHRE GUTEN TATEN BESSER DARSTELLEN», SAGT MARIO NOBS, PRÄSIDENT DES RESSORTS DIAKONIE IN DER KIRCHGEMEINDE BIEL UND UMGEBUNG.

«DIE KIRCHE MUSS IHRE GUTEN TATEN BESSER DARSTELLEN», SAGT MARIO NOBS, PRÄSIDENT DES RESSORTS DIAKONIE IN DER KIRCHGEMEINDE BIEL UND UMGEBUNG. HIER STELLT ER DIE UNTERKOMMISSION «SOZIALES» VOR.

Was genau ist die Aufgabe der Unterkommission «Soziales»?

Mario Nobs: Zusammen mit der Unterkommission «Eine Welt» bildet sie den Bereich Diakonie in unserer Kirchgemeinde. Sie widmet sich zweier Aufgaben: Der Einzelfallhilfe und der Unterstützung von Organisationen. Für die Einzelfallhilfe stehen uns CHF 25'000.-- zur Verfügung. Jährlich rund 25 Gesuche von Menschen, die in einer Notlage sind, behandeln wir in der Kommission und unterstützen diese nach klaren Richtlinien. Mit unserer Anteilnahme wollen wir einen Antrieb geben, neue Energie, sich selber aus der Notsituation herauszuarbeiten.

Welche Gelder stehen Ihnen bei der Unterstützung von Organisationen zur Verfügung?

Das sind jährlich CHF 260'000.-- für 25 Organisationen. Zum Teil dienen diese Finanzen der Starthilfe, oft besteht aber eine langjährige Zusammenarbeit, die vertraglich geregelt ist. Die einzelnen Mitglieder der Kommission begleiten die Organisationen und stellen dann einen Antrag, der schlussendlich vom Kirchgemeinderat genehmigt wird.

Welche Institutionen unterstützen Sie?

Dazu gehören langjährige Partner wie die Passantenhilfe der Heilsarmee, die Gassenküche, die Gassenarbeit, Multimondo, Benevol oder Cartons du Coeur. Uns als Kirche ist es wichtig, ein deutliches Zeichen zu setzen, dass die unterstützten Organisationen nicht allein sind mit ihren Anliegen. Wir leisten unseren Beitrag auch unabhängig von deren Konfessions- oder Religionszugehörigkeit.

Das soziale Engagement der Kirche wird in der Öffentlichkeit geschätzt, aber oft nicht wahrgenommen. Weshalb?

Die Kirchen haben noch Potential, ihre guten Taten gegen aussen darzustellen. Selbst die eigenen Kirchenmitglieder wissen zu wenig, was mit ihren Kirchensteuern passiert. Doch damit werden nicht nur Priester unterstützt oder Gebäude unterhalten, sondern im sozialen Bereich wertvolle Aufgaben übernommen.

Die gelebte Nächstenliebe wird von Papst Franziskus unentwegt eingefordert. Machen die Kirchgemeinden genug?

Die Kirchgemeinde hat auch eine Verantwortung gegenüber dem eigenen Personal. Dass die Löhne ausbezahlt werden können. Und der Gebäudeunterhalt kann nicht ganz vernachlässigt werden. Wir schöpfen im Bereich Diakonie jedenfalls unserer finanziellen Möglichkeiten aus.

Interview: Niklaus Baschung

Unterkommission Soziales
In der Kommission sind die verschiedenen Sprachgruppen vertreten. Neben Leiter Mario Nobs besteht sie als den Kirchenmitgliedern: Danielle Villard, Salvatore Sperti, Alexis Baron, Claude Froidevaux (Kirchgemeinde Biel und Umgebung); Josef Rothenfluh (Kirchgemeinde Pieterlen); Mauro Floreani (Vertreter Pastoral ohne Stimmrecht)