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Aktionswoche gegen Rassismus

Aktionswoche gegen Rassismus 20. bis 27. März 2021

Im Rahmen der Aktionswoche gegen Rassismus vom 20. bis 27. März 2021 befassen wir uns zusammen mit der Fachstelle «gggfon – Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus» mit den Handlungsmöglichkeiten, die wir als Bezugspersonen für und mit Betroffenen haben.

Workshops Luege – Lose – Handle!

Was ist Rassismus? Wie reagiere ich, wenn mir jemand von einem rassistischen Erlebnis erzählt? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Betroffene?

Diese und weitere Fragen beantworten die zwei Workshops, die sowohl einzeln als auch gemeinsam besucht werden können.

Wann: Donnerstag, 25. März 2021

Wo: Pfarreizentrum Bruder Klaus, Segantinistrasse 26a, Bern Burgenziel (barrierefreier Zugang) und/ oder digital

Wer: Kirchen in Bern gegen Rassismus in Zusammenarbeit mit dem gggfon – Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus

Anmeldung bis am 21. März 2021 per Online Formular

16.00-17.30 Workshop 1 für Fachpersonen der sozialen und interkulturellen Arbeit

Der erste Workshop richtet sich an Fachpersonen der Sozialen und interkulturellen Arbeit, die in der Beratung oder Gemeinwesenarbeit tätig sind. Nach einem Input zu den Grundsätzen zur Schaffung diskriminierungsfreier Räume liegt der Fokus des Workshops auf der professionellen Begleitung von Personen, die eine rassistische Erfahrung machen mussten. Die kantonale Meldestelle «gggfon – Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus» berichtet von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen.

18.00-19.30 Workshop 2 für alle Interessierte

Der zweite Teil der Veranstaltung richtet sich an Personen, die durch ihre berufliche oder freiwillige Tätigkeit potentielle Ansprechpersonen für Menschen mit Rassismus-Erfahrung sind. Es werden die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten für Rassismus-Betroffene diskutiert. Anhand von konkreten Erfahrungen und Fallbeispielen diskutieren die Teilnehmenden Möglichkeiten, wie Betroffene unterstützt werden können.

Die Workshops sind kostenlos.

Luege - Lose - Handle! Gemeinsam gegen Rassismus

Die 10. Aktionswoche gegen Rassismus der Stadt Bern fand vom
21. bis 27. März 2020
statt und stand unter dem Motto «hier. jetzt. unbedingt. Nein zu Rassismus.»

Das Ideenset bietet dir eine inhaltliche Einführung.

 

 

«Ich sehe was, was du nicht siehst! »

Auf der Strasse nicht von der Polizei kontrolliert werden, sogar mal eine Schwarzfahrt riskieren, wenn’s pressiert, eine Wohnung oder einen Kredit bekommen, immer und überall in seiner Muttersprache angesprochen werden…

All diese Dinge sind für weisse Schweizer*innen so selbstverständlich, dass sie nicht mal darüber nachdenken. Für Menschen, die in einer «anderen Haut» stecken, sieht die Welt manchmal anders aus. Die Aktion «Ich sehe was, was du nicht siehst!» lud ein, sich mit unbewussten Privilegien auf künstlerische Art auseinanderzusetzen.
Der Gedichte-Wettbewerb fand im Rahmen der 9. Aktionswoche gegen Rassismus der Stadt Bern vom 21. bis 27. März 2019 statt. Unter dem Slogan „hier. jetzt. unbedingt.“ wurde an die Dringlichkeit und Aktualität des Themas aufgerufen.

30 Menschen haben beim Gedichte-Wettbewerb mitgemacht und sich künstlerisch mit unbewussten Privilegien auseinandergesetzt. Eine sechsköpfige Jury hat die Einsendungen unter dem Motto "Ich sehe was, was du nicht siehst!" bewertet. Die Gewinner*innen stehen fest - wir gratulieren!

Gewinner*innen der Kategorie Ü18
1. Peter Fahr mit «Tragödien» und «Bedenkt»
     sowie Julia Degelo mit «Bruchstücke» (je 150.-)
2. Marc Sahli mit «Ich sehe was, was du nicht siehst!» (100.-)

Jugendpreis der Kategorie U18
Mea Quint mit «Kennst du das Anstarren» (100.-)

Peter Fahr

Tragödien

Tadellose
die Haltlose tadeln

Haltlose
die Lieblose halten

Lieblose
die Herzlose lieben

Herzlose
die Kopflose herzen

Kopflose
die Gottlose köpfen

Peter Fahr

Bedenkt!

Wenn eure Augen lächeln, die Lippen
pflichtbewusst sich beugen
Dem Wohlstandsparagraphen,
wenn eure Zunge Mitleid lispelt,
derweil die Hände Gastfreundschaft verweigern,
bedenkt:

Wer seine Grenzen schliesst für andere,
lebt eingeschlossen.
Sein Blick geht in das Grau der Mauer
und bricht. Die Sicht ist kurz, der Horizont beschränkt.
bedenkt:

Wenn eure Gnade Menschen interniert,
die Liebe ordnungshalber ausschafft
und die kalte Schulter zeigt,
wenn euer Urteil sich verliert in
Mutmassungen
derweil Befehle Blut vergiessen,
bedenkt:

Wer Andere ans Messer liefert,
ist dessen Klinge.
und wer die eigne Angst
ins Du verdrängt und tötet,
bringt in der Seele seiner Opfers
die eigne um.

Julia Degelo

Bruchstücke

Ich sehe
laute Worte

Du siehst
Geschichten
wie Ozeane
ohne Grund

Ich sehe
dunkle Augen

Du siehst
Nächste ohne
Schlaf

Ich sehe
eckige Sprache

Du siehst
zärtliche Floskeln

Ich sehe
helle Handinnenflächen

Du siehst
Furchen aus
Angst

Ich sehe
das neue Handy

Du siehst
die Sehnsucht
nach der
Heimat

Ich sehe
fremde Musik
auf dem Display

Du siehst
Erinnerungen
im Ohr

Ich sehe
Tränen

Du siehst
Liebe als
Konzentrat

Ich sehe
Runzeln auf der
Stirn

Du siehst
Konzentration
jederzeit

Ich sehe
Unverständnis

Du siehst
Ohnmächtigkeit
vor der Sprache

Bin ich blind?

Blind für feine Töne?

Blind für Zeilen und Zwischenräume?

Blind für Fragen hinter Fragen?

Ich will
sehen
lernen

Marc P Sahli

Ich sehe was, was du nicht siehst

Im Sprachinselboot wo
Bruch- und Schwemmholz-Worte
Sich sammeln in meinem Hier
Im Jetzt und unbedingt
Träumt ich

Zur Wende des Lichts
im Wandel und am
Rande was du nicht
siehst
Im endenden Tag

Denn: noch mal und
noch wir sind, mit anderer Haut
in dieser Welt

Jedoch:
auf dünnem

Eis

Mea Quint

Kennst du das Anstarren?

Kennst du dieses Anstarren?
Behandeln sie dich wie einen Narren?
Hat jemand „Woher kommst du?“ gefragt?
oder „schwarzes Mädchen“ zu sagen gewagt?
Wer hat die Strassenseite getauscht?
Sich mit Beleidigungen oder Mobbing aufgebauscht?
Wenn du sitzt, steht man dann auf?
Nimmst du jeden Tag Vorurteile in Kauf?
Lassen dich schräge Blicke kalt?
Schon wieder eine Note, die nicht dir galt?
Wurdest du kontrolliert, vermehrt?
Hat sich jemand wegen deiner Religion beschwert?
Wegen deiner Haut nicht ins Gymnasium gekommen?
Die Chance auf eine Wohnung durch den Namen genommen?
Nein? Dann bist du wahrscheinlich weiss, wie ich.
Sei dankbar und kämpfe für Gerechtigkeit, es ist erforderlich.


Weitere Informationen:

Postkarte, Informationsplakat und Impulsset

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Kontakt und Information

Fachstelle Sozialarbeit FASA
Katholische Kirche Region Bern
Mittelstrasse 6a
3012 Bern
Sekretariat: 031 300 33 66
fasa.bern(at)kathbern.ch

Sie erreichen uns bequem mit dem Bus Nr. 20 bis Station Mittelstrasse (Richtung Länggasse).
Fussmarsch ab dem Bahnhof ca. 10 Minuten.

Karte: Weg zur Fachstelle