Nordsüd

Katholisch-Bern hilft hier wie dort

Beratung von Asylsuchenden bei der Fachstelle Sozialarbeit der Katholischen Kirche. Menschen in Not erhalten bei den Sozialdiensten der Pfarreien der Region Bern direkte Unterstützung.
Foto: Fachstelle Sozialarbeit Bern
Dürre im Südsudan, Somalia und halb Ostafrika - die katholische Kirche Region Bern unterstützt die Katastrophenhilfe der Caritas. Gleichzeitig engagiert sich sie weltweit in Entwicklungsprojekten für eine gerechtere Welt.
Fotos: Caritas International

Rund sechs Millionen Franken gab die römisch-katholische Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung 2016 für soziale Aufgaben aus. Der Schwerpunkt lag bei Sozialhilfe, Diakonie und Sozialberatung in der Region Bern. Ebenfalls hier geschieht die Arbeit für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und in der Erwachsenenbildung. Dazu kommen die Integrationsarbeit für Menschen, die zuwandern und die Solidarität mit weniger entwickelten Gebieten im Süden der Erde.

Über 1000 Personen suchten 2016 bei den Sozialberatungen der katholischen Pfarreien und Fachstellen der Region Bern Rat und Hilfe. Finanzsorgen machen den Menschen am meisten zu schaffen, dann folgen Beziehungsprobleme und Krankheiten. Die 13 Pfarreien, die spanische Mission sowie die zentrale Fachstelle mit Asylberatung erfassten im Dekanat Bern die Nöte und Anliegen der Hilfesuchenden. Frauen und Männer jeden Alters suchen das Gespräch bei den lokalen römisch-katholischen Sozialarbeit-Stellen von Bern über Belp bis Köniz. Die Notlagen wegen Geld, Beziehungen, Krankheit und dem Arbeitsplatz betrafen 2016 über die Hälfte der Ratsuchenden. Als weitere Probleme zeigten sich Wohnen, Sozialversicherungen oder Ausländerrecht.

Die kirchliche Sozialberatung ist kostenlos und offen für alle Menschen aus der Region, unabhängig von Religion und Weltanschauung, Nationalität und Aufenthaltsstatus. Das selbe gilt für die Angebote im Kinder- und Jugendbereich sowie die Angebote der Erwachsenenbildung, zum Beispiel durch die Fachstelle "Kirche im Dialog".

Bei Naturkatastrophen unterstützt Katholisch-Bern meist die internationale Hilfe der Caritas in den betroffenen Gebieten. Von der europäischen Öffentlichkeit wenig bemerkt, spielt sich zurzeit in Ostafrika eine dramatische Hungerkatastrophe ab. Vor allem wegen einer massiven Dürre leiden mehr als 16 Millionen Menschen in Südsudan, Somalia, Äthiopien und Kenia unter einem gravierenden Mangel an Nahrungsmitteln. Als Nothilfe gingen von der Gesamtkirchgemeinde 25‘000 Franken an die dortige Arbeit der Caritas.

Im Rahmen des jährlichen Budgets wurden 2016 gut 450‘000 Franken für 25 Entwicklungsprojekte in verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas bewilligt. Die von einer Fachkommission geprüften Gesuche erhalten Beiträge zwischen 5‘000 und 35‘000 Franken. Oft wird damit Gesundheits- oder Bildungsarbeit unterstützt wie etwa bei einem Schulprojekt für Flüchtlingskinder in Kolumbien. Ökologische Initiativen werden wichtiger wie beim Plastik-Recycling in Liberia, nachhaltiger Wasserversorgung in Kenia, Solarkochern in Madagaskar oder der Förderung umweltschonender Agrarmethoden in Nicaragua.

Ausserdem fördert Katholisch-Bern auch Menschenrechts- und Friedensarbeit zum Beispiel in Kolumbien, Mexiko und Südafrika. Oft handelt es sich dabei um Engagements weitab der Medienberichterstattung. Im Nordosten Brasiliens zum Beispiel werden die Bauern von ihrem Land vertrieben, das sie einst als Nachfahren von Sklaven urbar gemacht haben. Nur die Pfarreiarbeit der Katholischen Kirche, „Pastoral da Terra“, unterstützt von der kleinen Berner Entwicklungsorganisation Cooperaxion hilft den Menschen – hier kann der Support von Katholisch-Bern entscheidend wirken.