Dossier Sozialhilfegesetz

Wo liegen die Missstände im Sozialwesen?

Der Entwurf zum neuen Sozialhilfegesetz sieht eine Reihe von Verschärfungen zu Lasten der Sozialhilfebezüger vor. So sollen ihnen bis zu 30 Prozent des Grundbedarfs gekürzt werden – dies, obwohl der Kanton Bern ohnehin schon tiefere Ansätze hat als die Skos empfiehlt. So sollen sie motiviert werden, möglichst schnell wieder aus der Sozialhilfe auszusteigen. Das neue Sozialhilfegesetz ist die Antwort des bernischen Gesetzgebers auf vermeintliche oder tatsächliche Missstände im Sozialwesen.

In der Bevölkerung kursieren verschiedene Meinungen und teils auch Vorurteile gegenüber dem Sozialwesen und den Sozialhilfebezügern. Oft sind diese nicht falsch, müssen aber in ein richtiges Licht gerückt werden.

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„Mit dem Anreizsystem im neuen Sozialhilfegesetz werden Sozialhilfebezüger motiviert, so schnell als möglich wieder aus der Sozialhilfe auszusteigen und auf eigenen Füssen zu stehen.“

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„Arbeit muss sich lohnen! Es kann ja nicht sein, dass Sozialhilfebezüger finanziell besser gestellt sind als Leute, die ihren Lebensunterhalt selber verdienen.“

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„Jeder zweite Ausländer bezieht Sozialhilfe, doppelt so viele wie bei den Schweizern. Bei den Asylbewerbern sind es sogar über 80 Prozent!“

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„Das grosszügige Sozialsystem der Schweiz zieht Sozialtouristen regelrecht an.“

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„Die Sozialhilfe ist ein Tummelplatz für Faulpelze und Betrüger!“

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„Über 40 Prozent der Sozialhilfebezüger sind unter 25 Jahre alt, und jeder von ihnen erhält mindestens 2400 Franken pro Monat. Ist doch klar, dass da keiner mehr arbeiten gehen will!“

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„7000 Jugendliche leben in teuren Heimen statt bei ihren Eltern. Und der Steuerzahler darf dies bezahlen.“

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„Die Sozialhilfeausgaben wachsen ins Uferlose. Allein zwischen 2003 und 2012 haben sie sich verdoppelt und betragen heute in der Schweiz gigantische 2,4 Milliarden Franken.“

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„Es besteht eine regelrechte Sozialindustrie! Das beweisen die Beschäftigtenzahlen im Sozialwesen, die sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt haben.“

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„Das Sozialwesen steht unter der Fuchtel von Sozialromantikern, die nicht genug Geld ausgeben können. Fälle wie derjenige von „Carlos“ in Zürich, der sich auf Kosten der Sozialhilfe ein Leben in Saus und Braus gönnt, sind nur die Spitze des Eisbergs.“

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