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Jahresbericht 2020 Langversion

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Landeskirchenrat

Unterstützung für die Pastoral

Die Legislaturziele (f) des Landeskirchenrates zeigen, dass dieser die Landeskirche als Dienstleisterin zu Gunsten der Pastoral versteht. Nicht zuletzt während der Pandemie hat es sich gezeigt, dass die Kirchen für viele Menschen systemrelevant sind.

Zu Beginn der Legislatur legt der Landeskirchenrat (f) (früher Synodalrat) jeweils seine strategische Ausrichtung in den Legislaturzielen fest. Der im Jahr 2020 neu gewählte Rat hat sich dabei an der Präambel der Kirchenverfassung (f) orientiert:

Im Vertrauen auf Gott geben sich die römisch-katholischen Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Bern,
in Verbundenheit mit der römisch-katholischen Kirche,
als Gemeinschaft, die aus verschiedenen Sprachen, Kulturen und Traditionen besteht,
in Mitverantwortung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung,
in der Absicht, im Kanton Bern Voraussetzungen für eine lebendige Kirche zum Wohl der Menschen zu schaffen,
im Willen, mit den kirchlichen Behörden zusammenzuarbeiten,
im Dialog mit anderen christlichen Kirchen,
im Wunsch, mit dem Kanton ein partnerschaftliches Verhältnis zu pflegen
… die nachfolgende Kirchenverfassung …

Damit stellt der Rat klar, dass er sich einerseits als ausführende Behörde der Landeskirche (Exekutive) versteht, sich andererseits an christlichen bzw. kirchlichen Grundsätzen und Werten orientiert.

Pastoral leistet die kirchliche Arbeit

Dazu gehören gute Beziehungen zur Pastoral. Der Landeskirchenrat ist sich bewusst, dass die eigentliche kirchliche Arbeit in den Pfarreien, den Pastoralräumen, im Bischofsvikariat und in den verschiedenen Fachstellen und Missionen geleistet wird. Er sieht es als seine wichtigste Aufgabe, die Pastoral in ihrem Auftrag zu fördern.

Fachstellen (f) und anderssprachige Gemeinschaften bzw. Missionen (f) sind meist organisch gewachsen. Das bringt es mit sich, dass die Strukturen und Finanzierung nicht überall optimal sind. Der Landeskirchenrat will darum, gemeinsam mit den betreffenden Stellen, Bedürfnisse erkennen und wo notwendig Anpassungen vornehmen, so dass sie ihren Auftrag noch besser erfüllen können.

Um die pastoralen Aufgaben zu erfüllen, sind finanzielle Mittel nötig. Der Landeskirchenrat rechnet wegen der Coronakrise und zunehmenden Austritten mittelfristig mit sinkenden Erträgen. Dennoch strebt er ausgeglichene Budgets an. Dies geschieht einerseits durch haushälterischen Umgang mit den finanziellen Mitteln. Andererseits denkt er über die Entwicklung verschiedener, alternativer Finanzierungsmodelle nach.

Bei den Kirchen kann nicht gespart werden

Nicht nur die Kirche, auch der Kanton Bern wird sich fragen müssen, wo er allenfalls noch sparen kann. Das neue Landeskirchengesetz (f), welches auf Anfang 2020 in Kraft trat, sichert den Landeskirchen einerseits die finanzielle Abgeltung der Pfarrerlöhne zu. Die Höhe der Abgeltung gesamtgesellschaftlicher Leistungen legt der Grosse Rat im Abstand von sechs Jahren fest. Die Kirchen ihrerseits sind verpflichtet, dem Kanton zu rapportieren, wie sie die Mittel verwenden. Die Erfassung der gesamtgesellschaftlichen Leistungen ist deshalb wichtig; die Verwaltung unterstützt die Kirchgemeinden, Pfarreien, Missionen und Pastoralräume darin nach Kräften.

Auch darüber hinaus ist es der Römisch-katholischen Landeskirche ein zentrales Anliegen, der Bevölkerung und ihren Vertretungen im Kantonsparlament zu erklären, wohin die Mittel fliessen. Sie wollen darlegen, dass Kirchengelder keine verlorenen Gelder sind. Kirchliche Stellen leisten in der Alters-, Jugend- und Familienarbeit, in sozialen Bereichen, in der Bildung oder der Kultur wichtige Arbeit. Sie denken an Personengruppen, die durch das Netz staatlicher Fürsorge fallen und unterstützen diese schnell, unbürokratisch und professionell.

In all diesen Bereichen arbeiten die Kirchen dank grossem freiwilligem und ehrenamtlichem Engagement erstaunlich günstig. Würde die öffentliche Hand bei den Kirchen sparen, käme sie dies unter dem Strich deutlich teurer.

Kerngeschäft der Kirche bleibt relevant

In persönlichen oder gesellschaftlichen Krisen wenden sich viele Menschen – auch wenn sie sonst zur Religion kaum mehr Bezug haben – an eine höhere Macht oder an deren «Bodenpersonal» in einer Kirche. Deshalb ist auch das spirituelle Kerngeschäft der Kirche nach wie vor gesellschaftlich relevant. Gottesdienste, Seelsorge, aber auch Überlegungen zu ethischen Fragen oder schlicht das Offenhalten von Kirchengebäuden sind für viele Menschen wichtig. Wer solche Dienste privatisieren will, verkennt das Bedürfnis grosser Teile der Bevölkerung nach spiritueller Begleitung und Orientierung.

Eine weitere wichtige Aufgabe sieht der Rat in der Beziehungspflege mit Repräsentantinnen und Repräsentanten der Kirchgemeinden des gesamten Kantons. Gerade ländliche, periphere Pfarreien und Pastoralräume sollen sich zugehörig fühlen und von den Dienstleistungen der Landeskirche profitieren.

 

Generalsekretariat

Den neuen Erfordernissen angepasst

Das Generalsekretariat ist neu in drei Bereiche aufgeteilt. Die Neuorganisation brachte auch räumliche Veränderungen mit sich.

Mit der neuen Verfassung der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Bern ist auch das Generalsekretariat neu organisiert worden. Die neue Struktur ist in der «Geschäftsordnung der Verwaltung» festgelegt. Sie verdeutlicht, dass die Landeskirche nicht nur neue Aufgaben, sondern auch zusätzliche Kompetenzen erhalten hat. Das Generalsekretariat ist neu in die Fachbereiche Personal + Finanzen sowie Dienste + Kommunikation aufgeteilt.

Insgesamt ist das Generalsekretariat (f) mit der neuen Verfassung aufgewertet worden. Sie gilt neu als eigenes Organ innerhalb der Landeskirche.. Geleitet wird es von der Generalsekretärin Regula Furrer.

Drei neue Bereiche

Wichtigste neue Aufgabe ist die Personaladministration jener rund 100 Seelsorgenden, die zuvor vom Kanton angestellt waren. Dies beinhaltet neben dem Lohnwesen unter anderem die Anstellungs- und Kündigungsprozesse, das Absenzenmanagement oder die Beratung der Kirchgemeinden zu Personalfragen. Die Landeskirche hat für diese Aufgaben den neuen Bereich «Personal + Finanzen» geschaffen und einen verantwortlichen Leiter sowie eine fachlich ausgewiesene Sachbearbeiterin Personal angestellt. Die Rechnungsführung obliegt weiterhin der bisherigen Stelleninhaberin.

Die Leitung des Bereichs Dienste + Kommunikation liegt bei Generalsekretärin Regula Furrer. Die Aufgaben im Bereich sind über die früheren Grundaufgaben hinaus erweitert worden. So gibt es neu ein Parlaments- und ein Ratssekretariat. Die Missionen (f), die Fachstellen Pastorale Bereiche (f) und Religionspädagogik (f), Jubla Bern (f) sowie die Hochschulseelsorge aki (f) sind im Fachbereich «Pastorale Aufgaben» zusammengefasst. Dieser wird fachlich vom Bischofsvikariat (die Hochschulseelsorge vom Pastoralraum Bern), administrativ von der Landeskirche geführt.

Homeoffice wird möglich

Als die Belegschaft des Generalsekretariats im letzten Jahr zwei Mal für längere Zeit ins Homeoffice geschickt wurde, zeigte sich zweierlei: Einerseits fühlten sich einige Mitarbeitende unwohl, ihnen fehlte der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen. Andererseits äusserten danach einige Mitarbeitende ausdrücklich den Wunsch, einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus zu erledigen.

Die Landeskirche hat deshalb im vergangenen Jahr die rechtlichen und technischen Möglichkeiten für die Arbeit aus dem Homeoffice geschaffen. Schon vor der Pandemie war der Zugriff auf den Server von ausserhalb der Büros möglich und der grösste Teil der Mitarbeitenden mit mobilen Geräten ausgerüstet.. Im Sommer 2020 hat der Rat die rechtlichen Grundlagen für Home-Office zu «normalen» Zeiten geschaffen und schliesslich wurde im Januar 2021 eine neue Telefonanlage in Betrieb genommen, bei welcher der Standort des oder der Mitarbeitenden keinen Unterschied macht. Die künftige Arbeitsform dürfte künftig wohl für viele Mitarbeitende in einer Mischung von Präsenz- und Heimarbeit bestehen.

 

Bischofsvikariat St. Verena

Kirchliche Arbeit ging trotz Corona weiter

Absagen und Verschiebungen waren im Corona-Jahr an der Tagesordnung. Doch überraschend vieles konnte stattfinden – dank dem Einsatz und der Kreativität der Seelsorgenden.

Auch im Bischofsvikariat St. Verena (f) war das Jahr 2020 geprägt vom Corona-Virus. Wie andere auch war es stark eingeschränkt in seinen Tätigkeiten oder damit beschäftigt, Unterstützung zu geben in Anfragen zu Schutzkonzepten oder bei der Suche nach alternativen Formen von Seelsorge. Es ist beeindruckend, wie sorgfältig und kreativ die Seelsorgerinnen und Seelsorger mit der anspruchsvollen Situation umgegangen sind und noch immer umgehen.

Vieles musste dennoch abgesagt werden. Erstkommunionen und Firmungen wurden verschoben auf den Herbst, was u.a. Bischofsvikar Georges Schwickerath als Firmspender sehr herausforderte. All dies bedingte viele Gespräche, da die Entscheidungen von den betroffenen Gläubigen nicht immer mit Verständnis aufgenommen wurden.

Edith Rey Kühntopf
Regionalverantwortliche Bischofsvikariat St. Verena

 

Hochschulseelsorge aki

Das Leben ging weiter

Im vergangenen Jahr musste sich die Hochschulseelsorge nicht nur mit Corona auseinandersetzen. Sie erhielt auch eine neue Leitung und eine neue Website.

Die Hochschulseelsorge aki musste im Frühling 2020 viele ihrer Veranstaltungen absagen. Ab dem Frühsommer bis in den Spätherbst konnte jedoch Vieles mit Schutzkonzepten und teils im kleineren Rahmen durchgeführt werden.

Adventskränze und Gespräche

So lockte das Adventskranz-Binden im November rund 50 Personen an die Alpeneggstrasse. Statt wie in anderen Jahren an einem Abend, wurde der Anlass über zwei Tage verteilt und mit Anmeldung durchgeführt. Auch die traditionellen Crèpes-Tage im Garten des aki konnten fast normal durchgeführt werden. Der Erlös geht an ein Entwicklungsprojekt der Jesuiten.

Seit Frühling 2020 bietet das aki Lernplätze an. Studierende, welchen im Homeoffice die Decke auf den Kopf zu fallen drohte oder die Arbeits- und Freizeit klarer voneinander trennen wollten, stehen seitdem mehrere Arbeitsplätze zur Verfügung. Wer das Angebot nutzen will, meldet sich an.

Die Mitarbeitenden des aki standen zudem für Gespräche zur Verfügung. Dies konnte virtuell oder auch – unter Einhaltung des Schutzkonzepts – mit einer Begegnung stattfinden. Um dem Corona-Koller entgegenzuwirken, gab es auf der Website verschiedene Tipps und Anregungen, vom Tanzen in der Stube über Witze erzählen bis hin zur Meditation.

Neue Leitung

Im Frühling hat das aki eine neue Leiterin bekommen. Die 35-jährige Isabelle Senn ist Theologin und hatte bereits seit zwei Jahren im aki gearbeitet. Ebenfalls neu im Team ist der Sozialarbeiter Marco Schmidhalter.

Im Verlauf des Jahres wurde die Website des aki komplett neu gestaltet. Sie wirkt nun moderner, übersichtlicher und einladender.