Foto: Netpathie

Das Handy explodiert nicht, Bro!

Im Generationenhaus tauschen sich Alt und Jung über ihre Erfahrungen in der digitalen Welt aus.

Der Verein Netpathie will ein Bewusstsein schaffen für die digitale Welt und zugleich den sicheren und respektvollen Umgang miteinander stärken, digital und analog. In dem Format NetCafé tauschen sich im Generationenhaus Alt und Jung über ihre Erfahrungen in der digitalen Welt aus.

Christian Geltinger

Wie digital bin ich eigentlich? Das frage ich mich selbst, als ich an einem Mittwochmorgen ins Generationenhaus Bern gehe, um am NetCafé teilzunehmen. Das NetCafé bringt Jugendliche und Senior:innen über digitale Themen ins Gespräch. An diesem Morgen hat sogar eine Gruppe von Pro Senectute aus Luzern den Weg nach Bern auf sich genommen, um dort auf eine Schulklasse der Stapfenacker Schule aus Bern Bümpliz zu treffen. "Im Vordergrund", so heisst es in der Ankündigung, "stehen nicht Geräte, sondern Menschen."

Ohne Zeigefinger

Ohne erhobenen Zeigefinger schafft das Angebot eine gewisse Sensibilität über den Umgang mit dem Smartphone. Und schnell wird klar, dass die Frage nach der Medienzeit, also nach der Zeit, die man am Handy verbringt, nicht nur die Jungen in Verlegenheit bringt. Sind bei diesen eher Tiktok und Snapchat hoch im Kurs, werden bei den Teilnehmer:innen der oberen Altersskala vor allen Dingen Podcasts, Spotify und WhatsApp als digitale Spielwiese genannt. Die Teilnehmer:innen haben aber auch keine Mühe, analoge Freizeitbeschäftigungen zu finden, als Kontrapunkt zum digitalen Konsum.

Kommunikation zwischen Generationen

Die Sprache ist das A und O von Kommunikation, ob digital oder analog. Und so haben sich die Jugendlichen für den Beginn einen Austausch über Jugendsprache gewünscht. Wie sprechen wir und welche Pendants gab es dafür vor fünfzig Jahren. Da konnte noch so mancher etwas lernen. Wann sagt man zum Beispiel "bro" oder "unc"?

Perspektivwechsel

Klar gehen die Jungen eher unbefangener mit technischen Neuerungen um, haben die Alten vielleicht eher Respekt vor möglichen kriminellen Übergriffen. Eine Frau wusste zu berichten, ihre 85-jährige Mutter hatte Angst, das Smartphone könne explodieren, wenn sie etwas falsch macht. Aber genau diese Barrieren, bei denen es sich manchmal vielleicht auch nur um Vorurteile handelt, gilt es hier abzubauen. Im Zentrum der Idee des NetCafés steht daher vor allem die Begegnung von Jung und Alt, das gegenseitige Lernen der Generationen voneinander, das Einnehmen unterschiedlicher Perspektiven. Wenn Sie jetzt angefixt sind, nur zu!

 

Netpathie wird unterstützt vom Fonds zur Förderung solidarischer, nachhaltiger und diakonischer Projekte der Katholischen Kirche Region Bern.

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