Die grösste Anzahl der Flüchtlinge sind Binnenflüchtlinge im Nahen Osten. Angesichts der andauernden Massenvertreibung von Afghanen aus dem Iran plant der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS), mit der finanziellen Unterstützung durch die Katholische Kirche Region Bern 150 der bedürftigsten Haushalte unter den Rückkehrern (etwa 750 Personen, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen) mit kleinen Geldbeträgen für Grundnahrungsmittel, medizinische Grundversorgung, Obdach sowie Transport zum Heimatort zu unterstützen.
Der Iran beherbergt mindestens 4,5 Millionen Afghanen. Zu dieser Zahl gehören sowohl registrierte als auch nicht registrierte Afghanen. Seit März 2025 wurden mehr als 1,4 Millionen afghanische Geflüchtete laut UN gezwungen, den Iran zu verlassen. Viele von ihnen wurden verhaftet und abgeschoben, andere kehrten aus Angst vor willkürlichen Verhaftungen freiwillig zurück. Viele der Abgeschobenen wurden über Nacht an die Grenze gebracht - ohne Unterkunft, medizinische Hilfe oder ausreichend Nahrung.
Der Iran ist einer der grössten Aufnahmestaaten für Flüchtlinge weltweit. Im März 2025 startete das Land eine Regularisierung für ausländische Staatsangehörige. Personen, die bestimmte Kriterien erfüllen, konnten ihren Aufenthalt verlängern. Für andere wurde eine freiwillige Rückkehr bis Mitte Juli empfohlen, um eine Abschiebung zu vermeiden.
Fast zwei Drittel auf humanitäre Hilfe angewiesen
Fast zwei Drittel der Bevölkerung in Afghanistan (23 Millionen Menschen) sind bereits auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nun kommen Hunderttausende Rückkehrer hinzu, die kein Obdach, keine Arbeit und keine Zukunftsaussichten haben. Seit Oktober 2023 wurden bereits mehr als 1 Million Afghanen aus Pakistan ausgewiesen. In Afghanistan fehlen nachhaltige Strukturen zur Unterstützung von Vertriebenen und Flüchtlingen. Die internationale Hilfe für das Land ist in den letzten Jahren massiv zurückgegangen.
Doppelbelastung durch Machtübernahme der Taliban
Seit über 40 Jahren fliehen Menschen aus Afghanistan vor Krieg, Armut und nun vor der Herrschaft der Taliban. Viele von ihnen suchen zunächst Zuflucht in Nachbarländern wie dem Iran oder Pakistan. Die gestiegene Zahl sogenannter illegaler Einwanderer aus Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban stelle eine enorme Belastung für die begrenzten Ressourcen von Iran und Pakistan dar.
Finanzielle Unterstützung für die bedürftigsten Rückkehrerfamilien aus dem Iran
Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten kann auf eine Jahrzehnte lange Erfahrung in der Region zurückblicken. Die Katholische Kirche Region Bern hat bereits in 2023 das Nothilfeprogramm von JRS für afghanische Rückkehrerfamilien von Pakistan finanziell unterstützt. Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) in Afghanistan kümmert sich neben Binnenvertriebenen in Kabul und Herat auch um Rückkehrerfamilien aus anderen Ländern. Der JRS bietet neben der Nothilfe auf Programme im Bereich Kinderschutz und Bildung an.
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