Missione Cattolica in Bern - solche anderssprachige katholische Gemeinschaften werden künftig ähnlich wie Kirchgemeinden behandelt. (Foto: Dominik Hoyos)

Klares Ja zum neuen Organisationsreglement

Katholisch-Bern setzt ein integrationspolitisches Zeichen.

Abstimmung röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung

Katholisch-Bern erhält neue Rechtsgrundlage

Ein deutliches Mehr von 95 Prozent Ja-Stimmen für das neue Organisationsreglement ergab diesen Sonntag die Volksabstimmung in der röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung. Diese Zustimmung ermöglicht es unter anderem, anderssprachige katholische Gemeinschaften künftig möglichst wie Kirchgemeinden zu behandeln.

Mit 4944 Ja zu 266 Nein entschieden sich die Stimmberechtigten der katholischen Kirchgemeinden der Region Bern für eine neue «Verfassung». Mit 4874 Ja gegen 309 Nein und Zustimmung in allen einzelnen Kirchgemeinden wurde auch der Übertragung der Anstellungsverträge von den Kirchgemeinden zur Gesamtkirchgemeinde zugestimmt. Die Stimmbeteiligung betrug 10,17 Prozent.

Das Organisationsreglement bildet die Rechtsgrundlage für die Gesamtkirchgemeinde als eine vom Kanton Bern anerkannte öffentlich-rechtliche Körperschaft. Dieser Zusammenschluss der zwölf römisch-katholischen Kirchgemeinden der Stadt Bern und Umgebung regelt darin die Strukturen und Aufgaben des Kirchenlebens. Die Gesamtkirchgemeinde ist für die Infrastruktur der römisch-katholischen Konfession im Raum Bern verantwortlich. Sie finanziert das vielfältige Pfarreileben mit allen Gruppen und Gemeinschaften, verwaltet die Kirchengebäude und regelt Anstellungen.

Das neue Organisationsreglement tritt auf den 1. Januar 2022 in Kraft. Damit werden nun anderssprachige Gemeinschaften möglichst wie Kirchgemeinden behandelt, Anstellungsmodalitäten zeitgemäss gestaltet, die Fusion von Kirchgemeinden erleichtert, Zuständigkeiten geklärt und diverse Bestimmungen aktualisiert. «Wir freuen uns sehr über dieses Resultat», betonte Karl-Martin Wyss, Präsident des Kleinen Kirchenrates, in einer ersten Reaktion: «Das neue Reglement setzt ein wichtiges Zeichen für die Integration.» Erstmals können nun anderssprachige katholische Gemeinschaften ähnlich wie Kirchgemeinden behandelt werden, samt direkter Vertretung im Kirchenparlament. Das widerspiegle Katholisch-Bern als vielfältige Kirche in einem reformierten Umfeld.

Ein Drittel der Mitglieder sind Ausländerinnen und Ausländer, und über die Hälfte verfügt über einen Migrationshintergrund. Sie zahlen Kirchensteuern und gestalten das kirchliche Leben engagiert mit. Die geplante rechtliche Anerkennung betrifft zuerst die italienisch und spanisch sprechenden katholischen Missionen, die seit Jahrzehnten in Bern heimisch sind.

Hier finden Sie das offizielle Protokoll zur Urnenabstimmung vom 21. November 2021 in der röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung