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Die Notrufnummer 147 von Pro Juventute hilft Kindern und Jugendlichen bei Fragen, Problemen und in Notsituationen weiter. Die Katholische Kirche Region Bern unterstützt Pro Juventute finanziell für den Zusatzaufwand während der Coronazeit.

Ein Drittel mehr Telefongespräche und Onlineberatungen verzeichnet die Dargebotene Hand in der Coronazeit. Die Katholische Kirche finanziert aus ihrem Hilfspaket die Zusatzschichten für die Beratung durch die gut ausgebildeten Freiwilligen.

143 und 147 – direkter Draht zu täglichen Nöten

Hintergründe zum Corona-Hilfspaket der Katholischen Kirche Region Bern

Telefonieren in vielfältigsten Formen hat in den letzten Wochen wegen der Corona-Einschränkungen an Bedeutung gewonnen. Das spüren auch die Beratungsstellen 143 der Dargebotenen Hand und 147 von Pro Juventute – die Belastung steigt. Die Katholische Kirche hilft in der Region Bern mit, den Zusatzaufwand zu bezahlen.

Wenn persönliche Nähe wegen der Corona-Pandemie nicht möglich ist, rufen sich die Menschen vermehrt an. Online-Sitzungen und Video-Konferenzen boomen. Viele Leute entdecken, dass auch übers Telefon und den Computer ein persönlicher Austausch möglich ist. Menschen in Not nutzen die entsprechenden Angebote ebenfalls. Die Sorgentelefon 143 der Dargebotenen Hand und die Notrufnummer 147 von Pro Juventute sind seit Mitte März 2020 besonders gefordert: Die Zahl der Anrufe ist gestiegen, die Online- und Chat-Beratungen haben stark genommen.

Coronavirus macht krank

Die emotionalen Diskussionen in Familien, an Arbeitsplätzen oder auf Social-Media-Kanälen wie Facebook zeigen, wie intensiv die Coronavirus-Krise viele Menschen beschäftigt. Das kann auch Gesunde stark belasten und psychisch überfordern. «Es ist erwiesen, dass Einsamkeit der Gesundheit schadet», erklärt Rita Suppiger Saier, Stellenleiterin der Dargebotenen Hand in Bern. Umso wichtiger seien verständnisvolle Gespräche von Mensch zu Mensch: «Zuhören ist in solchen Situationen das Wichtigste», weiss Rita Suppiger. Denn die surreale Situation des Lockdowns, von Isolation oder gar Quarantäne könne Menschen aus der Bahn werfen. In Ausnahmefällen habe die verordnete Beruhigung des gesellschaftlichen Lebens allerdings auch positive Wirkungen: «Die grosse Ruhe draussen kann manchmal die innere Ruhe stärken», schmunzelt die Stellenleiterin der Dargebotenen Hand.

Doch die Notfälle haben um einen Drittel zugenommen. Für die deshalb nötigen zusätzlichen Telefongespräche und Onlineberatungen braucht es Infrastruktur und Personal – die Beratung der Dargebotenen Hand basiert zwar rundum auf Freiwilligenarbeit. Doch auch sie verursacht Kosten und Spesen. An diesen Zusatzaufwand wegen der Corona-Pandemie leistet die Katholische Kirche Region Bern nun unbürokratisch finanzielle Unterstützung, als Teil ihres im März beschlossenen Millionen-Hilfspaketes.

Der Stress daheim

In solch anspruchsvollen Zeiten ist rund um die Uhr auch die Beratung & Hilfe 147 mit der Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Eltern immer da. Die Kontaktaufnahmen haben seit Beginn der Coronakrise stark zugenommen, vor allem in der Email- und der Chatberatung um mehr als die Hälfte. Die Stiftung Pro Juventute musste sofort ihre Kapazitäten, Infrastruktur und Webseiten ausbauen. Zum Beispiel brauchte es plötzlich eine zusätzliche Vormittagsschicht, weil die Schülerinnen und Schüler überfordert zuhause sind.

Junge Leute plagen Existenzsorgen statt jugendliche Freiheiten zu geniessen. Manche finden keine Lehrstelle. Kinder sind mit verzweifelten Eltern konfrontiert. Väter und Mütter kommen an ihre Grenzen mit Homeschooling oder Kurzarbeit. Der Stress zuhause belastet die Familienstrukturen. «Trotz der Lockerungen des Lockdowns sind die Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit der Kinder, Jugendlichen und Eltern gravierend», weiss Daniela Da Rugna von Pro Juventute. Sie beobachtet etwa, dass die Beratungsgespräche oft viel länger dauern als vor der Coronazeit: «Es geht den Menschen ans Eingemachte», konstatiert die Regionalleiterin Mittelland der Stiftung.

Darum entwickelte sie mit ihrem Team weitere Massnahmen auch für die kommenden Monate. Es braucht beispielsweise zusätzliche Info-Texte für den Alltag oder Online-Ferienangebote, um die lähmende Atmosphäre der Einschränkungen zu überwinden. Mit der finanziellen Unterstützung für die Corona-Zusatzaufwände der Hotline von Pro Juventute kann die Katholische Kirche Region Bern Mut machen und Kindern, Jugendlichen und Eltern in Notlagen zur Seite stehen.

Hier finden Sie weitere Informationen und Hintergründe zum Corona-Hilfspaket der Katholischen Kirche Region Bern: www.kathbern.ch/regionbern

Text: Karl Johannes Rechsteiner

7. Mai 2020
erstellt von Kommunikationsstelle
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