Ab in den Gantrisch zur Schatzsuche

Moderne Technik verbindet Wander- und Naturerlebnisse. Zum Beispiel bei den Kirchen im Naturpark Gantrisch. Wer findet die versteckte Box dank "Geocaching"?

Hinter einem Mäuerchen, verdeckt von einem Busch oder in einer unscheinbaren Ecke oder Nische hineingesteckt liegt eine kleine Plastikbox. Darin befinden sich nur ein paar Utensilien wie Notizpapier und Schreibstift. Für solch einen unscheinbaren Fund nehmen tausende von Leuten manchmal einen grossen Weg auf sich. Denn bei Geocaching ist nun wahrlich der Weg das Ziel. Es ist ganz einfach: Die kleine versteckte Kiste muss nur gefunden war.

Diese einfache Idee einer Schatzsuche macht grossen Spass. Wer sich auf der entsprechenden Webseite oder App eine Landkarte anschaut, entdeckt eine völlig unbekannte Zwischenwelt: Alleine in der Schweiz gibt es zurzeit über 18`000 Orte, wo ein so genannter Cache versteckt ist - ein alternatives Erlebnisnetz spannt sich so über die ganze Welt. Über 30`000 Leute gehen allein in unserem Land ab und zu oder ständig auf diese spezielle Art der Schatzsuche: Unkommerziell, in der Natur, unterwegs als Familie, Gruppe oder auch alleine lässt sich diese unbekannte Welt mitten unter uns erkunden.

Das Vorgehen ist einfach. Auf der Karte entscheidet man sich für einen Cache, dann geht's vor die Türe und die Suche beginnt. Unterstützt vom GPS-Gerät oder einer entsprechenden App auf dem Smartphone wird das Ziel angepeilt und losmarschiert. In der Stadt ist es oft ein Rätseln und Kennenlernen von kaum bekannten Plätzen und Schleichwegen. Auf dem Land beginnt eine Wanderung in freier Natur verbunden mit Rätseln und Staunen. Die Suche nach einer Cachebox ist jedesmal eine Entdeckungsreise. Denn manche Caches sind auch mit Knobeleien oder Rätseln verbunden und brauchen Geschicklichkeit, um geknackt zu werden. Bei andern darf man eine Kleinigkeit mitnehmen oder tauscht ein Teil aus gegen eigene witzige Objekte.

Caches mit Kirchengeschichten

Vor fünf Jahren beispielsweise hat Rolf Friedli von der Fachstelle Kinder und Jugend der Katholischen Kirche Region Bern einen Cache mitten in Berns City versteckt: Am Rande des Pärklis beim Offenen Haus "La Prairie" der Dreifaltigkeitspfarrei hat er eine Box platziert, die seither von über 2000 Personen gefunden, geöffnet und am gleichen Ort wieder versteckt wurde.

Draussen Spielen macht Kinder stark - davon ist Friedli überzeugt. Deshalb fördert die katholische Fachstelle vielfältige Familienausflüge in der Natur. Rolf Friedli pflegt unter anderem das Geocaching als besonderes Freilufterlebnis. Sein neustes Projekt findet nun im Naturpark Gantrisch statt, einem wichtigen Naherholungsgebiet für die Region Bern. Bereits konnte er bei Kirchen in Kehrsatz, Belp, Rüschegg oder Wahlern seine Verstecke hinterlegen und aufs Internet stellen - die ersten "angefressenen" Cacher waren bei der Schatzsuche rasch vor Ort. Die Fundorte öffnen dabei die Augen für besondere Blickwinkel auf die Kirchen und ihre Geschichte(n).

In den nächsten Wochen werden weitere Caches in der Region versteckt, auf den Spuren von Kirchen von Riggisberg bis Schwarzenburg.

Hier geht es zur Geocaching-Webseite der Fachstelle Kinder und Jugend der Katholischen Kirche Region Bern.

Und das ist der Link zur allgemeinen Geocaching-Webseite.

10. August 2018
erstellt von Kommunikationsstelle
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