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Standplatz Bern-Buech für Fahrende

Begegnung mit den Sinti von Bern-Buech

Am  7./8. September gehören natürlich Handwerk, Festwirtschaft und Musik zur Jubiläumsveranstaltung "20 Jahre Standplatz Bern-Buech". Zudem wird eine Wanderausstellung der Radgenossenschaft gezeigt und die Sinti als "unbekannteste Minderheit" der Schweiz vorgestellt.

Das Jubiläumsfest für den Standplatz Buech in Bern-West dauert am Freitag, 7. September, von 16 bis 20 Uhr.

Am Samstag startet das Programm um 11 Uhr, unter anderem spielt an beiden Tagen das Trio Guttenberger seinen inspirierenden Sinti-Jazz.

Am Nachmittag um 16 Uhr blickt ein Podiumsgespräch auf 20 Jahre Standplatz Bern-Buech zurück und in die Zukunft. Zum Beispiel haben es ja neue Standplätze für Fahrende auch im Kanton Bern sehr schwer. Oft werden die Minderheiten von Jenischen, Sinti und Roma in unserer Gesellschaft ausgegrenzt.

Am Samstag, 8. September um 17 Uhr findet die Vernissage der neuen Ausstellung statt: "Latscho diwes - Sinti, die unbekannteste Minderheit der Schweiz" des Vereins Sinti Schweiz.

Viele Fahrende sind katholischen Glaubens. Ein wichtiger Höhepunkt ihres Jahres ist beispielsweise die Wallfahrt nach Einsiedeln, die auch dieses Jahr wieder mit grosser Beteiligung im Juli stattgefunden hat. Der Standplatz Bern-Buech gehört zum Einzugsgebiet der Katholischen Kirche Region Bern, die deshalb die Sinti-Ausstellung wie die Jubiläumsveranstaltung auch finanziell unterstützt.

Flyer zum Jubiläum "20 Jahre Standplatz Bern-Buech"

Zur Wanderausstellung «Latscho Diwes:

Sinti, die unbekannteste Minderheit der Schweiz»

Die Anerkennung der Sinti und Jenischen durch Bundesrat Alain Berset zeigt vor den Toren Berns konkrete Folgen: Am Jubiläum «20 Jahre Standplatz Bern-Buech» geben die Sinti der Schweiz mit einer Wanderausstellung erstmals umfassend Einblick in ihren Alltag und ihre Geschichte. Die kleinste und unbekannteste anerkannte Minderheit der Schweiz zeigt damit ihr gefestigtes Selbstverständnis.

Wie wenig weit das Wissen über die anerkannten Minderheiten der Schweiz reicht, ist am Beispiel Bern-Buech ablesbar. Das ist einer der Standplätze in der Schweiz, der auffällig stark von den Sinti geprägt ist. Sie leben hier Seite an Seite mit Jenischen – und haben Bern in den letzten zwei Jahren zu ihrem politischen Zentrum gemacht. 

Im letzten Jahr hat der Verein «Sinti Schweiz» eine Wanderausstellung entwickelt, die Hintergründe zu ihrer Geschichte und Kultur vermittelt. Die bisher in sich geschlossene Minderheit öffnet sich zunehmend und setzt auf den Dialog mit der Mehrheitsgesellschaft. 2016 folgte Bundesrat Alain Berset dem Wunsch der Sinti und der Jenischen, nicht mehr mit dem diffusen Begriff «Fahrende» angesprochen zu werden, sondern den eigenen Namen zurückzuerlangen: Sinti und Jenische. Noch 1998 waren die Minderheiten unter dem allgemeinen Begriff «Fahrende» als nationale Minderheit anerkannt worden, im Rahmen des damals von der Schweiz unterzeichneten «Rahmenabkommens des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten».

Bundesrat Berset leitete seine Rede an der Feckerchilbi 2016 ein mit den Worten: «Liebe Jenische, liebe Sinti …». Er sagte: «Ich anerkenne die Forderung nach Selbstbezeichnung.» Das sei nicht Wortklauberei: «Mit Sprache schafft man Realität.» Für die beiden Minderheiten war dieser symbolische Akt ein Durchbruch von historischer Bedeutung. Bundesrat Bersets Rede und die Anerkennung unter ihrem eigenen Namen war für die Sinti der Schweiz ein überaus wichtiger Moment: Die in der Schweiz lebenden Sinti organisierten sich und gründeten den Verein «Sinti Schweiz».

Im Sommer 2018 erfolgte der Zusammenschluss mit weiteren Sinti-Gruppierungen, womit sich «Sinti Schweiz» zur gesamtschweizerischen Organisation entwickelte. Seither arbeitet der Verein intensiv an der Verbesserung der Lebensumstände und am Dialog mit der Mehrheitsgesellschaft. Ein erster wichtiger Schritt war die Erarbeitung der Wanderausstellung «Latscho diwes – Sinti, die unbekannteste Minderheit der Schweiz», die am 7./8. September 2018 ihre Vernissage feiert.

www.sinti-schweiz.ch

16. August 2018
erstellt von Kommunikationsstelle
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