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Beim Namen nennen

In den letzten Jahren flatterten zum Flüchtlingstag zehntausende von Stoffstreifen an der Heiliggeistkirche. Darauf standen Namen der auf dem Weg nach Europa verstorbenen Flüchtlinge. Dieses Gedenken geht 2021 weiter, diesmal in neun Schweizer Städten. Und mit Kunst-Postkarten.

Auch in Bern werden die Namen der Verstorbenen vorgelesen und die Umstände ihres Todes benannt. Die manchmal spärlichen Angaben zu allen Verstorbenen sind auf ein Stück Stoff geschrieben und an einer Installation befestigt. So wurde in den letzten Jahren im Gedenken an die Toten ein öffentliches Mahnmal geschaffen.

Zum Internationalen Flüchtlingstag vom 19./20. Juni werden in vielen Schweizer Städten wiederum die Namen der Menschen gelesen, die auf ihrer Flucht nach Europa umgekommen sind. Dazu organisiert "Beim Namen nennen" eine Postkartenaktion. Sechs Kunstschaffende von hier und anderswo haben Sujets gestaltet, die an die National- und Ständeräte geschickt werden können mit der Aufforderung, sich für die Schweiz als sicheren Hafen in Europa einzusetzen.

Seit 1993 sind über 40'000 Menschen beim Versuch, nach Europa zu flüchten, gestorben. Die meisten von ihnen ertranken im Mittelmeer. Andere wurden an Grenzübergängen erschossen. Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder, Babys. An den Aussengrenzen Europas und in Nordafrika leben hunderttausende Menschen in erbärmlichen Flüchtlingcamps. Besonders auf den griechischen Inseln bleibt die Situation dramatisch, verschärft durch die Corona-Pandemie.

Die Aktion hat in Bern rund um die Offene Kirche in der Heiliggeistkirche begonnen. Das hiesige Komitee wird dieses Jahr die 42'850 Stoffstreifen mit den Namen der Verstorbenen zu Büchern binden. So geht das Erinnern weiter. Ab dem 28. Juni gehen die Bücher auf Tournee in Museen, Pfarreien, Kirchgemeinden, Schule usw. Dazu wird ein Plakat und ein Ideen-Set für Begleitaktivitäten zur Verfügung gestellt.

Informationen zur Aktion: www.beimnamennennen.ch

Hier Postkarten bestellen

20. April 2021
erstellt von Kommunikationsstelle
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