Ignaz Caminada tritt als Präsident des Kleinen Kirchenrats der Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung auf Ende 2018 zurück. (Foto: Pia Neuenschwander)

Steuersenkungen bei Berner Katholiken

Dank stabilen Mitgliederzahlen und guter Finanzlage senkt die römisch-katholische Gesamt­kirchgemeinde Bern und Umgebung ihren Steuersatz um fünf Prozent. Die katholische Kirchgemeinde Münsingen reduziert die Kirchenstern gar um 13 Prozent. Gleichzeitig wird das verstärkte Engagement im Sozialbereich weitergeführt.

Die mögliche Senkung des kantonalen Gewinnsteuersatzes und die geplante Unternehmens­­steuerreform III des Bundes wurden für den Finanzplan 2019 - 2023 einberechnet. Dazu kommt die eigene Steuersenkung der Gesamtkirchgemeinde, welche die Steuereinnahmen im kommenden Jahr um gut eine halbe Million Franken reduziert. Trotzdem sieht das genehmigte Budget 2019 von Katholisch-Bern eine ausgeglichene Rechnung bei rund 32 Millionen Franken Ertrag vor - nach dem Volks-Nein zum Steuergesetz werden die Abschlüsse voraussichtlich noch positiver ausfallen.

Weiter­geführt werden kann auch das Ziel "Diakonisches Engagement stärken", wofür im Sozialbereich 730'000 Franken jährlich zusätzlich ausge­geben werden. Der ausgeglichene Finanzhaushalt lässt zudem Spielraum für verschiedene bauliche Investitionen. Die wichtigsten Ursachen für die positiven Zahlen sind die gute Wirtschaftslage sowie die nur wenig rückläufigen Mitgliederzahlen der römisch-katholischen Kirche der Region Bern, der über 62'000 Menschen angehören.

Auch Münsingen senkt Kirchensteuern

Die Kirchensteuern der katholischen Kirchgemeinde Münsingen werden ab 2019 sogar um 13 Prozent gesenkt - diese betrifft die Katholiken und Katholikinnen der Gemeinden Münsingen, Rubigen, Wichtrach, Kiesen und Allmendingen. Die Stimmberechtigten sind damit dem Kirchgemeinderat gefolgt. Die Steuersenkung erfolgt dank der leicht wachsenden Mitgliederzahlen und einer guten Finanzlage. Wichtige bauliche Investitionen sind in den letzten Jahren getätigt worden, so etwa die energietechnische Sanierung aller Gebäude, die Installation von Photovoltaikanlagen auf Pfarreizentrum und Pfarrhaus und die Umrüstung aller Heizungsanlagen auf erneuerbare Energie. Somit wird dem Grundsatz Genüge getan, dass nicht mehr Steuern erhoben werden, als für die Erfüllung der Kernaufgaben der Pfarrei benötigt sind. Gleichzeitig verstärkt die katholische Kirchgemeinde Münsingen ihr Engagement im Sozialbereich. Die Beiträge für In- und Auslandhilfe werden erhöht. Das von den Stimmberechtigten bewilligte Budget 2019 sieht eine ausgeglichene Rechnung vor. 

Projekt für katholische Gemeindefusion

In der regionalen Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung behandelte der Grosse Kirchenrat neben Budget 2019, Finanzplan und Steuersenkung drei Baugeschäfte. Er stimmte der Kreditabrechnung Dachsanierung Pfarreizentrum St. Mauritius Bethlehem zu und bewilligte Kreditanträge zur Innensanierung des katholischen Kirchen­raums im Ökumenischen Zentrum Ittigen (376'000 Franken) und zu Lifteinbau und Küchen­sanierung im Pfarreizentrum St. Antonius Bümpliz (615'000 Franken)

An der letzten Sitzung der Legislatur sprach sich das Parlament der Gesamtkirch­gemeinde ausserdem einstimmig für den Projektantrag Fusionsprozess aus: In fünf Phasen soll bis ins Jahr 2022 die Fusion aller Kirchgemeinden und der Gesamtkirchgemeinde zu einer einzigen Kirchgemeinde Region Bern umgesetzt werden. Unter Einbezug von Kritikern am Zusammenschluss sollen Grundidee, Grundsätze und ein Detailprojekt entstehen. Zur Projektorganisation gehören eine intensive Kommunikationsarbeit sowie Meilenstein-Entscheide, bei denen der Prozess jeweils gestoppt oder fortgeführt werden kann.

Zum Abschluss wurden diverse Verabschiedungen vorgenommen: So wird die Finanz­verantwort­liche Dorothée Karlen nach über 40 Jahren Verwaltungsarbeit pensioniert. Neben dem bereits bekannten Rücktritt von Gerda Hauck aus dem Kleinen Kirchenrat informierte zudem dessen Präsident Ignaz Caminada über seine Demission per Ende Jahr.

So berichtet das "Pfarrblatt" über die Sitzung des Grossen Kirchenrates

22. November 2018
erstellt von Kommunikationsstelle
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