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Billet d'amour (Karl Graf)

nada te turbe,
nada te espante,
Quien a Dios tiene
nada le falta
solo Dios basta. 

Nichts soll dich verwirren,
nichts soll dich erschrecken.
Dem, der Gott gefunden,
dem fehlt nichts.
Gott allein ist genug.

Was hat denn Teresa von Avila mit den kleinen Zettelchen zu tun, die Verliebte einander im Geheimen zustecken?

Ein spanischer Mönch und Historiker forschte über das kurze Lied und Gebet „Nada te turbe“, das Teresa von Avila zugeschrieben wird. Er fand heraus dass die Sprache und die poetische Form dieser Worte auf Johannes von Kreuz hinweisen, mit dem Teresa eine tiefe Freundschaft und das gemeinsame Lebenswerk der Ordensreform verband. Bei ihm fühlte sie sich in ihrer spirituellen Suche tief verstanden. Johannes hatte die Gewohnheit, Menschen, mit denen er im Gespräch war, kleine Zettelchen mit einfachen Merksätzen mitzugeben. Einen solchen Zettel hätte Teresa dann abgeschrieben und in ihr Gebetbuch gelegt. Dort hat man es nach ihrem Tod auch gefunden.

Mich berührt diese Geschichte: Spiritualität reift nicht nur in Einsamkeit und Stille, sondern ebenso im Gespräch mit vertrauten Menschen, mit denen wir unser Suchen teilen können.

27. Oktober 2011