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Die geschenkte Million.. (Albrecht Mattner)

 

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen eine Millionen Franken geschenkt. Da macht sich doch wahrscheinlich grosse Freude und ein gutes Gefühl breit! Wie wäre es nun aber, wenn Sie eine Million geschenkt bekommen, und kurz darauf ihr Nachbar zur linken zwei Millionen Franken und ihr Nachbar zur rechten fünf Millionen Franken? Wie fühlen sie sich jetzt? Ist das gute Gefühl immer noch da oder bereits verschwunden? Mich erinnert dieses Gedankenexperiment an das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg aus Mathäus 20,1-15. Ein Hausherr stellt über den Tag verteilt Arbeiter für seinen Weinberg an und vereinbart mit einem jeden den Lohn. Was den Arbeitern zunächst nicht auffällt ist, dass er mit einem jedem die genau gleiche Lohnsumme vereinbart. Als es am Abend zur Auszahlung des vereinbarten Lohnes kommt, erhalten alle gleich viel ausbezahlt, egal, wann sie mit der Arbeit begonnen haben. Da murren die Arbeiter, die als erste eingestellt wurden. Sie hatten sich mehr Lohn erhofft, da sie ja eher mit der Arbeit begonnen hatten. Doch der Hausherr weist sie zurecht und lässt die Kritik nicht gelten. Er verweist darauf, dass er ihnen ja den vereinbarten Lohn ausbezahlt hat und dass er das Recht hat, mit seinem Eigentum so umzugehen wie er will. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie diese Bibelstelle lesen? Was löst der Text in Ihnen aus? Haben Sie Verständnis für die Argumentation des Hausherrn, oder empfinden Sie es auch als ungerecht, wie der Hausherr handelt? Jesus möchte uns mit diesem Gleichnis wieder einmal eines deutlich machen: Gottes Massstäbe sind einfach anders als unsere Massstäbe. Ob uns das nun passt oder nicht. Gelingt es uns, uns darauf einzulassen? Ich gebe ehrlich zu, mich fordert diese Bibelstelle sehr heraus. Wie geht es Ihnen? Mir hat der Gedanke geholfen, mich nicht so sehr mit anderen zu vergleichen, sondern vielmehr dankbar zu sein für das, was ich bekommen habe. Ich wünsche mir und Ihnen, dass wir Gottes Unterstützung im Ringen um das rechte Verständnis seiner Massstäbe erfahren und es uns dabei gelingt, seinem Bild ähnlicher zu werden. Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche!

Albrecht Mattner

4. Februar 2011