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Für Gabriele di Francesco ist die gemeinschaftliche Dimension der Kirche zentral. Foto: Niklaus Baschung

DIE KIRCHE FÖRDERT DIE INTEGRATION

GABRIELE DI FRANCESCO TRITT FÜR DIE WAHLPERIODE 2021-2023 DIE NACHFOLGE VON MICHEL ESSEIVA AN – ALS PRÄSIDENT DES KIRCHGEMEINDERATES DER KIRCHGEMEINDE BIEL UND UMGEBUNG.

Das Präsidium des Kirchgemeinderats ist ein herausforderndes Amt. Was motiviert Sie dazu?

Gabriele di Francesco: Ich war bereits 15 Jahre lang Mitglied des Kirchgemeinderates, zuerst als Präsident des Zentrumrates der italienischsprachigen Mission (MCLI) und dann als Vizepräsident des Kirchgemeinderates. Ich wurde angefragt, Michel Esseiva zu folgen, und ich nahm dies gerne an. Ich interessiere mich für das Leben der Kirche und für andere Kulturen; das schien mir ein logischer Schritt zu sein.

Gibt es Ziele während dieser ersten Amtsperiode, die Sie erreichen möchten?

Spontan möchte ich antworten: "Fülle die Kirchen!" "Auch wenn dieses Anliegen natürlich eher pastoraler Natur ist. Aber ich möchte dazu beitragen, die Teilnahme an Gottesdiensten und am Gemeinschaftsleben wiederzubeleben. Ich wünschte auch, ich könnte ein gewisses finanzielles Wohlergehen in der Kirchgemeinde aufrechterhalten. Es ist wichtig, das Erreichte und natürlich unsere Mitarbeiter zu behalten.

Wie fühlen Sie sich dabei?

Es ist sehr anregend, in einer neuen Position zu sein! Ich mag Herausforderungen. Aber das Engagement ist beträchtlich und ich habe auch Respekt vor der Aufgabe. Ich hoffe, dass ich dem gewachsen bin. Glücklicherweise kann ich in der ersten Zeit auf die Unterstützung von Michel Esseiva, unserem ehemaligen Präsidenten, zählen. Ich kann von seiner langjährigen Erfahrung profitieren und bin ihm sehr dankbar.

Welchen Platz nimmt der Glaube in Ihrem Leben ein?

Aufgrund meiner italienischen Herkunft bleibe ich dem Glauben sehr verbunden. Ich gehe sonntags zur Messe und nehme an kirchlichen Aktivitäten teil. Ich könnte mir mein Leben nicht anders vorstellen. Ich habe ein kleines Problem mit denen, die sagen: "Ich glaube, aber ich praktiziere nicht". Für mich bildet dies ein Ganzes. Aber es geht nicht nur um den Gottesdienst. Die gemeinschaftliche Dimension der Kirche ist für mich von grundlegender Bedeutung. Die Kirche ist ein starker Integrationsfaktor. genau wie Fußball! Ich habe für den FC Azzurri Bienne gespielt und das hat mir auch ermöglicht, Beziehungen aufzubauen.

Ein paar Worte zu Ihrem Engagement in der Kirche?

Abgesehen von meinen 15 Jahren im Kirchgemeinderat war und bin ich Lektor. Mit meiner Frau begleiten wir seit mehr als zehn Jahren Verlobte auf ihrem Weg zur Vorbereitung auf die Ehe. Ich bin auch Teil einer Gruppe, welche die Weihnachtskrippe am MCLI vorbereitet. Ich organisiere gerne Partys, bastele, dekoriere.

Die Corona-Pandemie stellt die Kirchgemeinde vor grosse Herausforderungen . . .

. . . ja, das ist eine anspruchsvolle organisatorische Aufgabe! Mit dieser Gesundheitskrise ist alles komplizierter geworden und die Menschen haben sich entfernt. Die grosse Herausforderung wird sein, sie zurückzugewinnen, sobald alles wieder normal ist. Werden die Gläubigen weiterhin motiviert sein, ihre kirchlichen Aktivitäten wieder aufzunehmen und hier ein soziales Leben zu finden? Es macht zweifellos weniger Spass, in die Kirche als zu einem Rockkonzert zurückzukehren!

Diese Krise führt auch zu einer erheblichen Verringerung der Steuereinnahmen für die Kirche. Ist die Aufrechterhaltung von drei Pfarreizentren in einem solchen Kontext noch sinnvoll?

Mit weniger Geld müssen wir uns anpassen. Dies wäre vielleicht eine Gelegenheit, die Freiwilligenarbeit noch mehr zu fördern ... Was die Frage der drei Zentren betrifft, so scheint mir diese Reflexion im Moment verfrüht. Unsere Kirchgemeinde ist sehr vielfältig. Heute brauchen wir mehrere Kirchen, um die Gottesdienste in allen Sprachen zu gewährleisten, da wir wissen, dass sich die Feierlichkeiten auf die Wochenenden konzentrieren. Wir könnten noch über eine bessere Nutzung der Räumlichkeiten unserer Pfarreizentren nachdenken. Bei Bedarf kann man sich von anderen Immobilien loslösen, bevor man sich von einer Kirche trennt.

Sie sind der erste italienischsprachige Präsident des Kirchgemeinderats. Was bedeutet dies für Sie?

Eine Ehre und ein Zeichen der Integration. Ich habe nie nach Macht gesucht. Mich interessiert, einer Gemeinschaft anzugehören und für sie zu arbeiten. Ich möchte dein Präsident für die gesamte Kirchgemeinde sein und Entscheidungen in diese Richtung treffen.

Unsere Gemeindemitglieder bilden eine romanisch sprachige Mehrheit. Deutsch wird zur Sprache einer Minderheit. Was kann die Kirchgemeinde tun, um die deutschsprachigen Menschen zum vermehrten Mitmachen zu ermutigen?

Es gibt Zeiten wie diese und es ist wahr, dass im Moment quantitativ mehr französisch-, italienisch- und spanischsprachige Menschen im Kirchgemeinderat sitzen. Aber man kann sich vorstellen, wenn es darum geht, ein Mitglied des Rates zu ersetzen oder neu zu wählen, sich stattdessen für deutschsprachige Menschen zu entscheiden. Es liegt auch an ihnen, sich zu profilieren. Mir scheint, es ist wichtig, gut zusammenzuarbeiten, ohne die eine oder andere Sprachgemeinschaft zu diskreditieren.

Interview: Redaktion Angelus

ZUR PERSON

Gabriele Di Francesco wurde am 3. März 1973 geboren. Er hat die schweizerische und italienische Staatsangehörigkeit, ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Er übt den Beruf des «Management Controllers» aus. In der Freizeit liebt er Fussball und hat Freude an seinem Aquarium.

2. März 2021
erstellt von angelus