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Die Kunst der kleinen Schritte - Christine Zybach

Gott, Du weisst, wie sehr wir der Freundschaft und Liebe bedürfen.
Gib, dass ich / wir dem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschäft
meines Lebens gewachsen sind.
Verleihe uns die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte,
mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.

                                                         (nach A. de Saint – Exupèry)

 

In diesem Monat darf ich nicht nur die verschiedenen Farben des Alltags, sondern auch  festliche Tage erleben,  darunter unseren Hochzeitstag. Fast ein halbes Leben sind wir miteinander unterwegs, Schritt für Schritt- unsichere, entschiedene, frohe, zweifelnde, traurige, glückliche Stunden prägten die verschiedenen Lebensabschnitte. Für diese gemeinsame, erfüllende Zeit bin ich/sind wir sehr dankbar.

Dieses Jahr spricht mich der folgende Text besonders an:

Wenn sie mich fragen, 
ob ich immer noch verheiratet sei,
dann sage ich: Ja,
und glücklich. Schon lange.

Dabei haben wir uns gerade gestritten.
Und manchmal,
da weiss ich gar nicht,
was du den ganzen Tag machst.
Und der Staub auf so viel Papier
nervt.

Aber doch immer,
immer wieder
im gemeinsamen Haus,
hüten wir den heiligen Zwischenraum Treue.
Spät abends müde,
bei einem Glas Wein,
zum Beispiel.

Ina Praetorius
In: Mein grösster Luxus. Fastenzeitkalender, Ostfildern (Patmos) 2013 

 

19. September 2013