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Foto: R. Harvey

Dimension: unendlich (Nicole Arz)

Kürzlich hat mir eine gute Freundin erzählt, dass sie einen Bericht darüber gehört hätte, wie unendlich die Dimensionen des Weltalls seien. Unser Sonnensystem, dessen Ausmasse wir uns schon nicht mehr vorstellen können, bilde mit anderen Sonnensystemen eine Galaxie, die wiederum an andere Galaxien grenze. Einfach alles in Dimensionen, die für uns schlichtweg nicht begreifbar sind. Meine Freundin bekam durch den Bericht plötzlich grosse Angst. Sie wurde sich ihrer vermeintlichen Bedeutungslosigkeit bewusst, konnte sich nicht mehr vorstellen, dass es einen Gott gibt, der sich um die Erde kümmert und um uns, jetzt und wenn wir gestorben sind.

Ich habe ihr dann geantwortet, dass wir uns ja nicht vom Weltall her definieren müssen, sondern von unserer Umgebung, unserer Umwelt und unserem Leben zwischen den Mitmenschen. Das hat sie in diesem Moment nicht wirklich überzeugt und auch ich habe noch lange darüber nachgedacht. Macht die unfassbare Grösse des Weltalls die Existenz Gottes wirklich unwahrscheinlicher?

Es gab und gibt ja viele Menschen, die zwar von dieser Existenz zutiefst überzeugt sind, aber auch davon, dass sich Gott nur um eine bestimmte Gruppe, um ein bestimmtes Volk, um eine bestimmte Glaubensgemeinschaft kümmern mag. Für diese Leute ist es schon unvorstellbar, dass auch Menschen, die anderes oder gar nichts glauben, in Gottes Hand geborgen sind – in Weltraumdimensionen müsse sie erst gar nicht denken.

Ich weiss nicht. Aber irgendwie denke ich, wir sollte Gott schon ein bisschen etwas zutrauen! Ein bisschen mehr, als in unserem Vorstellungsvermögen Platz hat. Schliesslich ist es doch Gott! Meinen Sie nicht auch?

19. Februar 2011