Lerncoach Romeo Pfammatter beim kurzweiligen Training mit Naira.

Durch ein gutes Lerngefühl Kinder stärken

Romeo Pfammatter wirkt seit fünf Jahren als Jugendarbeiter in den Pfarreien Bümpliz und Bethlehem. Als Lerncoach unterstützt er Kinder aller Schulstufen. Mit seinen Erfahrungen hat er nun ungewöhnliche Videos für den Hausgebrauch konzipiert: Die Lernavanti-Clips sind eine kurzweilige Methode, um besser Rechnen, Lesen und Schreiben zu lernen. In einem grossen Porträt würdigte auch die "Berner Zeitung" das Angebot.

Da sind weder Schulstress noch Lerndruck zu spüren, obwohl das Lernen im Mittelpunkt steht und Mädchen und Buben mit schulischen Defiziten angesprochen werden. Die Video-Clips auf der neuen Webseite http://www.lernavanti.ch kommen locker daher und kurzweilig. Lerncoach Romeo Pfammatter erklärt in seinem sympathischen Walliserdeutsch während den Filmchen auch ab und zu, dass stundenlanges Pauken keinen Sinn mache. Täglich kurze Lernsequenzen müssten Spass machen und erfolgsversprechend sein, dann gewännen gerade Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten Freude und Selbstvertrauen. So trägt das Porträt von Lernavanti in der "Berner Zeitung" den Titel: "Ich will stundenlanges Büffeln vermeiden" – Link zur BZ vom 31. August 2018.

In seinen Videos begegnet Jugendarbeiter Romeo Pfammatter den jungen Menschen auf Augenhöhe, nimmt sie ernst, wird zu ihrem erwachsenen Begleiter, der sie stützt und stärkt. Da sitzt etwa Naira mit ihrem kleinen Spielzeug-Pferd am Tisch, als die Kamera läuft. Es entsteht eine unterstützende Lernatmosphäre und sofort kann man sich vorstellen, wie das Mädchen auf diese Weise rasche Lernfortschritte macht. So regen die Lernavanti-Videos auch an, mit dem eigenen Nachwuchs die schulische Laufbahn auf solch konstruktive Art zu durchlaufen.

"Easy Rechnen" - ein Beispiel der Lernavanti-Clips

Breite Erfahrungen als Lerncoach

Jede Woche besuchen etwa 20 Kinder den Lerncoach Romeo Pfammatter in den katholischen Berner Pfarreien St. Mauritius in Bethlehem und St. Antonius in Bümpliz. Ein Schwerpunkt liegt bei Zweit- und Drittklässlern, die für 20- bis 30-minütige Treffen vorbeikommen, um die Grundfertigketien zu trainieren. Zu einer anderen Gruppe gehören Jugendliche ab der 5. und 6. Klasse, aber auch mal Lehrlinge, Gymeler oder Studierende - sie brauchen Coachings, die jeweils etwa 45 Minuten bis zu einer Stunde dauern.

Dieses ausserschulische Angebot der katholischen Kirche spricht die jungen Menschen als Lernende an, aber eben nicht verschult und ausserhalb von Schulzimmern. Dahinter steckt eine zutiefst christliche Weltsicht mit einem grossen Vertrauen in die Kinder als eigenständige Menschen. Es gilt, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und sie zu stärken - ein gutes Lerngefühl hängt zusammen mit einem guten Lebensgefühl.

Die Nachfrage nach den kindergerechten Trainings und Coachings von Romeo Pfammatter ist gross. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda, Empfehlungen von Schulen und Lehrkräften, über Sozialarbeitende, in Kirchen aufgelegte Flyer oder Eltern untereinander melden sich laufend neue Jungen und Mädchen für das kostenlose Angebot. Natürlich profitieren besonders lernbenachteiligte Kinder davon. Die meisten sprechen nicht Deutsch als Muttersprache, sie haben einen Migrations-Vordergrund und sprechen zuerst Türkisch, Albanisch, Arabisch oder Italienisch.

Lernavanti-Clips als einzigartige Lernmethode

Viele Lernschwierigkeiten sind auf mangelnde Grundfertigkeiten in Lesen, Rechnen und Schreiben zurückzuführen, stellt Romeo Pfammatter fest: "Aber blitzschnell im Kopf rechnen, flüssig und zügig lesen, sicher schreiben - das sind fachliche Kernkompetenzen, die jedes Kind benötigt, um auf Dauer gute Leistungen in der Schule zu erbringen." Genau hier setzt das Konzept von Lernavanti an. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen als Lehrer und Lerncoach hat Romeo Pfammatter nun im Auftrag der Katholischen Kirche Bern-West und mit Unterstützung der ElternLehre und der Akademie für Lerncoaching vorerst vier verschiedene Lernclips für Eltern konzipiert. So kann er die Wirkung seiner Arbeit verbreitern und multiplizieren. Damit bestärkt er auch die Väter und Mütter in der Rolle, das Lernen und Leben ihrer Kinder konstruktiv zu begleiten. Denn mit den Lernavanti-Clips bekommen Eltern einfache Lernmethoden in die Hand, wie sie die Grundfertigkeiten in Rechnen und Lesen ihrer Kinder verbessern können. Die Lernavanti-Clips dauern im Schnitt fünf Minuten. Sie wurden auch für Migrantinnen und Migranten konzipiert und deshalb übersetzt in Französisch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Albanisch, Italienisch und Türkisch. So können sie unabhängig von Herkunft und Religion eingesetzt werden.

Das Beispiel macht Schule

Die spielerischen und kurzweiligen Lernmethoden von Lernavanti unterstützen und motivieren Kinder beim Lernen von Grundfertigkeiten. Es geht um effizientes Trainieren und automatisches Aneignen. Dabei hilft die entspannte und positive Lernatmosphäre. Die sorgfältig angewandten Techniken ermöglichen Erfolgserlebnisse und ein Gefühl von Kompetenz. Sie fördern die Beziehung durch Ermutigen, Loben und Verständnis. Unabhängig vom Lernniveau können sich die Kinder als wertvoll wahrnehmen. Das Verlangen nach Anerkennung und Wertschätzung ist ein Grundbedürfnis. Gerade Kinder mit Lernschwierigkeiten brauchen solch positive soziale Lernerfahrungen in verlässlichen Beziehungen. "Die Lernavanti-Clips tragen dieser pädagogischen Grundhaltung Rechnung", erklärt Romeo Pfammatter. Mit dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wachse ein gesundes Selbstwertgefühl als Voraussetzung für aktives und selbstmotiviertes Handeln.

Durch Lernavanti tritt die Jugendarbeit der Pfarreien in Bern-West auf eine ungewöhnliche Art an die Öffentlichkeit. Romeo Pfammatter macht mit der Katholischen Kirche Region Bern im Rücken ganz wichtige Anliegen populär: Das Stärken von Menschen und die Integration beginnt mit einer sorgfältigen Arbeit mit Kindern auf Augenhöhe. So ist aus Lernavanti ein einzigartiges diakonisches Projekt geworden.

kjr

Die Lernavanti-Clips sind ab sofort via die neue Website www.lernavanti.ch sowie bei YouTube kostenlos zugänglich.

20. August 2018
erstellt von Kommunikationsstelle
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