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Ein dicker und ein dünner Engel - Zita Schild

Diese beiden Engel sehen anders aus: Isoliert stehen sie da in ihrer eigenartigen Gestalt und ihren gestutzten Flügeln. Sind das wartende Engel? Arbeitslose Engel? Was werfen sie für ein Licht auf den Absender? Könnten uns diese Engel begleiten oder eine Botschaft übermitteln? Sehen sie nicht eher aus, als müssten sie begleitet werden, als müsste ihnen gesagt werden, was sie zu tun haben? Würden wir uns von solchen Engeln begleiten lassen?

Engel sind Boten des unsichtbaren Gottes, des ganz Anderen und trotzdem ganz Gegenwärtigen. Sie teilen uns mit, dass Gottes Wege nicht unsere Wege sind, dass unsere Wertvorstellungen und Menschenbilder nicht Seine sind. Das wird in den beiden Engeln von Wolfgang Kulzer geradezu körperlich fassbar. Die Verschiedenheit der beiden Engel macht deutlich, wie gross und gegensätzlich die Unterschiede sein können. Durch sie wird offensichtlich, wie weit unser Menschen-und Weltbild gefasst sein muss, um nicht nur Abweichungen vom Normalen, sondern auch die Extreme so zu integrieren, dass sie selbstverständlich dazugehören. Ganz normal anders.

 

Der Künstler:
Wolfgang Kulzer, ist 1963 mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen und in Würzburg aufgewachsen. Seit 1999 lebt er in einer Einrichtung für Menschen mit einer geistigen Behinderung  in Wuppertal. Seine Hauptmotive sind Engel und Kühe.

9. November 2013