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News-Artikel

Ein Kinderhospiz für Bern

„Wenn ich nicht gesund werde, dann sterbe ich“

Was die 15jährige Rebekka Hofer einst kurz vor ihrem Tod sagte, bewegt ihre Eltern und eine Gruppe engagierter Menschen weiterhin. Sie wollen Allani aufbauen – ein Kinderhospiz für Bern, ein Herzensprojekt.

Hospize haben es sich zur Aufgabe gemacht, unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase zu beherbergen. Die betroffenen Menschen werden dabei im Sinne der Palliative Care begleitet und versorgt. Die Idee von Allani ist ein Kinderhospiz – hier sollen Familien mit Kindern in lebensbedrohlicher Lage durchatmen können. Sie sollen Kraft schöpfen – hier sollen aber auch Kinder sterben dürfen. Ein professionelles Team pflegt mehr als es behandelt, koordiniert und organisiert. Das Team besteht aus Menschen, die den kleinen und grossen Mitmenschen aufmerksam begegnen und sie unterstützend begleiten. Die Bezeichnung Hospiz verweist auf den ursprünglichen Gedanken der „Beherbergung“. Bei Allani sollen Kinder und ihre Familien ein Zuhause auf Zeit finden können.

So hat das für Bern geplante Allani-Hospiz verschiedene Menschen im Blick:

  • Kinder mit einer lebenslimitierenden Diagnose sollen ein Zuhause auf Zeit finden. Hier stehen sie im Zentrum, werden kindergerecht behandelt und dürfen trotz aller Schwere lustige und leichte Momente erleben.
  • Mütter und Väter können Unterstützung in dieser belastenden Situation finden, entlastet werden und wissen, dass ihr Kind von liebevollen und guten Händen umsorgt wird.
  • Brüder und Schwestern wissen, dass ihre Geschwister gut umsorgt werden, jederzeit besucht werden können und dass auch ihren eigenen Bedürfnissen Rechnung getragen wird.

 

Berührt und betroffen

Im August 2018 trat der Verein Allani erstmals an die Öffentlichkeit. Die Berner Zeitung publizierte ein berührendes Porträt von Ingrid und Ueli Hofer – sie ist biomedizinische Analytikerin, er arbeitet in der Metallbranche. Ihre Tochter Rebekka starb 2012 im Alter von 15 Jahren an einem Tumor. Nun engagieren sich die beiden für Allani, unter anderem als Vorstands-Mitglieder: Sie möchten betroffene Familien auf ihrem Weg unterstützen.

Im Vorstand aktiv ist auch der katholische Theologe Patrick Schafer. 2018 wechselte der Seelsorger von der Pfarrei St. Antonius in Bümpliz ans Inselspital Bern. Er hat in verschiedenen beruflichen Tätigkeiten Menschen in der letzten Lebensphase begleitet. Nun wirkt er als Spitalseelsorger und wirkt im Care-Team der Insel mit. Aus seinen Erfahrungen heraus weiss er, wie wichtig ein Ort ist, an dem Familien ein Zuhause auf Zeit finden können. In einer scheinbar hoffnungslosen Situation Mut und Kraft zu finden – dies soll im Hospiz möglich sein.

Eine Vision für Kinder und Familien Bern

Zur Vision eines stationären Kinderhospiz gehören für die Allani-Leute verschiedene Elemente:

  • Ein Ort für sechs bis acht Kinder mit einer lebenslimitierenden Diagnose und ihre Familie bzw. Menschen, die sie lieben
  • Entlastungsangebote für Familien mit schwerst kranken Kindern sowie Ferienbetten
  • Professionelle medizinische, pflegerische und therapeutische stationäre Betreuung und Begleitung
  • Ansprechpartner/innen für die Themen, die sich aus der Diagnose für die Kinder und Familien ergeben
  • Weiterführendes Betreuungsangebot für die Angehörigen nach dem Tod eines Kindes
  • Aussenraum und Natur, Raum für Rückzug und Zusammensein
  • Eine Atmosphäre, in der Lebendigkeit und Humor Platz haben
  • Religiöse und spirituelle Offenheit

 

Mit Gönnersuche und Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Planung versucht der Trägerverein in der nächsten Zeit seiner Vision ein paar Schritte näher zu kommen. Eine Allani-Botschafterin ist Heidi Maria Glössner, die wunderbare Schweizer Film- und Theaterschauspielerin die seit langem in Bern lebt. Sie formuliert es so: „Es macht mich froh, dass es in unserer Stadt Menschen wie die Initiatoren von Allani gibt. Es sind ebenso traurige wie unendlich wichtige Fragen, denen sie sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement stellen und verpflichten. Fragen, die mich als Mutter und Grossmutter gleichermassen erschrecken und tief berühren. Ein Ort wie Allani würde für Familien in ihren schwersten Stunden Hilfe und Zuflucht sein.“

www.allani.ch

3. Januar 2019
erstellt von Kommunikationsstelle
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