kath: bern

News-Artikel

News

Frühlingsglaube (Nicole Arz)

Durch Heizung und elektrisches Licht, durch die Entwicklung der Gesellschaft hin zu Freizeit- und Sportorientiertheit, hat sich das Bild des Winters in unseren Breiten sehr gewandelt. Früher war er eine harte Zeit: dunkel und kalt, geprägt durch Hunger und Entbehrung. In ungeahntem Massen haben sich unsere Vorfahren nach dem Frühling gesehnt, nach Wärme und Licht und einem Boden, der nicht gefroren ist. Eine Sehnsucht, die uns geblieben ist und deren Erfüllung in den letzten Tagen nur allzu gut zu beobachten war in den Strassencafés, auf den Rasenplätzen und in den blühenden Gärten: die Menschen zieht es nach draussen und das Leben scheint ein kleines bisschen leichter und einfacher. Im Frühling stehen die Zeichen wie niemehr sonst im Jahreslauf auf Neubeginn und auf Hoffnung und die Natur ist manchmal dermassen schön, das es kaum mehr fassbar ist.

Der Dichter Ludwig Uhland schrieb um 1800 in seinem Gedicht "Frühlingsglaube" die Zeilen:"Es blüht das fernste, tiefste Tal/ nun, armes Herz, vergiss der Qual!/ Nun muss sich alles, alles wenden."

Nach vielen, vielen Frühlingen weiss man, dass sich nicht alles wendet und manches schwer bleibt.
Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass aber alles, was Sie bedrückt, etwas erträglicher wird und Sie diese wunderbare Zeit des Grünens und Blühens geniessen können.

Nicole Arz

 

10. April 2011