Während dem Sonntagsgottesdienst vom 24. März inder der Kirche Bruder Klaus, Biel. Foto: Niklaus Baschung

GOTTESDIENST FEIERN

DER MONAT MAI LIEGT GANZ IN DER OSTERZEIT UND SOLL DER VEREHRUNG VON OSTERN DIENEN. ABER – FEIERT DIE KIRCHE NICHT JEDEN TAG OSTERN?

Jede Gemeinde hat am Sonntag den Auftrag, das Leben, Leiden und Sterben, besonders aber das Auferstehen Jesu in der Kirche zu feiern. Das geschah bis vor Jahrzehnten neben den Werktags Feiern in der Regel im sonntäglichen Gottesdienst. Diese Feiern teilen sich in zwei gleichberechtigte Teile auf: in die Wortfeier und in die Eucharistie – also in den Tisch des Wortes (Ambo) und in den Tisch des Brotes (Altar). Brotteilen ist zwingend mit dem Hören des Wortes verbunden und aufeinander verwiesen – wichtig ist aber auch, dass die im Gottesdienst gehörte Botschaft als Zeugnis in den Alltag hinausgetragen wird!

Dass sich in Bezug auf das Gottesdienstangebot einiges verändert hat, ist offensichtlich. Vom flächendeckenden Angebot, dass in jeder Pfarrei jedes Wochenende Eucharistie gefeiert werden kann, muss aus verschiedenen Gründen Abschied genommen werden. Die Anzahl der Priester ist alarmierend tief und wird in den nächsten zehn Jahren noch weiter zurückgehen. So sind nun neue, den Umständen und dem noch vorhandenen Personal angepasste Gottesdienste entstanden. Regelmässig wird nun zu Andachten und Kommunionfeiern eingeladen. Natürlich sind diese Feiern anders, als die Kirchgänger es sich gewohnt sind. Die verschiedenen Pfarreien kommen aber dem Auftrag nach einer sonntäglichen Feier in der Gemeinschaft vor Ort nach!

Erfülle ich denn auch meine Sonntagspflicht, wenn ich in einer Wort-Kommunionfeier mitgefeiert habe? Grundsätzlich gehört zum liturgischen Leben eines Katholiken (laut Katechismus 2041ff.) die Teilnahme an einer Heiligen Messe – also einer Eucharistie. Diese Frage stellen sich vielleicht heute einige Mitmenschen. Die Antwort ist sehr von der persönlichen Einstellung jedes einzelnen geprägt. Sicher ist aber, dass das Mitfeiern in einer Wort-Kommunionfeier jenem Auftrag zur Teilnahme am liturgischen Leben einer Pfarrei sehr nahe kommt. Einerseits ist der Wortteil in der sonntäglichen Wort-Kommunionfeier identisch mit jenem in der Messe. Andererseits verbindet sich die Kommunionfeier mit der Eucharistie, in der die gereichte Kommunion zum Leib Christi geworden ist. Deshalb wir in der Regel auch dieser praktische Bezug im Gebet zur Einleitung der Kommunionfeier erwähnt.

Wer aber gerne jeden Sonntag in einer Heiligen Messe mitfeiert, der kann nach Konsultation des Gottesdienstplanes im Angelus eine für ihn passende Feier finden.

Hans-Peter Vonarburg, Diakon

 

 

26. April 2019
erstellt von angelus