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Herbstbilder (Nicole Arz)

Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Gelände reifen
Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.

Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Mondesglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz.

2 Strophen aus „Bunt sind schon die Wälder“ von Johann Graudenz von Salis-Seewis

Herbst ist Erntezeit. Nun kann gepflückt werden, was im Frühjahr gepflanzt, gesetzt und gepflegt wurde. Die Arbeit von damals trägt ihre Früchte, dieses Jahr ganz besonders üppig. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Es gibt Jahre, da werden grosse Teile der Ernte vernichtet, durch Hagel, Hochwasser, Frost oder Trockenheit.  Ins Leben übertragen kennen wir das alle. Denn wer weiss schon im Moment des Arbeitens, ob er auch ernten kann? Ob all die investierten Mühen auch irgendwann Früchte tragen?

Es gibt auch das Umgekehrte.

Wir sind im Frühling in ein Haus auf dem Land gezogen. Im Garten stehen viele alte Obstbäume, an der Hausmauer wachsen Reben. Und jetzt – wir haben noch kaum Arbeit investiert, hängen die Zweige voller Trauben, Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen. Einfach so, einfach als Geschenk. Auch das Leben macht manchmal Geschenke. Haben Sie das auch schon erlebt? Manchmal lösen sich Probleme von selbst, ganz neue Wege tun sich auf oder Dinge nehmen unerwartet eine positive Wendung.

Nehmen wir uns einmal Zeit zum Danken. Danke für die Ernte, danke für die Geschenke des Lebens, danke dafür, dass wir eine Arbeit haben, die Früchte trägt. Danke dafür, dass es immer wieder einen Weg gibt und einfach für die Farbigkeit des Lebens.

10. September 2011