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Niklaus Baschung Redaktor Angelus

In Erwartung

Beinahe jeden zweiten Donnerstag, wenn die Pfarrzeitung "Angelus" bei den Leser und Leserinnen in die Briefkästen gesteckt wird, melden sich Leute per Mail oder Telefon auf der Redaktion. Manchmal sind die Menschen verärgert: weil sie die Zeitung bekommen, obwohl sie doch aus der Kirche ausgetreten seien; oder weil die Adresse falsch ist; oder weil man keine Lust hat die Zeitung zu lesen; oder weil sie keine oder gleich zwei Exemplare erhalten haben.

Nun ist die Redaktion für die meisten dieser Reaktionen der ganz falsche Adressat, denn hier werden weder die Adress-Listen zusammengestellt und verwaltet, noch stecken Redakteure den Angelus persönlich in die Briefkästen. Trotzdem nehme ich solche Reklamationen möglichst freundlich entgegen und versuche den Ursachen des Ärgers nachzugehen oder die Meldung weiterzuleiten.

Jeden zweiten Donnerstag also bin ich in Erwartung: auf Leute, die mich in unangenehmer Stimmung anrufen. Als ich diesmal einen Anruf entgegennehme, erklärt die Frau am Telefon:" Ich danke Ihnen für den Artikel im Angelus." Zunächst bin ich sprachlos, weiss gar nicht von was sie redet. Gleichentags schreibt ein Leser in einem Brief, dass er verschiedene Angelus-Ausgaben während dem Jahr 2015 nicht erhalten habe und will, dass sie ihm nun nachträglich zugeschickt werden. Schön, dass sie ihm fehlen.

Unsere Erwartungshaltung prägt das, was wir wahrnehmen - im negativen wie im positiven Sinne. Der Advent ist eine Zeit der Erwartung. Ich nehme mir vor, sie mit hoffnungsvollen, verheissungsvollen, wertschätzenden Erwartungen zu füllen. Und Ihnen liebe Leser und Leserinnen wünsche ich aufbauende Erwartungen, die sie zu Weihnachten und darüber hinaus begleiten werden.

Niklaus Baschung

8. Januar 2016