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Sie machen bei der Katholischen Kirche Region Bern eine Berufslehre: Fabio Pizzuto, Kabilan Thevarajah und Bamathy Sarveswaran (von links nach rechts)

«Jeden Tag eine neue Erfahrung»

Seit über einem Jahrzehnt bietet die Gesamtkirchgemeinde in Bern und Umgebung Lehrstellen an. Zurzeit befinden sich fünf junge Leute in verschiedenen Ausbildungen in Pfarreien, Fachstellen und Verwaltung. Ihre Einschätzung: Es ist interessant, vielseitig und macht Spass.

Im Sekretariat der Pfarrei St. Josef in Köniz sitzt Bamathy Sarveswaran und bereitet die Bankeinzahlung der Sonntagskollekte vor. Sie erledigt viele Routineaufgaben fürs Team. Dabei entlastet sie einerseits den Betrieb, andererseits lernt sie klare Abläufe kennen. Sie übernimmt auch neue Arbeiten, wie das Schreiben von Kollektentexten. Das ist für sie oft nicht einfach, weil ihre Muttersprache Tamilisch ist. "Jeden Tag gibt es neue Erfahrungen", freut sich Bamathy Sarveswaran: "Ich lerne auch viel übers Christentum, das für mich eine neue Religion ist." Die Lernende startete ihre KV-Berufslehre in der Kirchenverwaltung in der Berner Länggasse, nach einem halben Jahr Köniz wechselt sie wieder zurück in die Gesamtkirchgemeinde-Büros.

Auch Kabilan Thevarajah macht in der Kirche eine Berufslehre. Noch weiss er nicht, ob er nach der zweijährigen Ausbildung zum Büroassistenten noch das reguläre KV anhängen wird. Aber er träumt davon, professionell schreiben zu können, zum Beispiel als Journalist Krisengebiete zu besuchen und darüber zu berichten. Im Bienenhaus des Empfangsbüros der Dreifaltigkeitspfarrei begegnet er schon mal unzähligen verschiedenen Menschen vom Obdachlosen bis zum Bischofsvikar. "In der Corona-Zeit konnte ich die Pfarrei von vielen Seiten her kennenlernen, als ich etwa mit den Hauswarten auf dem grossen Areal unterwegs war." Kabilan möchte die Erfahrungen an diesem vielfältigen Ausbildungsplatz jedenfalls nicht missen. Bamathy ergänzt: "Die Lehre bei der Kirche ist gleichwertig und so professionell wie bei einem Unternehmen in der Privatwirtschaft."

Der kaufmännische Lehrling Fabio Pizzuto hat im Februar von der Pfarrei in Köniz ins Haus der Begegnung in der Berner Länggasse gewechselt, wo Fachstellen und Pastoralraumleitung daheim sind. Er arbeitete sich gerade ein, als das Corona-Virus ausbrach. So wirkte er bei seinem Einsatz in der Fachstelle Sozialarbeit FASA mit, die Massnahmen zum Corona-Hilfspaket der Katholischen Kirche Region Bern umzusetzen. Er zählte Einkaufsgutscheine ab und half bei der Verteilung an die pfarreilichen Sozialdienste, die Kirchliche Gassenarbeit und andere soziale Institutionen, welche die Bons an armutsbetroffene Menschen weitergeben. In einem Jahr wird Fabio seine kaufmännische Lehre abschliessen. Er hofft, dann eine Karriere im Bereich von Sportfotografie entwickeln zu können.

Neben den drei Lernenden im Bereich von Verwaltung und Büro absolvieren zudem zwei junge Männer eine dreijährige Berufslehre als Fachmann Betriebsunterhalt bei der Berner Kirche. Betreut werden die Auszubildenden von der Personalbereichsberaterin Nathalie Bill: "Mir macht es grosse Freude, mit jungen Leuten zusammen zu arbeiten", erklärt die engagierte Berufsbildnerin. Sie stellt zum Beispiel die Pläne zusammen, wie die Lernenden zwischen den Ausbildungsplätzen rotieren oder überlegt, wie fachliche Lernziele erreicht werde können. Und sie sorgt auch für betriebsinterne Weiterbildungen, zum Beispiel zu Wirtschafts- und Betriebskenntnissen mit dem Leiter der Verwaltung, Alexander Stüssi, und dem Leitenden Priester des Pastoralraums, Ruedi Heim. Oder sie organisiert einen Tag zu Marketing mit Karl Johannes Rechsteiner von der Kommunikationsstelle - der vorliegende Bericht ist ein Resultat davon ;-)

25. Juni 2020
erstellt von Kommunikationsstelle
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