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Das neue Franziskushaus Jegenstorf - noch ist die Baustelle sichtbar. (Fotos: Norbert Graf)

Das neue Franziskushaus Jegenstorf - noch ist die Baustelle sichtbar. (Fotos: Norbert Graf)

Jegenstorf: Ein Haus für Franziskus

Mitte August wird in Jegenstorf gefeiert. Das Franziskushaus der Katholischen Kirche wird eingeweiht: Ein Mehrfamilien-Wohnhaus samt Gemeinschaftsräumen für pfarreiliche Anlässe und Religionsunterricht.

Im Jahr 1175 hiess das Dorf noch «Eigestorf», als dort in einer Urkunde ein der Mutter Gottes geweihtes Kirchlein erwähnt wurde. Gottesdienste werden in Jegenstorf also sicherlich schon seit rund 900 Jahren gefeiert. Für die heutige Kirche wurde am 27. Februar 1514 der Grundstein gelegt. Sie wurde im gotischen Stil errichtet, eine der grössten dieser Art im Bernbiet. Der Turm wurde von der früheren Kirche übernommen. Sie gehört mit ihrer Architektur und den einzigartigen Glasgemälden aus dem Mittelalter zu den wertvollsten kirchlichen Gebäuden im Kanton Bern. Auch fürs heutige Dorfbild ist diese Kirche ein prägendes Gebäude.

Nach der Reformation dauerte es eine lange Zeit, bis sich erneut eine katholische Gemeinschaft in Jegenstorf bilden konnte – es ist eine Geschichte von freundschaftlicher Ökumene und Zusammenarbeit. Denn seit 1966 sind die Katholikinnen und Katholiken zu Gast in der Reformierten Kirche Jegenstorf.

Katholische Heimat Jegenstorf

Mit der Eröffnung des Franziskushaus beginnt für die katholische Kirchgemeinde St. Franziskus Zollikofen und ihre Angehörigen in Jegenstorf und Umgebung am 15. August eine neue Etappe. Bisher diente am Quartierweg ein Pavillon als Ort der Begegnung. Seit 45 Jahren fanden hier Religionsunterricht, Feiern, pfarreiliche Versammlungen und Sitzungen statt. Ende der 50er-Jahre stieg die Zahl der katholischen Bevölkerung auch in Jegenstorf. Doch 1962 wohnten erst 20 Familien und Einzelpersonen im Ort und Umgebung – heute sind hunderte von Einwohnerinnen und Einwohnern katholisch.

Nun ergriff die lokale katholische Gemeinschaft die Chance, auf ihrem Land einen multifunktionalen Neubau zu schaffen. Die Bauverantwortliche Christa Niggli vom Kleinen Kirchenrat gab den Anstoss für das Projekt. Mit grosser Unterstützung der Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung wurden Gemeinschaftsräume für die Pfarrei geschaffen und neun Wohnungen mit 2,5 bis 5.5 Zimmern erstellen. Fünf davon sind bereits vermietet. Unter der Leitung des Architekturbüro AAP aus Bolligen wurden die Arbeiten mitten in der Coronazeit fertiggestellt. Das Gebäude wurde aus ökologischen Gründen vor allem energietechnisch vorbildlich konzipiert.

Neuer Ökumeneweg

Wer vom reformierten Kirchgemeindehaus und der Kirche zum neuen Franziskushaus unterwegs ist, geht übers Sägetgässli. Auf Vorschlag der katholischen und der reformierten Kirchgemeinde wird dieses Stück des Strässlis nun in Ökumeneweg umbenannt. Diese Bezeichnung ist ein Zeichen für das Zusammenwirken der Kirchen für die Menschen im Dorf und den Dorfteilen und Gemeinden ringsherum. Die neue Beschilderung steht bereits, künftig soll entlang des Wegs auf die ökumenische Kooperation und ihre ideellen Hintergründe hingewiesen werden – eine Projektgruppe ist noch an der Arbeit.

Es ist ein besonderer christlicher Brauch, öffentliche und private Häuser zu segnen. Diese frühkirchliche Tradition lebt seit einiger Zeit wieder neu auf – bekannt im deutschsprachigen Raum ist etwa die jährliche Segnung des Daheims zum Dreikönigsfest. So werden die Seelsorger Paul Hengartner und Udo Schaufelberger am 15. August die neuen Räume des Franziskushauses einsegnen. Damit sollen auch alle Menschen, die dort ein- und ausgehen, unter dem Schutz und Segen Gottes stehen.

Im Anschluss an die Einsegnung können die Besucherinnen und Besucher die neuen Räume in Augenschein nehmen. Insbesondere gibt es auch Informationen zum innovativen Energiekonzept des Gebäudes. Anschliessend werden Getränke und Sandwiches offeriert – dieser einfache Apéro ist auch im Zeichen von Corona möglich. Höhepunkt des Einweihungstages ist der Ökumenische Festgottesdienst mit Daniel Mauerhofer und Udo Schaufelberger. Gemeinsam mit der reformierten Gemeinde wird Gott und allen Menschen gedankt, die zum gelungenen Werk beigetragen haben.  

Programm Einweihung Franziskushaus

  • Samstag, 15. August 2020
  • 15.30 Uhr: Einsegnung Pfarreiräume
  • Bis 20 Uhr: Offene Türen durch die neuen Räume
  • 17.30 Uhr: Ökumenischer Festgottesdienst in der Reformierten Kirche Jegenstorf
  • 18.45 Uhr: Begehung Ökumeneweg

 

Webseite mit weiteren Fotos zum Neubau Franziskushaus in Jegenstorf

3. August 2020
erstellt von Kommunikationsstelle