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Foto: Silke Mattner

SCJ (Albrecht Mattner)

Sagt Ihnen die Abkürzung „scJ“ etwas? „scJ“ bedeutet: sub conditionem Jacobae. Auch dies wird vermutlich den meisten noch nicht viel sagen. Auf Deutsch übersetzt heisst es: unter der Bedingung des Jakobus.

Dies ist eine Grussformel, die unter Christen in früheren Zeiten häufig in Briefen als Abschlussformel in Gebrauch war. Sie hat ihrem Ursprung im Neuen Testament, wo sie sich auf  Jakobus 4, 15 bezieht: „Dagegen sollt ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.“

„Wir sehen uns morgen in der Stadt - wenn Gott will.“ Wenn Gott will (auf spanisch: si dios quiere) ist auch heute noch in spanisch sprechenden Ländern in Südamerika eine häufig verwendete Redensart.

Im Gegensatz dazu neigen wir Christen heute zu einer erstaunlichen Selbstsicherheit, alles für planbar und machbar zu halten. Wir planen unser Leben dementsprechend, treffen Verabredungen und gehen wie selbstverständlich davon aus, dass alles in der Zukunft auch so eintrifft, wie wir es uns vorstellen. Gott, unseren Schöpfer, lassen wir dabei häufig aussen vor. Die frühen Christen waren da in Ihrer Haltung deutlich bescheidener: Sie fügten stets ein „Wenn Gott will“ in ihre Planung ein.

Mich haben die vielen Schlagzeilen über die Unruhen in den arabischen Ländern sehr nachdenklich gemacht. Die Regierung in Lybien wankt und schon schnellt der Ölpreis in die Höhe. Die als sicher geglaubte gute Konjunktur kommt in Gefahr. Was bringt uns das neue Jahr unter dem Vorzeichen der Veränderungen in der arabischen Welt, die niemand vorausgesehen hat, auch kein hochbezahlter Börsenguru? Stünde es uns nicht besser an, wieder etwas bescheidener zu werden in unsren Vorhaben und Planungen und unsren Herrn Jesus Christus in die Lebensplanung mit einzubeziehen?

In diesem Sinne: scJ!

Ich wünsche Ihnen eine sehr gute neue Woche!

Albrecht Mattner

 

26. Februar 2011