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Spiegel-Bild (von Sylvia Rui)

Still und aufrecht stehst du da, unbeweglich, zeitlos. Lässt mich innehalten und eine ganze Weile mit dir sein in diesem Moment. Grosser schöner Vogel – spiegelst dich im Bach - merkst du das? Bist du dir wohl deiner Schönheit und Eleganz bewusst? Hast du schon einmal den Blick in dein Spiegelbild gewagt?

Ich halte den Atem an, so sehr gebannt bin ich von dieser Begegnung. Gehe mit meiner Phantasie ganz zu dir hin und stell mir vor, wie es ist, so leicht zu sein, die Flügel auszubreiten, sich emporzuheben in die Lüfte und zu schweben über all die Wiesen hinweg…

Ob du die Welt wahrnimmst wie ein kleines Kind, aus dem Instinkt heraus – kein „ich“ ist da und kein „du“, kein gestern und kein morgen? Wo alles eins ist und miteinander verbunden? Wie klein oder gross ist dein Bewusstsein? Hast du überhaupt eins?

Ich komm wieder zu mir, zu mir als Mensch. Wie ist mein Bewusstsein? Kann mich mit ihm in etwas anderes hinein versetzen. Kann mitschwingen mit jedem Element und jedem Wesen um mich herum. Kann mich erkennen in allem und jedem – als Spiegelbild von mir.

Bin geboren, um die Trennung von allem zu durchleben und mit einem Bewusstsein ausgestattet, mich wieder zum Einen hinzubewegen. Die Verbundenheit wieder zu entdecken. Eine göttliche Aufgabe. Wohl darum bin ich Mensch.

23. Juli 2011