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Wenn ich mich nur getraute (Theres Spirig-Huber)

Nicht du sollst meine probleme lösen
sondern ich deine gott der asylanten
nicht du sollst die hungrigen satt machen
sondern ich soll deine kinder behüten
vor dem terror der banken und militärs
nicht du sollst den flüchtlingen raum geben
sondern ich soll dich aufnehmen
schlecht versteckter gott der elenden

Du hast mich geträumt gott
wie ich den aufrechten gang übe
und niederknien lerne
schöner als ich jetzt bin
glücklicher als ich mich traue
freier als bei uns erlaubt

Hör nicht auf mich zu träumen gott
ich will nicht aufhören mich zu erinnern
dass ich dein baum bin
gepflanzt an den wasserbächen
des lebens

Dorothee Sölle


Wenn ich mich nur getraute – zu glauben, dass ich schön bin, wenn mich einsetze für das Leben. Wenn ich mich nur getraute - aufrecht zu gehen und einzustehen für Gerechtigkeit. Wenn ich mich nur getraute - niederzuknien vor dir, deinem Traum vom guten Leben für alle Menschen.

Ich kann es nicht, „deine Arbeit hier tun“. Aber mich träumen lassen von dir, immer wieder, darauf versuche ich mich einzulassen. Und von da her den aufrechten Gang üben und Neues wagen, das möchte ich. Und vor allem: freier als bei uns erlaubt – zusammen mit anderen Menschen, die mir den Rücken stärken und mit mir niederknien, im Vertrauen auf dein unverbrüchliches Träumen für alle Menschen und die ganze Schöpfung.

 

 

 

27. August 2011