When I‘m 64 ...

Mittwoch, 12. Juni, Kath. Kirche St. Michael Wabern (Tram 9 bis "Gurtenbahn"), 19.30 Uhr

Die bekannte Schauspielerin Silvia Jost erzählt an der Segensfeier zur Pensionierung das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten. Sie selber kennt den Übergang in die so genannte dritte Lebensphase bereits.

Einst sprang sie als quirliger Rumpelstilz über die Bühne des Berner Stadttheaters. Damit begann die Karriere von Silvia Jost als vielfältige und kreative Schauspielerin. Während sie am Schweizer Fernsehen in der Serie "Motel" zu sehen war, beglückte sie gleichzeitig zusammen mit dem Musiker Kjell Keller in den Berner Kirchen das Publikum mit jüdisch-islamischer-christlicher Mystik - "Ich bin Wind und du bist Feuer" hiess das berührende Programm. Sie spielte über die Jahrzehnte auf dem Ballenberg und den bühnen verschiedenstrn Theatern ebenso wie in Filmen wie "Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner" oder bei den Schweizermachern . Seit 2006 zeigt sie in Kooperation mit ihrem Mann Andreas Berger feine Eigenproduktionen wie etwa "Untröstlicher Engel", einen Abend über die Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach. Als würde sich ein Kreis schliessen, hat Silvia Jost auch ihre märchenhafte Seite nicht vergessen: An der Berner Segensfeier zur Pensionierung in der katholischen Kirche Wabern interpretiert sie auf unnachahmliche Weise die Bremer Stadtmusikanten mit all ihren Charakterstimmen und tierischen Facetten.

Märchenhafte Gondel

Bei einer Fahrt vom Walliser Ferienort Grächen auf die Hannigalp begegnete Theologe Udo Schaufelberger aus der Pfarrei St. Franziskus Zollikofen der Berner Schauspielerin auf besondere Weise. In der Gondel der Luftseilbahn nämlich hörte er sie ein Märchen erzählen. Seit der 2011/12 fahren die Gäste dort in zehn nach Märchenmotiven bemalten Gondeln in die Höhe: Rotkäppchen und das tapfere Schneiderlein schweben durch die Luft. Kaum ist man eingestiegen, beginnt das Erlebnis. Die Stimme von Silvia Jost ertönt und entführt die kleinen und grossen Fahrgäste in das Reich der Märchen - genau so lang wie die Bahnfahrt dauert. Als Schaufelberger bald darauf die Planung der regionalen Segensfeier zur Pensionierung anpackte, merkte er, dass die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten präzis dazu passte. Kurz darauf sagte Silvia Jost zu, im Juni die Erzählung von den alternden Tieren zum Besten zu geben.

Passende Parabel

Ein Hahn, eine Katze, ein Hund und ein Esel sind alt geworden. Ihre Besitzer wollen sie töten, weil sie nichts mehr nützen. Die Tiere aber entkommen, finden zufällig zusammen und brechen nach Bremen auf, um dort Stadtmusikanten zu werden. Gemeinsam erleben sie Abenteuer, überlisten die Räuber im Wald und schaffen sich eine neue Zukunft. Das Grimm'sche Märchen entpuppt sich als Hoffnungsgeschichte und optimistische Fabel für ältere Geschöpfe auch unter uns Menschen. Und das Märchen ist eine grandiose Spielwiese für eine Erzählerin wie Silvia Jost. Sie hat unzählige Texte für die Blindenbücherei aufgenommen: "Eine tolle Arbeit", stellt sie schlicht fest. Hier spitzen die Zuhörerinnen und Zuhörer die Ohren ganz besonders. "Es ist anspruchsvoll für Leute zu lesen, die einen so ausgeprägten Hörsinn haben", weiss die Schauspielerin. Präzision und Einfühlungsvermögen sind gleichermassen gefordert.

Die Kunst des Erzählens

Nun warten die "Bremer Stadtmusikanten": Da krächzt und weint Silvia Jost, es flüstert und schreit, ihre Stimme musiziert und tanzt, sie verwandelt sich in einen störrischen Esel, kommt auf den Hund, räkelt sich als Katze oder stellt den Hahnenkamm. Mal wird sie pfiffig, mal ängstlich und verwandelt dann die Träume in pralles Leben. Silvia Jost liebt die farbigen Stimmen, malt sie aus und macht aus der Geschichte ein Erzähl-Schmuckstück. Auch wenn sie als freischaffende Künstlerin den Übergang ins Pensionsalter nicht als Bruch erlebt hat, leuchten in ihrer Märcheninterpretation doch all die Sorgen und Fragen auf, die Menschen mit sich tragen, wenn sie plötzlich zum "alten Eisen" gehören. So dürfte an der diesjährigen Feier "When I'm 64" ein Märchen zum besonderen Höhepunkt werden.

K.J. Rechsteiner

Wenn ich pensioniert bin ...

... gehe ich es ruhiger an!? ... freue ich mich auf das was kommt!? ... lasse ich vieles hinter mir!? ... gehe ich meinen Weg weiter!? ... wird alles anders!? Welche Gedanken und Fragen gehen Ihnen durch den Kopf? Was wünschen Sie sich für die neu beginnende Lebensphase, worauf hoffen Sie, was sind Ihre Erfahrungen?

Mit dieser Segensfeier können Sie Ihrer Pensionierung feierlich Bedeutung verleihen. Stärkende Gedanken, schwungvolle Musik und der Austausch mit anderen schaffen Zeit und Raum, um sich auf den neuen Lebensabschnitt einzustimmen.

 http://www.kathbern.ch/when-im-64

4. Juni 2019
erstellt von Kommunikationsstelle
  • Brennpunkte
  • Bildung
  • Soziales