Rund 900 Menschen in der Dreifaltigkeitskirche zur Museumsnacht
Christian Geltinger
Sind wir ehrlich: Wenn man die Möglichkeit hat, zum Preis von 25 Franken an einem Abend sämtliche Museen der Innenstadt zu besuchen, ist eine Kirche nicht zwangsläufig die erste Anlaufstelle, insbesondere wenn sie nicht mitten im Geschehen liegt und das Ganze mit einem kleinen Fussweg verbunden ist.
Umso erfreulicher ist es, dass sich die Museumsnacht in der Dreifaltigkeit nach mittlerweile drei Jahren zu einem regelrechten Publikumsmagnet entwickelt. Rund 900 Menschen aller Altersgruppen haben an diesem Abend den Weg in die Dreif gefunden.
Musikalische Qualität, die sich auszahlt
Einen grossen Anteil daran hat sicherlich das Vokalensemble der Dreifaltigkeit unter der Leitung von Hans-Christoph Bünger. Er schafft es immer wieder, aussergewöhnliche Künstler:innen in die Dreif zu locken wie Jonathan McGovern. Der Bariton war als Ensemblemitglied am Stadttheater unter anderem in Titelpartien wie Eugen Onegin, als Papageno in der "Zauberflöte" zu sehen und steht derzeit dort als Graf in Mozarts "Le Nozze di Figaro" auf der Bühne. Aber auch beim Rest des Ensembles merkt man, dass hier nicht nur ein hoher Grad an Professionalität, sondern auch sehr viel Herzblut am Start ist. Und Hans-Christoph Bünger gelingt es mit der Auswahl seines Programms immer wieder, den Nerv des Publikums zu treffen. Wer jemals selbst in einem Chor gesungen hat, dem ist klar, was es heisst, von 18.30 bis 1.30 jede Stunde zu performen. Chapeau!
Beeindruckende Illumination
Der heimliche Star des Abends ist aber auch der Raum. Und hier sei ausdrücklich Jacqueline Nellen, die Sakristanin der Dreifaltigkeit, erwähnt. Wie sie mit den vorhandenen Mitteln der Museumsnacht die Basilica in farbiges Licht taucht, schafft eine Atmosphäre, die einzigartig ist.