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Die Redaktion freut sich über Zuschriften und Lesermeinungen. Von gut begründeten Ausnahmen abgesehen, müssen diese immer einen Bezug zu einem im «pfarrblatt» veröffentlichten Beitrag haben. Wir behalten uns aus Platzgründen – und nur aus Platzgründen – in der Printausgabe Kürzungen vor. Wir zensieren nicht und wir verändern nicht. Je kürzer ein Leserbrief, desto eher wird er vollständig abgedruckt. Diffamierende und anonyme Briefe sowie Gedichte werden nicht abgedruckt. Die Redaktion entscheidet über Auswahl und Kürzungen. Korrespondenz wird keine geführt. Bitte geben Sie immer ihren vollständigen Namen und Adresse an.  Als speziellen Service stellen wir sämtliche Zuschriften ungekürzt und vollständig hier ins Internet. 
Andreas Krummenacher

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Online-Leserbrief

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«pfarrblatt» Nr. 15-16: «Den Islam zugänglich machen»

Der Artikel muss kritisiert werden. Der Autor verbirgt sich hinter dem Kürzel «sch» und wirft Leuten, denen bestimmte Aspekte einer Islamisierung des Westens Angst machen, vor, über «mangelndes Wissen» zu verfügen und ein «toxisches Gemisch von diffusen Vorurteilen» zu schüren. Er bezeichnet sie als «gefährliche braune Suppe» und apostrophiert sie als «rechte Demagogen». Eine differenziertere, vorsichtigere Wortwahl wäre angesichts der komplexen und wichtigen Thematik angezeigt. Die schludrige Sprache des Autors ist Ausdruck davon, wie er in naiver Weise die echten Herausforderungen verkennt, denen sich Europa stellen muss. Probleme können nur gelöst werden, wenn kluge, weitsichtige Menschen in gegenseitig respektvoller Art zusammensitzen und nach Lösungen suchen – statt von vorneherein den Diskussionsgegner in überheblicher Weise und mit diffamierender Wortwahl zu verunglimpfen.

Gerhard Fischer, Thun

«pfarrblatt» Nr. 17-18: «Scham und Gewalt»

Gerne danke ich dem Pfarrblatt, dass es das Thema der Häuslichen Gewalt in der letzten Nummer wieder aufgenommen hat. Als Präsident der Fachstelle Gewalt Bern will ich ergänzen, dass es ergänzend zum Lernprogramm weitere Angebote gibt. Die Fachstelle Gewalt Bern betreut im Auftrag des Kantons das sogenannte Dunkelfeld, das heisst jene Täterinnen und Täter, die noch keinen Kontakt zu einer Behörde gehabt haben und sich selbst melden. Das niederschwellige Angebott der Fachstelle Gewalt Bern ermöglicht es betroffenen Menschen, sich trotz grosser Scham Hilfe zu holen und das gewalttätige Verhalten zu ändern. Die Landeskirchen hatten vor 15 Jahren die Pionierarbeit von betroffenen Männern zusammen mit anderen Fachstellen und Organisationen unterstützt und StoppMännerGewalt gegründet. Die letzten Jahre haben die Landeskirchen zusammen mit dem Kanton einen Leistungsvertrag finanziert und so eine Basis für die Arbeit des Fachstelle Gewalt Bern, ehemals StoppMännerGewalt, gelegt. Es wird aufgrund wissenschaftlicher Studien davon ausgegangen, dass sich nur etwa 10 % der betroffenen Menschen Hilfe holt. Gott sei Dank gibt es die verschiedenen Fachstellen im Kanton Bern, die Betroffenen bei Häuslicher Gewalt zu Seite stehen. Doch es müsste noch viel mehr getan werden. Die Sparprogramme des Kantons zeigen allerdings, dass der politische Wille dazu fehlt. Wir engagieren uns trotzdem und danken den Landeskirchen, den vielen Menschen und Institutionen, die diese wertvolle Arbeit unterstützen.

Peter Sladkovic-Büchel, Präsident Fachstelle Gewalt Bern 

«pfarrblatt» Nr. 11-12, Reaktion auf den Leserbrief von Arnold Eichmann

Beim Durchblättern der «pfarrblatt»-Nummer 11–12 stosse ich mit Schrecken in einem Leserbrief auf den hervorgehobenen Satz: «Unter Jesus genossen die Frauen eine besondere Hochschätzung, was in radikalem Gegensatz zur damals jüdischen Praxis stand.» Der Satz ist falsch, und wir arbeiten nun seit den 1980er Jahren daran, dieses Gegenüber von Jesus als Frauenbefreier, dem hellen Christentum auf dunkler patriarchaler jüdischer Hintergrundfolie, aus der Welt zu schaffen (Bücher von Bernadette Brooten, Elisabeth Schüssler Fiorenza). Es gab im antiken Judentum um die Zeitenwende nicht «die» jüdische Praxis, sondern eine Vielfalt von verschiedenen Positionen und Praxis zur Frauenfrage wie auch anderen Themen. Und dasselbe gilt auch für die antike «heidnische» Welt, und auch die frühen christlichen Gemeinden waren sich da durchaus nicht einig.

Silvia Schroer, via Email

«pfarrblatt» Nr. 09-10

Nach der Lektüre des neusten "pfarrblatt" stelle ich einmal mehr erfreut fest: "Time well spent". Ich bin der Meinung, dass das "pfarrblatt" eine wichtige Stimme innerhalb der katholischen Kirche - aber auch weit darüber hinaus - ist. Dass eure Stimme nach wie vor sehr wichtig ist zeigen die Aeusserungen des Ex-Weihbischofs von Salzburg zur Segnung homosexueller Paare. Zum Glück hat Marx, nicht Karl, gut reagiert. Ganz toll finde ich, dass auf der Front ein Zitat aus den Osnabrücker Thesen publiziert ist. Zusätzlich zu den redaktionellen Beiträgen habe ich auch Josef Lang ausserordentlich gut gefunden.

Hermann Battaglia, Spiez

«pfarrblatt» Nr. 09-10, Frauen und Amt

Für die Zulassung der Frauen zum Priestertum:Was gibt es da noch herumzudiskutieren? Römer 2,11: Vor Gott sind wir alle gleich. Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch (o katholische Kirche), wer du auch seist. Denn worin du den andern richtest, verübst ja dasselbe. Priestermangel: Welche Schande und Misswirtschaft!!! Papst Franziskus, tu endlich etwas Tapferes!!!

Paul Buob, Worb

«pfarrblatt» Nr. 09-10, Frauen und Amt

Danke Jo Lang für seinen ausgezeichneten Artikel. Ja, das Thema Frauen in den christlichen Kirchen ist ein 2000 Jahre altes Trauerspiel. In einer kürzlich ausgestrahlten Sendung Sternstunde Religion wurde die junge katholische Theologin Jacqueline Straub porträtiert, welche überzeugt ist, von Gott zur Priesterin berufen zu sein. Sie blitzt natürlich bei allen kirchlichen Instanzen ab. Und ein Bischof bringt es ihr gegenüber auf den Punkt: Der Priester repräsentiert Christus, der ein Mann sei, deshalb kann eine Frau in der katholischen Kirche niemals Priesterin werden. Ist das wirklich in Stein gemeisselt? Und gibt es dafür Belege im Neuen Testament?

Heute sind sich fortschrittliche Theologen einig, dass Jesus weder eine Kirche gegründet, noch Priester und Bischöfe geweiht hat. Er hat Jünger um sich geschart, untern denen sich etliche Frauen befunden haben, darunter die hervorragendste, Maria aus Magdala, genannt Maria Magdalena, welche kürzlich sogar vom Papst zur Apostolin erhoben wurde. Unter Jesus genossen die Frauen eine besondere Hochschätzung, was in radikalem Gegensatz zur damals jüdischen Praxis stand. Und aus den Evangelien geht eindeutig hervor, dass die Zusammenkünfte der Gläubigen nach dem Tod Jesu in Privathäusern stattfanden und hauptsächlich von Frauen geleitet wurden, auch in paulinischen Gemeinden.

Frauen nahmen also – nach heutiger Sprachregelung – priesterliche Funktionen wahr. Verhängnisvoll für das weitere Schicksal der Frauen im Christentum waren einige Sätze aus den Paulusbriefen: 1 Tim 2,12: "Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, (...) sondern sie sei still." 1 Kor 14,33-34: "Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt." Es gäbe noch weitere Stellen in den Paulusbriefen. Um den Beitrag nicht allzu sehr in die Länge zu ziehen, verweise ich auf die entsprechenden Bibelstellen; 1. Kor 11,9; 1. Kor 14,35; 1. Kor 11,3; 1. Tim 2,11-12; 1. Kor. 11,8; 1. Tim 2,14. Verhängnisvoll ausgewirkt hat sich auch die Fehlinterpretation der Sündenfallgeschichte im Alten Testament selbst, - bei Jesus Sirach, 25,24: «Von einer Frau nahm die Sünde ihren Anfang, ihretwegen müssen wir alle sterben.»

Jesus Sirach ist zwar ein Buch, welches nur in der griechischen Übersetzung (Septuaginta) enthalten ist , nicht in der jüdischen hebräischen Bibel. Diese Bibelsätze verstärkten natürlich die patriarchale Weltsicht der Griechen und Römer und fanden so Eingang in die christliche, hellenistisch gefärbte Theologie. Diese Theologie wurde dann im Verlaufe des Mittelters zu einer auf philosophischer Begrifflichkeit aufgebauten Wissenschaft, was Argumente wie jene des oben genannten Bischofs ermöglichten.

Man kann es nun drehen und wenden wie man will, gemäss dem ersten Schöpfungsbericht sind Mann und Frau gemeinsam erschaffen worden («als Mann und Frau erschuf er sie» Gen 1,27) und nur gemeinsam bilden sie Abbild Gottes. Biblisch gesehen ist die Frau dem Manne gleichgestellt. So gesehen ist bereits die jüdische patriarchale Tradition biblisch nicht zu rechtfertigen, ebenso wenig die spätere christliche. Und das Argument des Bischofs ist schlicht und einfach Makulatur.

Arnold Eichmann, Münchenbuchsee

«pfarrblatt» Nr. 09-10, Frauen und Amt

 

Lieber Herr Josef Lang

Ganz herzlichen Dank für Ihren aufrüttelnden Artikel zu Gertrud Heinzelmann im Pfarrblatt (9-10, 2018) und Danke dem Pfarrblatt für den Mut, ihn zu publizieren! Eine unglaubliche Geschichte! Vor allem deshalb, weil wir heute, 56 Jahre später, kaum weiter sind in Sachen Gleichstellung der Katholikinnen.

Wie viele wunderbare Theologinnen durch diese Diskriminierung der katholischen Kirche verloren gingen? Wie viele andere Gläubige ausgetreten sind (oder austreten) aufgrund dieser schreienden Ungerechtigkeit? Wie viele andere Frauen (wie meine Mutter im letzten Herbst) die letzte Ölung des Priesters ablehnen genau aus dem gleichen Grund wie Frau Heinzelmann: Weil die Frauen über Jahrhunderte unterdrückt und als minderwertig und schuldig hingestellt wurden von der Kirche!

Welcher andere Arbeitgeber in der Schweiz könnte es sich erlauben, Frauen per se aus der Bewerberliste zu streichen? - Weshalb hat noch nie jemand der kath. Kirche einen zivilrechtlichen Prozess gemacht für diese Diskriminierung der Frauen? Wann wird die kath. Kirche sich endlich bewegen in dieser Frage? - Hoffentlich nicht erst, wenn es zu spät sein wird!

Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüssen

Martin Bischof («Bischof» leider nur im Namen!)

«pfarrblatt» Nr. 5–6, Ausserhalb der Kirche

Die meines Erachtens in Leserbriefen zu Recht kritisierte Aussage von Bischof Felix Gmür zum Frauenpriestertum passt in erschreckender Weise zur Darstellung des Dogmas «Extra ecclesiam nulla salus» – «Ausserhalb der Kirche kein Heil» von «pfarrblatt»-Redaktionsmitarbeiter Sebastian Schafer. Schiebt der Bischof den Ausschluss der Frauen dem Heiligen Geist «in die Schuhe», spricht er den Pfarrerinnen der Schwesterkirchen wie aller anderen Religionen den Beistand des göttlichen Geistes ab. Noch immer hoffe ich, Felix Gmür habe einen Spass oder eine unüberlegte Aussage gemacht. Dann könnte er Papst Franziskus zum Vorbild nehmen, der sich, anders als in der katholischen Hierarchie üblich, wo Unrecht um des Heiles des Ganzen willen meist unter den Tisch gewischt wird, für seine Aussage in Peru zu sexuellen Übergriffen entschuldigt hat. Genau solche «Weisheiten», wie jene zum Frauenpriestertum, veranlassen Menschen zum Auszug aus der allein seligmachenden Kirche. Wäre da nicht die Basis unserer Volkskirche, der es in erster Linie um Mitmenschen und Mitwelt geht, würden der Hierarchie noch viel mehr Menschen den Rücken kehren.

Guido Lauper, Spiez

«pfarrblatt» Nr. 3/4 und 5/6 2018: Heiligkreuz Bern

Der in einem Leserbrief kritisierte Begriff Entwidmung stammt aus dem Dekret des Bischofs von Basel vom 20. September 2017. Darin teilt der Bischof seine Zustimmung zur Veräusserung der Kirche mit, was mit der Entwidmung für den röm.-kath. Kultus verbunden ist. Das heisst: Es finden keine katholischen Gottesdienste mehr in dieser Kirche statt. Sie wird aber weder entweiht noch entheiligt, sondern weiterhin religiös genutzt durch eine andere christliche Kirche. Papst Johannes Paul II. hat die Formulierung geprägt, Europa müsse mit den zwei Lungenflügeln westliches und östliches Christentum atmen. Die örtliche pastorale Leitung und die röm.-kath. Gesamtkirchgemeinde Bern und Umgebung haben im Juni 2017 den Bischof über ihre Absicht, das Kirchenzentrum Heiligkreuz der rumänisch-orthodoxen Pfarrei St. Georgen zu verkaufen, orientiert und um seine Zustimmung gebeten. Der Priesterrat als Beratungsorgan des Bischofs hat am 21. Juni ein zustimmendes Votum zu dieser Absicht abgegeben. Danach hat der Bischof das Dekret erlassen.

Christian Furrer, Kirchgemeinde Heiligkreuz Bern/Bremgarten

«pfarrblatt» Nr. 3/4 und 5/6 2018: «Entwidmung» der Kirche Heiligkreuz

In Zusammenhang mit dem Verkauf der Heiligkreuzkirche in Bern war im «pfarrblatt» verschiedentlich die Rede von «Entwidmung». Ich habe Mühe, mir darunter etwas Sinnvolles vorzustellen. Kann man eine Kirchweihe zurücknehmen? Können 50 Jahre Liturgie ungeschehen gemacht werden? Kann die 30-jährige Erfahrung der Kroaten ausgelöscht werden? Wird die Kirche entheiligt, wenn künftig die rumänische-orthodoxe Kirche darin Gottesdienst feiert? Wie verträgt sich das mit der eben gefeierten Gebetswoche für die Einheit der Christen?

Josef Grüter, Zug

«pfarrblatt» Nr. 3/4: «Neubeginn in Bremgarten und in Bethlehem»

Gemäss Artikel nehmen Sonntag für Sonntag 300 bis 500 Gläubige an den Gottesdiensten teil. Das Durchschnittsalter ist weit unter jenem der Besucher sonstiger Gottesdienste in und um Bern, wo es auch schon vorkommt, dass die Teilnehmenden grad mal in zwei Kirchenbänken Platz hätten. Die Heiligkreuzkirche wurde zu einem Spottpreis verkauft. Hätte man nicht ausbedingen können, dass die kroatischen Gottesdienstbesucher bei der rumänisch-orthodoxen Kirche «Gastrecht» bekämen? Tabernakel? Der wäre schon drin gewesen …
Dreifaltigkeits- und Bruderklausenkirche seien dicht belegt, das war wohl mal. Wie steht es um andere Kirchen, die nahegelegene Marienkirche, Ostermundigen usw. Oder platzen auch die aus allen Nähten? «St. Antonius in Bümpliz konnte aus verschiedenen Gründen nicht zusagen …» Bleiben die Pforten der Heiligkreuzkirche künftig tagein tagaus verschlossen, ist man weggesperrt? Sind etwa Gläubige, die am Gottesdienst teilnehmen, gar nicht erwünscht?
Verursacht bloss Aufwand, und die Kirche ist ja in der formidablen Lage, dass das Geld auch ohne Leistung fliesst. Wieso noch den Finger krumm machen? Besser im Dornröschenschlaf verharren, das Kerngeschäft aufgeben, dafür ein bisschen Reisli, Klamauk usw. veranstalten, obschon man auf diesen Gebieten neben professionelleren Organisationen bestenfalls drittklassig sein kann. PID, Abtreibung, Euthanasie etc., hier hört man kaum etwas in der Ortskirche, und wenn, dann auf eine Art, die bloss befremdet. So konnte unlängst eine Theologin sagen, eine Abtreibung sei nicht unbedingt unethisch. Eine andere meinte, wenn aus überflüssigen Kirchen Moscheen entstünden, dann sei dies doch eine gute Sache. Aber gläubigen Katholiken die Kirche wegzunehmen, obschon sie, weit und breit ein Unikum, Full House haben, da hat man keine Skrupel.
«Wir sind Kirche», «Anders, als Sie glauben», mit solchen Slogans wird man wohl kaum mehr Leute ansprechen, Letzterer ist an Peinlichkeit kaum mehr zu übertreffen, oder etwa doch nicht? Ach, vielleicht doch anders, als sie glauben, leider …

Toni Zenklusen, Bern

«pfarrblatt» Nr. 1/2 2018: «Mit Leib und Seele»

«Und dann glauben wir ja, dass der Heilige Geist in der Geschichte wirkt. Bisher beobachten wir, dass der Heilige Geist scheinbar noch keine Frauen berufen hat. Aber muss das immer so weiter gehen? Da braucht es synodale Denk- und Glaubensprozesse, um den Willen des Herrn zu erkennen, gemeinsam, breit abgestützt.» Der Bischof scheint sich in seiner Vorstellung vom Heiligen Geist für ein nicht sonderlich gradliniges Wesen entschieden zu haben: Während 2000 Jahren soll dieser Heilige Geist von Frauen in kirchlichen Weiheämtern abgesehen haben, um jetzt möglicherweise in Betracht zu ziehen, künftig auch Frauen die Hände auflegen zu lassen. Meine Idee: Vielleicht schafft der Heilige Geist im Gegenzug zur Weihe von Frauen die Inanspruchnahme von Männern für die obere kirchliche Hierarchie ab ...

Toni Häfliger, via E-Mail

«pfarrblatt» Nr. 1/2 2018: «Mit Leib und Seele»

Die nächste Bischofssynode findet im Oktober 2018 in Rom statt zum Thema: «Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufsentscheidung». Zur Vorbereitung des Anlasses wünscht Papst Franziskus die Meinung der Jugendlichen und von Verantwortlichen und Engagierten in der katholischen Jugendpastoral aus allen Kontinenten. Alle Jugendlichen, unabhängig von ihrer Konfessionszugehörigkeit, im Alter zwischen 16 und 29 Jahren sind aufgerufen, an der Onlinebefragung des Vatikans teilzunehmen. Papst Franziskus wendet sich mit einem Schreiben an die Jugendlichen der Welt: «Ich will, dass ihr im Zentrum des Interesses steht, da ich Euch im Herzen trage.» Die Umfrage ist anonym und konnte bis zum 30. November 2017 gestartet werden. Im vorerwähnten «Schreiben des Heiligen Vaters an die Jugendlichen zur Vorstellung des Vorbereitungsdokumentes der XV. ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode» drückt Papst Franziskus den Wunsch aus, dass viel Jugendlichen sich an der Umfrage beteiligen. Zudem gibt er den Jugendlichen einen Kompass mit, der sie auf dem richtigen Weg zum Ziele führe. Und eindringlich sagt er: «Auf diese Weise wollen wir, meine Mitbrüder im Bischofsamt und ich, auch durch diesen synodalen Weg noch mehr Mitarbeiter der Freude werden. Ich vertraue Euch Maria von Nazareth an, eine Jugendliche wie Ihr, auf die Gott seinen liebevollen Blick gerichtet hat. Er nehme Euch an der Hand und geleite Euch zu einem vollen und grosszügigen ‹Ich bin bereit›».

Gregor Anton Roos, via E-Mail

Interviews und Porträts mit Gemeindeleiterinnen, Nummern 45 und 38

Wenn ich mich richtig entsinne, lautete einer der ersten Aussprüche von Jorge Bergoglio nach dessen Wahl zum Papst unter dem Namen Franziskus: «Betet für mich – ich bin ein sündiger Mensch.» Diese demütige Bitte eines Menschen, der mit anderen Menschen unterwegs sein will, hat mich damals tief beeindruckt; Sie hat meine Seele berührt. Im Hochgebet der Kirche erinnern wir uns während der Eucharistiefeier unser aller Bedürftigkeit. Wurde in vorkonziliärer Zeit im sogenannten Kanon für die «heilige katholische Kirche» und namentlich für «Papst N. und den Bischof N.» gebetet, fand man es richtig und offenbar für ihren Dienst unerlässlich, heute auch «alle Priester und Diakone» zu erwähnen, während alle anderen Amtsträger und Gläubigen mitgemeint sind. Einer meiner besten Freunde wandte sich daher an seinen Bischof mit der Bitte, er möge bei der Bischofskonferenz anregen, dass insbesondere die in der heutigen Zeit des Priestermangels unverzichtbaren Gemeindeleiterinnen und Gemeindeleiter in ihrer Funktion ins gemeinsame Gebet eingeschlossen werden. Diesem Wunsch möchte ich an dieser Stelle beipflichten. Offenbar erachtete es der erwähnte Oberhirte nicht für nötig, dem Briefschreiber auch nur den Empfang zu bestätigen. Vielleicht ist es gerade dieser Umstand, welcher die öffentliche Aufwertung der Gemeindeleiterinnen und -leiter im Hochgebet geradezu erfordert. Das wirft nämlich die Frage auf, wer den suchenden, mit sich ringenden, den eigenen Glauben hinterfragenden Menschen näher steht – die Macht ausübende Hierarchie oder die priesterlich wirkenden Frauen und Männer, die sich den Fragenden stellen, mit diesen gemeinsam nach Antworten suchen und darüber hinaus oft noch mit der Einfühlungsgabe des verheirateten Vaters oder der Mutter die Seele erreichen. Kirche lebt meiner Meinung nach nicht auf dem Boden des ex-cathedra-Geistes, sondern erneuert sich über ehrlich Suchende.

Maxdavid Frei, Kehrsatz

«pfarrblatt» Nr. 45: «Ungebrochen»

«Könnte sein, dass diese Aktion dem Papst selbst etwas peinlich ist.» Da bin ich ganz sicher, dass Papst Franziskus diese Unterstützung keinen Augenblick als «etwas Peinliches» erscheint. Als Beweis können alle die Bilder und seine Ansprachen bei den bereits drei Begegnungen mit den sog. Volksbewegungen stehen. Ob er da auf den Präsidenten der «Cartonistas» (Kartonsammler) aus Buenos Aires oder den Staatspräsidenten von Bolivien, Evo Morales als einfacher Teilnehmer zugeht; man kann es an seinem strahlenden Gesicht ablesen: Unter diesen Menschen fühlt sich Franziskus zu Hause; das ist seine Kirche. Peinlich finde ich allerdings, wie man eine Initiative von bereits über 40 000 UnterzeichnerInnen als eine von «liberalen Professoren» bezeichnen kann. Wer die beiden Initianten kennt, weiss wie sehr der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner und der Theologe und Philosoph Thomas Halik seit Jahren eine volksverbundene Kirche vertreten. Aber noch peinlicher finde ich, wie der sog. «Protestbrief konservativer Würdenträger» einfach so als eine Gruppe von besorgten Katholiken vorgestellt wird. Kein Journalist hat bis heute kritisch bemerkt, dass einer der erwähnten Unterzeichner der schismatische Ecône-Bischof Felley ist, der sich überall rühmt, die Dokumente des II. Vatikanischen Konzil als häretisch abzulehnen; und der soll uns jetzt über die Rechtgläubigkeit von Papst Franziskus aufklären? Da wäre doch das Zitat der Antwort von Papst Franziskus besser am Platz, als er auf die Frage von sensationshungrigen Journalisten, was er denn auf die Anklage, er vertrete nicht mehr das offizielle Glaubensbekenntnis, antworten würde? Mit einem Lächeln sagte er: «Die sollen doch zu mir kommen; ich kann ihnen das Apostolische Glaubensbekenntnis in mindestens vier Sprachen frei rezitieren!»

Viktor Hofstetter, Dominikaner, Zürich

Leserbrief zu Bericht aus Nr. 44 Beilage «zVisite»: Editorial

Diese «zVisite»-Ausgabe und das Editorial sind mir ein willkommener Anlass, um auf die politische Philosophin Judith N. Shklar hinzuweisen, die zu Recht wiederentdeckt und neu aufgelegt wird. Sie ist eine zwanzig Jahre jüngere Schicksalsgefährtin von Hannah Arendt, Jüdin auch sie, später als Arendt erst bei unmittelbarem Kriegsausbruch aus Lettland geflohen. Ihre politische Philosophie ist durch und durch geprägt davon, wie grausam kollektive Staatsgewalt und Gewalt einzelner Menschen ist. Ihre ganze Ethik beruht darauf, Grausamkeit zu vermeiden – den Menschen die Furcht vor Grausamkeit zu nehmen. Sie nennt ihre politische Philosophie «Liberalismus der Furcht» (als kleines Taschenbuch bei Matthes & Seitz erhältlich). Was auf den ersten Blick wie eine bloss negative Philosophie anmutet, weitet sich aber aus in Postulaten auch nach ökonomisch gerechter Verteilung, die Furcht vor Grausamkeit durch Ausbeutung und Armut ist bei ihr mitbedacht – hier geht sie weiter als Hannah Arendt. Weitere Lektüre-Empfehlung: «Ganz gewöhnliche Laster» (auch bei Matthes & Seitz), wo sich Judith N. Shklar immer wieder auf die grossen französischen Moralisten Montaigne und Montesquieu beruft. Ich danke sehr für die thematische Ausrichtung der diesjährigen «zVisite»-Ausgabe.

Sandro Fischli, Bern

Zum zVisite-Editorial "Facetten menschlicher Gewalt"

Diese zVisite-Ausgabe und das Editorial sind mir ein willkommener Anlass, um auf die politische Philosophin Judith N. Shklar hinzuweisen, die zu Recht wieder entdeckt und neu aufgelegt wird. Sie ist eine zwanzig Jahre jüngere Schicksalsgefährtin von Hannah Arendt, Jüdin auch sie, später als Arendt erst bei unmittelbarem Kriegsausbruch aus Lettland geflohen. Ihre politische Philosophie ist durch und durch geprägt davon, wie grausam kollektive Staatsgewalt und Gewalt einzelner Menschen ist. Ihre ganze Ethik beruht darauf, Grausamkeit zu vermeiden - den Menschen die Furcht vor Grausamkeit zu nehmen. Sie nennt ihre politische Philosophie "Liberalismus der Furcht" (als kleines Taschenbuch bei Matthes & Seitz erhältlich). Was auf den ersten Blick wie eine bloss negative Philosophie anmutet, weitet sich aber aus in Postulaten auch nach ökonomisch gerechter Verteilung, die Furcht vor Grausamkeit durch Ausbeutung und Armut ist bei ihr mitbedacht - hier geht sie weiter als Hannah Arendt. Weitere Lektüre-Empfehlung: "Ganz gewöhnliche Laster" (auch bei Matthes & Seitz), wo sich Judith N. Shklar immer wieder auf die grossen französischen Moralisten Montaigne und Montesquieu beruft. Ich danke sehr für die thematische Ausrichtung der diesjährigen zVisite-Ausgabe.

Sandro Fischli, Viktoriastrasse 47, 3013 Bern

«pfarrblatt» Nr. 39-40: Der Heilige Nikolaus von Flüe – «a man for all seasons»

Pirmin Meiers Hinweis auf «häusliche Gewalt bei Landammännern» finde ich wenig hilfreich. Nur schon der Ausdruck «häusliche Gewalt» ist für das 15. Jahrhundert mehr als fraglich. Am überzeugendsten finde ich dazu die Aussagen des grossen Mittelalterkenners Michael Bangert: «Die Idee einer idyllischen Liebesheirat kannte das 15. Jahrhundert nicht. Nicht zuletzt, weil Dorothea Wyss durch ihr Witwengut wirtschaftlich gut abgesichert ist, muss die feministische wie familientheologische Dramatisierung dieses Ereignisses als ein modernes, näherhin romantisches Konstrukt verstanden werden. Diese tendenziell kleinbürgerliche Interpretamente gehen an der sozialen Realität in Helvetien um 1470 vorbei. Da Niklaus zur Zeit seines Aufbruchs als Pilger bereits 50 Jahre alt ist, bleibt ihm für seine geistliche Wallfahrt nicht mehr viel Zeit» (aufbruch Nr. 228, 2017, S. 7). Mit anderen Worten: Auch Pirmin Meier ist gegen solche Interpretamente nicht gefeit und sucht seine eigenen Ansichten zu vermarkten; dazu gehören für mich auch so schöne Ausdrücke wie «heilige Anorexie» usw.

Viktor Hofstetter, Dominikaner, Zürich

«pfarrblatt» Nr. 37: Zitat Bruder Klaus

Sie zitieren einen den Lesern völlig unbekannten Ausspruch des Klaus von Flüe von 1460, wonach ihm „die liebe Frau und die Gesellschaft der Kinder lästig ward“- Also eine echte Ehekrise zwischen dem alternden Mann (43) und der jungen (28) heiligmässigen Frau; bekanntlich schlief er ja damals nachts oft auf der Kachelofenbank. Wohl auch die lieben Kinder fühlten sich vernachlässigt und auf dem Hof überfordert und rebellierten. So legte er 1464 seine vielen Ämter nieder. Dann hielten sie es zusammen noch drei Jahre aus; dann übernahmen die Ältesten den Hof und liessen ihn auswärts büssen. Sollte man diese Sache nicht ohne Rücksicht auf die Heiligsprechung ganz unvoreingenommen von einem gänzlich neutralen Fachmann ganz neu abklären lassen?

Dr. Bruno Portmann, Zollikofen

Anmerkung: Das vollständige Zitat lautet: «Gott sandte mir eine schwere Versuchung, sodass er mir weder Tag noch Nacht Ruhe liess, sondern das Herz war mir furchtbar schwer, so dass mir selbst die liebe Frau und die Gesellschaft der Kinder lästig ward» (um 1460). Zitiert nach Fritz Blanke: Bruder Klaus von Flüe. Seine innere Geschichte. Zwingli-Verlag, Zwingli-Bücherei 55, Zürich 1948, S. 39. Dieses Buch ist vergriffen. Der Spruch wird auch zitiert in Marie-Louise von Franz: Die Visionen des Niklaus von Flüe. Daimon-Verlag, Einsiedeln 2015.
Andreas Krummenacher

Sinnsprüche - verschiedene Ausgaben

Es ist mir ein Bedürfnis, der Redaktion endlich einmal zu danken für die wunderschönen Worte, die regelmässig die Titelseite unten links und manchmal die Rückseite unten rechts zieren. Diese kreative und zutreffende Auswahl mit grosser Bandbreite, letzthin von Avantgardekunst (Warhol) bis zu asiatischen Haikus (Basho), holt mich immer voll ab. Mein Blick geht regelmässig zuerst an diese zwei Stellen. Ich freu mich auf alles Weitere!

Sandro Fischli, Bern

Jahresserie «Zahl 7» - verschiedene Ausgaben

Liebe Pfarrblattredaktion
Schon lange wollte ich Ihnen gratulieren zur Serie "Die Zahl Sieben" Da passt doch kein besseres Datum als das Heutige: am 7. 7. 2017 (Der Siebte vom Siebten, zweitausend und siebenzehn)
Die Texte sind interessant, lehrreich und bringen manch Unbekanntes ins Wissen. Die Idee, alle Siebenzahl-Symbole mit derselben Personen-Gruppe darzustellen, finde ich ausgezeichnet und gekonnt. Bitte leiten Sie die Komplimente weiter an Herrn Synes Ernst und Frau Pia Neuenschwander.

Und falls eventuell Jemand die Serie kritisieren sollte, so verzeihen Sie ihm doch, wie die Bibel es uns lehrt: "Verzeihe nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal!"

Mit freundlichen Grüssen und besten Ferienwünschen: Martin Altenburger-Millien, Ostermundigen

«pfarrblatt» Nr. 26: «Haus der Religionen.Präsidium bleibt in katholischer Hand»

Sozusagen als Wandlung vom Saulus zum Paulus wird hier Regula Maders «Outing einer einst linken Feministin als Katholikin» dargestellt; wie wenn dies zwangläufig ein Widerspruch in sich sein müsse.
Lebte Jesus Christus heute unter uns, er würde mit Postulaten wie: «Wer zwei Hemden hat, der gebe eines dem, der keines hat», «was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, habt ihr mir getan», «eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher ins Himmelreich» usw. zweifellos auch als Linker bezeichnet, namentlich von Politikern, welche zwar ein «C» für christlich im Parteinamen führen, sich sozialem Fortschritt aber leider fast durchwegs verweigern.
Frau Mader wird auch in der neuen Funktion ihre linke Gesinnung nicht ablegen, und das ist gut so!

Werner Walter, Münsingen

«pfarrblatt» Nr. 22: Frontbild Pfingsten

Ich finde das «pfarrblatt» ausgezeichnet und lese es jeden Sonntag. Aber bitte schön: Muss man auf dem Titelblatt vom 3. Juni von einem überdimensionalen «Gring» frontal angestarrt werden? Schauerlich! Ansonsten schätze ich das «pfarrblatt» seit Jahren sehr hoch.

Margret Renner, via Email

«pfarrblatt» Nr. 22: Lesermeinung Kienle zu Gottfried Locher

Herr Manfred Kienle wünscht, dass in Zukunft wirklich alle, Katholiken und Reformierte, an der Kommunion teilnehmen können. Dies ist aber nicht möglich. Für die Reformierten handelt es sich nur um Brot und Wein, bei den gläubigen Katholiken handelt es sich aber um den echten Leib und das echte Blut Jesu Christi. Wegen diesen Differenzen verzichtete Herr Locher auf die Kommunion.
Der Evangelist Markus schreibt in Kapitel 14,22: «Und indem sie assen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.» Und im 1. Korinther, Verse 11,23–25 heisst es: «(... ) Und nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Testamentes, das für viele vergossen wird.»

Josef Good, Niederbipp

Zu Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Diverse «pfarrbatt»-Nummern

Am Ostersonntag habe ich in der Basilika Dreifaltigkeit in Bern am Ostergottesdienst teilgenommen. Wie jedes Jahr war es ein wunderbares Erlebnis. Besonders war die Ansprache des Gastes, Gottfried Locher. Der einzige beschämende Negativpunkt war, dass Herr Locher nicht an der Kommunion teilnehmen konnte. Wenn in der Ökumene ein wirklicher Fortschritt erzielt werden soll, dann muss die katholische Kirche, gerade beim Abendmahl, einen mutigen Schritt zur Öffnung tun. Laut der Bibel hat Jesus doch gesagt «Nehmet und esset alle davon ...» und «Tut dies zu meinem Gedächtnis».Mit «alle» hat Jesus sicher nicht nur die Katholiken gemeint, sondern alle Menschen – im Mindesten alle Christen. Wäre es nun nicht endlich an der Zeit, dass die katholische Kirche der reformierten einen grossen Schritt entgegenkommt? Am Schluss des Gottesdienstes hat Herr Locher noch erklärt, dass er auf die Kommunion verzichtet habe, damit für die Verantwortlichen der Pfarrei keine Probleme entstehen. Ist das nicht irgendwie beschämend, dass ein Gast so behandelt wird? Damit ein gemeinsames Feiern in der katholischen Kirche möglich wird müssen wirklich alle, Katholiken und Reformierte, an der Kommunion teilnehmen können. Ich hoffe, dass zukünftig, im Sinn von Jesus, «Esset alle davon», ein reformierter Gast bei der Kommunion nicht mehr abseits stehen muss.

Manfred Kienle, Moosseedorf

«pfarrblatt» Nr. 22, Leserbrief zu G. Locher

Zu den schönen Mahnworten Manred Kienzles noch Folgendes: Beim Abendmahle sahen die Apostel Jesus mit Leib und Blut vor sich, konnten also unmöglich annehmen, ihn wahrhaft , wirklich und wesentlich zu verspeisen. Ihnen fehlte also «der rechte Glaube», und dazu noch die Taufe (Apg 1,5). Trotzdem gab ihnen Jesus die Kommunion.

Dr. Bruno Portmann, Zollikofen

«pfarrblatt» Nr. 18: «Bessere Predigten»

«Predigten zum Davonlaufen» lautet einer meiner Slogans. «Predigten seien ein Kunstwerk» schrieb einmal jemand in einer Zeitung. Es ist eine Notwendigkeit, auch das religiöse Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Mithilfe von Büchern von hochentwickelten Menschen. Als Beispiel: die vom begnadeten Mönch Anselm Grün. Es ist ein geistiger Reichtum in diesen Büchern enthalten.

Anne-Marie Moser, Steffisburg

«pfarrblatt» Nr. 15 («Leiterlispiel zur Passionsgeschichte») und Nr. 17 (Rafik Schami)

Doch, der Versuch, spielerisch und unter dem Einsatz verschiedener Mittel die Passionsgeschichte an Familien und Freundeszirkel heranzutragen und sie ins Gespräch zu bringen, war es wert. Gewiss ist der Einwand der Verkindlichung aus der Sicht eines tiefernsten Christen wie Sandro Fischli verständlich. Nur: Gerade Kindern, jedoch auch Erwachsenen kann der konkrete Bezug zum eigenen Alltag und die Einbettung ins persönliche Leben vermutlich eher mit einem Spiel gelingen, das Handlungsmöglichkeiten und eigene Betroffenheit nicht bloss gedanklich nahelegt, sondern gleich üben und erfahren lässt. Das begrenzte «menschliche Fassungsvermögen» wird durch die Auseinandersetzung im Spiel genährt und nähert sich wahrscheinlich leichter einer Haltung des gelebten Mitgefühls und des Tuns, wie sie Rafik Schami im jüngsten «pfarrblatt» aus dem Blickwinkel eines Gottesverständnisses darlegt, das bereits in der materiellen Betrachtung all dessen, was ist, das «Unfassbare» findet.

Toni Häfliger, Ostermundigen

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Das Spiel ist an sich wertvoll. Die Lesungen der Passionsgeschichte aus den Evangelien hilfreich und zweckdienlich. Die primitiven, lieblosen Zeichnungen sind allerdings zutiefst respektlos und entwürdigend. So wird das friedliebende Christentum lächerlich gemacht. Schade.

Christine Bär, Hünibach

«pfarrblatt» Nr. 15: Leiterlispiel

Die Absicht war gut und was damit erreicht wird, ist, dass die Passionsgeschichte gelesen wird. Das ist gut genug. Sonst befremdet mich das aber sehr. Was ist eine kleine Spende ans Fastenopfer im Vergleich zu den Gefühlen eines Judas, als er sein Geld in den Fingern hielt? Was ist eine Verzeihung per WhatsApp oder SMS? Was eine kleine Fitnessübung, in Gedanken an Gethsemane?
Für mich ist dieses Spiel mit all seiner gute Absicht eine unstatthafte Infantilisierung einer Geschichte, die unser menschliches Fassungsvermögen für immer übersteigt. Wenn in Kindergottesdiensten am schockierenden Karfreitag Geschichten erzählt werden von sich verpuppenden (sterbenden) Raupen, die dann als Schmetterlinge schlüpfen, oder das Lied gesungen wird vom Korn, das in die Erde sinkt und aus dem dann ein Halm entspringt, dann wird das Unfassbare für die Kinder genau richtig vermittelt. Ich bin aber nun 66-jährig und habe mich dem Unfassbaren, das hier in eine Woche zusammengedrängt ist, bis heute noch nicht genug genähert. Da hilft mir auch kein Leiterlispiel als Exerzitium extralight weiter. Nichts für ungut.

Sandro Fischli, Bern

Verschiedene «pfarrblatt»–Nr. Infos zu Pastoralräumen

Bis jetzt habe ich geglaubt, die Kirche (von griechisch: ekklesia =dt. Gemeinschaft, Versammlung) sei für alle da, auch für die sonst von den Politikern verachtete Landbevölkerung. Was aber jetzt durch die Zentralisierung mit der Priestermangel–Ausrede geschieht, widerspricht ganzheitlich dem eigentlichen kirchlichen Auftrag. Als ob es nicht andere Möglichkeiten gäbe, als zum Beispiel im Oberaargau hochverdienten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Laienstand ihre mit Herzblut erbrachten Leistungen zu vergällen und ihnen vorzeitig den Ruhestand gnadenlos aufzuzwingen, weil sie nicht mehr ins neue sakrosankte Pastoralraum–Konzept passen! Da muss man nicht erstaunt sein, wenn immer mehr Leute, vor allem junge, der Kirche fernbleiben! Denn die heutige Arbeitswelt ist hektisch und kräfteraubend genug. Wollen wir Katholikinnen und Katholiken das wirklich hinnehmen?

Walter F. Steinböck, Goldiwil

«pfarrblatt» Nr. 9 / 2017, Populismus gegen Vertrauen

Dass Frau Refaeil die Vertrauenskrise in die politischen Institutionen als Thema aufgegriffen hat, fand ich interessant und Wert diskutiert zu werden. Die von ihr aufgenommene Argumentationsrichtung erscheint mir aber überhaupt nicht nachvollziehbar, teilweise falsch und vernebelnd. Richtig wahrgenommen und bemerkenswert ist der grosse Vertrauensverlust in die Politik und die politischen und wirtschaftlichen Eliten. Aber anstatt zu fragen wie dieser Vertrauensverlust entstanden ist, fordert Frau Refaeil auf, die Protestbewegungen (ich finde die Bezeichnung «Populismus» irreführend, weil damit alle kritischen Bewegungen abgewertet werden) zu besiegen. Dies soll geschehen durch Männer und Frauen, die unsere Werte (welche Werte meint Frau Refaeil?) verteidigen. Dabei führt uns Frau Refaeil auf eine falsche Fährte, denn der Vertrauensverlust kommt ja nicht von ungefähr und es würde es sich lohnen, ja es liegt geradezu auf der Hand, genauer hinzusehen, wie die Eliten dieses Vertrauen verspielt haben und welche moralischen Werte (die Frau Refaeil Ihnen ohne zu hinterfragen zuschreibt) diese Eliten eigentlich vertreten. Wenn ich die politischen Entwicklungen betrachte: Entwicklung zum Überwachungsstaat (durch Internetüberwachung etc. , Snowden!), Kriege, die immer mehr Chaos und Flüchtlingsdramen verursachen (Irak, Libyen, Syrien etc.), unnütze Aufrüstungen, Abbau des Sozialstaates, Privatisierungen, die nur mehr Kosten verursachen, immer mehr Privilegien und Macht für Grosskonzerne (z.B. die Geheimverhandlungen zu CETA, TTIP), Terrorangst-Berichterstattung in den Medien etc. dann erscheint mir der Vertrauensverlust vollkommen nachvollziehbar und dann muss ich die ethischen Werte und Motive der politischen Eliten und der hinter Ihnen stehenden Wirtschafts- und Finanz-Lobby-Gruppen hinterfragen. Von ethischen Werten kann keine Rede sein, vielmehr geht es hier um stark egoistische und gesellschafts- und friedenszerstörende Handlungen der Eliten. Was wir brauchen, sind echte Partizipation, Transparenz und wirkliche Demokratie und nicht den Aufruf zu mehr Vertrauen. Die Geschichte zeigt uns, dass gegenüber mächtigen Personen und Institutionen immer Misstrauen angesagt ist. Institutionen, die nicht von der Öffentlichkeit und durch demokratische Prozesse kontrolliert werden, neigen immer dazu ihren eigenen Vorteil und nicht den Vorteil des gesamten Volkes zu suchen. Wir brauchen nicht starke Institutionen (wie Frau Refaeil schreibt), sondern solche, die die Bürger beteiligen, und von den Bürgern wirklich kontrolliert werden. Frau Refaeil betreibt eine Verkehrung der Ursachen und Verschleierung der wirklichen Probleme. Es würde unserer Gesellschaft guttun, wenn wir als Staatsbürger viel mehr hinterfragen und überprüfen würden.

Dr. Clemens Lang, Bern

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Frau Nora Refaeil bringt unter dem Titel «Populismus» gegen Vertrauen ein paar Erklärungen, warum in der USA Trump und in Grossbritannien der Brexit gewählt worden ist. Auch in der Schweiz gibt es einen mittlerweilen grossen Vertrauensverlust in die Politik. Das Nein zur USR III zeigt dies deutlich.
Frau Refaeil gibt einen Lösungsansatz: 1.) «Das bedeutet, dass wir unser Gegenüber nicht kleinreden, nicht beleidigen, nicht bevormunden, nicht verachten, sondern es ernst nehmen ...» Sie schreibt wir und zeigt damit, dass sie davon ausgeht, dass die «pfarrblatt»-Leser alle so denken wie sie und nicht wie das Gegenüber. 2.) «Um den Populismus auch im Sinne einer politischen Massenbewegung zu besiegen ...» Sie will den Populismus besiegen (d.h.Kampf, nicht Frieden) und zeigt damit, dass sie Punkt 1 nicht ernst meint. Ich möchte Hans Schneeberger, Chefredaktor des Migros Magazins, zitieren: «Immer mehr Menschen haben sich in einem selbst gewählten Cocon von Wertvorstellungen eingerichtet, der keine anderen Meinungen mehr zulässt. Im Cocon bestätigen sich alle gegenseitig der eigenen, der richtigen Meinung, Gegenteiliges wird als Populismus, Nationalismus oder Rassismus gebrandmarkt oder negiert. Wenn wir nicht alle bereit sind, Angst vor überbordender Immigration, der Globalisierung, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder gesellschaftlicher Identität ernst zu nehmen, wird sich die Teilung der Gesellschaft weiter verschärfen.»
Ja, ich gehöre zu den Anderen. Ich brauchte Mut, diesen Brief zu schreiben, weil ich in der Schweiz meine Meinung nicht sagen darf, weil sie sogleich als falsch, rassistisch usw. abgetan wird. Ich gehöre zu jenen, welche sich je länger desto mehr unterdrückt und ignoriert fühlen. Das einzige, was ich aber will, ist Frieden; doch das Verhalten der politisch Linken und ihren Freunden führt uns langsam in den Krieg. Bitte wacht auf!

Evelyne Schweri, Rüfenacht

 

 

«pfarrblatt» Nr. 5 / 2017: Nuntius kritisiert Caritas (Herausgegriffen)/Beilage Caritas Bern

Schon oft habe ich Spendenaufrufe für rein katholische Institutionen hinterfragt (womöglich noch mit dem Hinweis auf Assad als Garant für religiöse Minderheiten). Die Aussagen des Nuntius über die Caritas haben bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht. Deshalb rufe ich alle Katholiken, die sich dem Gleichnis des Samariters verpflichtet fühlen, zu Spenden an Caritas auf! Besten Dank an das «pfarrblatt» für den Einzahlungsschein.

Maria Furrer, Herrenschwanden

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Aber, aber Herr Nuntius, haben Sie noch nicht erkannt, dass alle Menschen dieser Welt Kinder Gottes sind, egal zu welcher Glaubensgemeinschaft sie gehören?! In Ihren Schuhen möchte ich nicht stecken.

Anne-Marie Moser, Steffisburg