Bischof Felix Gmür, Bischof von Basel. Foto: zVg

«Bin ich Teil einer Patchworkfamilie?»

Das fragte ich mich im Januar im Heiligen Land. Flickenteppich Christenheit?! Jesus selber ist die Gründungsgestalt dieser Familie, zu der ich gehöre. Durch den Glauben an ihn sind Christ*innen weltweit als Geschwister miteinander verbunden. Jesus geht sogar so weit, dass er die Verbindung im Glauben über jene der biologischen Verwandtschaft stellt (vgl. Mk 3,35).

In der Mischfamilie Jesu Christi treffen unterschiedliche Formen gelebten Glaubens aufeinander. Mancherorts wird die Vielfalt als inspirierende Bereicherung erfahren. In Israel und Palästina gestaltet sich die Zusammenarbeit unter den christlichen Konfessionen und das gemeinsame Beten – wenn es denn überhaupt stattfindet – angesichts der verschiedenen Traditionen und Gepflogenheiten als enorme Herausforderung. In unseren Breitengraden wiederum ist es vielerorts die Gleichgültigkeit gegenüber den anderen Konfessionen, die das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus zum Stehen bringt.

Damit Unterschiede nicht trennen, sondern bereichern und einen, ist entscheidend, miteinander zu beten, auszutauschen, sich für das Schicksal der anderen zu interessieren – lokal wie global. Jesus lädt uns an den bunten Familientisch ein. Folgen wir dieser Einladung und stärken wir uns für den gemeinsamen Weg.

Felix Gmür, Bischof von Basel

Was mich bewegt im Überblick

6. März 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 6
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