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Die Welt steht Kopf

Der «Earth Overshoot Day» war noch 1970 Ende Dezember. Ideal also. Bezeichnet dieser Tag doch jenen Einschnitt, an dem die Ressourcen aufgebraucht sind, die uns die Erde für das ganze Jahr zur Verfügung stellt. Heuer war dieser Tag am 1. August. Wir leben seither auf ökologischem Pump.


Die Welt steht Kopf. Bisweilen jedenfalls ist das so. Dieser Kopfstand ist manchmal positiv und hin und wieder negativ. In den Ferien beispielsweise brechen wir gerne aus dem normal Trott aus, stellen uns und die Welt auf den Kopf. Wir lassen es ruhig angehen oder gehen raus, in die Natur, ans Meer – was auch immer. Es ist anders.

In diesem Jahr kann das Gefühl aufkommen, dass die Welt dauerhaft auf dem Kopf stehen könnte, dass wir uns also umgewöhnen müssen. Der Klimawandel wird konkret erlebbar. Trockenheit, Dürre gar, kein Wasser, kein Regen, heiss, drückend.

Die Natur stellen wir selber auf den Kopf. Im Rekordtempo werden die natürlichen Ressourcen verschwendet. Der sogenannte «Erdüberlastungstag» war bereits am 1. August. Das ist jener Tag, an dem die Ressourcen verbraucht sind, die innerhalb eines Jahres auch wieder nachwachsen könnten.

Berechnet haben das Wissenschaftler*innen des Global Footprint Networks. Seit Anfang August leben wir gewissermassen nicht mehr nachhaltig, sondern wir verbrauchen die Erde, wir zehren sie auf, wir saugen sie aus. Gerade so, als hätten wir mehr als eine Welt zur Verfügung.

Ein sorgsamer Umgang mit unseren Ressourcen, das wollen solche Aktionen und Tage anmahnen. Es ist einleuchtend, wenn man daran denkt, dass beispielsweise gewisse Gemeinden den Wasserverbrauch sanktionieren müssen.

Die Welt steht Kopf. Bisweilen positiv und manchmal negativ. In jedem Fall ist ein Kopfstand ein Perspektivwechsel und dieser führt oft zu ungeahnten Lösungen. Hoffentlich jedenfalls. Was brauche ich wirklich? Was ist wirklich nötig? Wieviel ist genug? Was kann ich teilen? Wo kann ich mich anpassen... Die Welt steht Kopf. Und wir alle mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

Andreas Krummenacher

8. August 2018
erstellt von «pfarrblatt» online
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