Ein Zeltlager entsteht nicht von selber. Foto: zVg

Ehrenamtlich

Hinter den Pfingstlagern steckt das Engagement unzähliger junger Menschen. Schätzen wir das genug?

Das Pfingstwochenende steht bevor. Für die Teilnehmenden von Jungwacht Blauring (Jubla), der Pfadi und von weiteren Jugendverbänden heisst das, ihre sieben Sachen packen. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres wurden die freiwilligen Leitungspersonen in Teams formiert. Mit diesem ersten Schritt eröffnet sich die lange Liste von zu erledigenden Aufgaben: Ein Lagerhaus/einen Lagerplatz suchen, möglichst preisgünstige und schön gelegene Häuser/Plätze vergleichen und schliesslich die ideale Unterkunft reservieren.

In einem demokratischen Prozess wird ein Motto festgelegt und eine ausgefeilte Geschichte dazu kreiert, der sogenannte rote Faden. Nun beginnt die Detailplanung, in der das Lager in allen Einzelheiten ausgearbeitet und schriftlich festgehalten wird, so dass auch eine unbeteiligte Leitungsperson das Programm nachvollziehen kann. Zusätzlich erledigt die Lagerleiterin/der Lagerleiter administrative Aufgaben wie z.B. im Fall der Pfadi die verbandsinterne Lageranmeldung bei der Pfadibewegung Schweiz.

Viele Lager werden ebenfalls bei Jugend und Sport (J+S) angemeldet, dem Jugendsport-Förderungsprogramm des Bundes. Durch die Vorgaben von J+S wird in allen angeschlossenen Jugendverbänden ein nationaler Standard gewährleistet, beispielsweise eine Mindestanzahl von ausgebildeten J+S-Leitenden in jedem unter J+S laufenden Lager.

Weitere Aufgaben der Lagerleitung sind: ein Lagerbudget aufstellen und überwachen, Ziele für das Lager setzen, ein Küchenteam organisieren, eine ansprechende Lagereinladung gestalten, einen Materialtransport organisieren, ein Sicherheitskonzept erarbeiten, die Betreuung des Lagers durch den J+S-Coach koordinieren und den Elternkontakt wahrnehmen. Am Ende der Planung resultiert ein rund 40-seitiges Lagerprogramm für das dreitägige Lager.

Jedes Jahr stellen sich unzählige junge Leitende dieser Verantwortung und geben dafür einen grossen Teil ihrer Freizeit her, ohne dafür einen Rappen zu sehen. Das ehrenamtliche Engagement beruht ausschliesslich auf dem Gedanken der Humanität und dem ethischen Verantwortungsbewusstsein, frei nach dem Credo «Junge für Junge». Wird das Wort «ehrenamtlich» sprachlich betrachtet, bedeutet die «Ehre» eine «Wertschätzung» und das «Amt» eine «Verpflichtung».

Die grosse Motivation zur ehrenamtlichen Jugendarbeit ist die dabei zu erfahrende «Wertschätzung». Diese wird durch leuchtende Kinderaugen und strahlende Gesichter unbezahlbar. Das Erleben dieser Momente und die Verwirklichung der gemeinsamen Planung schweissen das Leitungsteam zusammen und besiegeln Lebensfreu(n)dschaften sowohl unter Leitenden, zwischen den Teilnehmenden als auch in der ganzen Lagergemeinschaft.

Diese Werte finden sich in sämtlichen Jugendverbänden wie der Jubla und der Pfadi wieder. Obwohl sich die Verbände in verschiedenen Punkten wie dem Programm, Traditionen und Aufbau unterscheiden, bleibt die Ausrichtung dieselbe. Kinder und Jugendliche dürfen ihre eigenen Erfahrungen machen, erlernen spielerisch Verantwortung für sich zu übernehmen und sich in einer Gruppe einzubringen.

Wir wünschen allen ein unvergessliches Pfingstlager ohne Regen!

Melanie Meier, Stellenleitende der kantonalen Arbeitsstelle Jungwacht Blauring Bern
Fox/Luca Kessler, Sekretär Scout Windrösli

Jubla Bern
Pfadi Windrösli

16. Mai 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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