Auf der Suche nach dem Zahn, der ihr Leben verändern könnte, nehmen die Männer zahlreiche Gefahren auf sich - Szene aus dem Dokfilm «Genesis 2.0»

Filmtipp - Genesis 2.0

Was haben Mammutzahn-Jäger auf den Neusibirischen Inseln mit Gentechnik-Labors in Südkorea, China und den USA gemeinsam? Ihre Funde beflügeln die Arbeit von Klonforschern, die das Leben auf der Erde radikal verändern könnten.

Es ist eine archaische Landschaft, in der ein Dutzend Männer einen kurzen sibirischen Sommer lang im auftauenden Permafrost nach Stosszähnen von Mammuts suchen. Ein gut erhaltener Stosszahn kann bis 1000 Dollar pro Kilo einbringen, das Gewicht variiert zwischen 25 und 40 Kilos, je nach Alter des Mammuts.

Auf der Suche nach dem Zahn, der ihr Leben verändern könnte, nehmen die Männer zahlreiche Gefahren auf sich – Eisbären, Stürme, Hunger sind eine ständige Bedrohung auf den unbewohnten Inseln im Norden Sibiriens. Archaisch auch der Brauch, die Geister der Mammuts mit Glasperlen zu besänftigen, wenn man ihre Überreste aus dem Boden nimmt.

Doch die moderne Forschung kennt keine Tabus mehr: dank einem erstaunlich gut erhaltenen Mammut, das vor wenigen Jahren aus dem Boden gehoben wurde, haben die Gen-Forscher Blut geleckt. Bereits wenige noch lebende Zellen würden genügen, um die Urtiere zu klonen und so zu neuem Leben zu erwecken.

Was nach «Jurassic Park» tönt, ist bereits Realität: in den USA will Molekularbiologe George Church die Sprache der Gene und die Evolution so verstehen lernen, dass der Mensch selber zum Schöpfer werden kann. Spezialisierte Labore in China und Südkorea bieten Haustierbesitzer einen Klon ihres Lieblings für 100'000 Dollar an.

Ethische Bedenken? Kritische Fragen? «Das hat in diesem Rennen keinen Platz», meinte Regisseur Christian Frei an den Solothurner Filmtagen. «Wir finden uns am Anfang einer bedrohlichen Entwicklung».

Sabrina Durante

 

Hinweise:
«Genesis 2.0», Dok, CH 2018, Regie: Christian Frei, Maxim Arbugaev. Frenetic Films, 112 Minuten.
Filmwebseite: www.genesis-two-point-zero.com
Als DVD/BueRay erhältlich. Fr. 19.90

1. März 2019
erstellt von «pfarrblatt» online
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