Der SOFO finanziert sich fast ausschliesslich aus Spenden. Foto: Juliette Ueberschlag

Finanzielle Not lindern

Jeweils am zweiten Januarwochenende wird in vielen Kirchen die Kollekte für junge Mütter in schwierigen Situationen aufgenommen. Das Spendengeld für den Solidaritätsfonds hilft pro Jahr 800 Frauen in der Schweiz.

Von Sabine Kempf, Katholischer Frauenbund Bern


Als 1976 in der Schweiz die Fristenlösung an der Urne abgelehnt wurde, gründeten engagierte Mitglieder des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF) den Solidaritätsfonds für Mutter und Kind. Der Fonds ist noch heute unverzichtbar: Frauen, die durch eine Schwangerschaft und selbst entschiedene Mutterschaft unverschuldet in finanzielle Not geraten, soll durch gezielte Überbrückungshilfe geholfen werden, ihre jeweils schwierige Situation zu meistern.

Das Jahresbudget beträgt knapp 1 Mio. Franken. Jährlich können dadurch rund 800 einzelne Gesuche von jungen Müttern in schwierigen Situationen bewilligt werden. Nicht nur die finanziellen Sorgen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft stehen im Fokus der Hilfe, sondern auch persönliche Probleme. Wichtig ist deshalb die Vernetzung mit anderen Sozialstellen. Ohne SOFO wäre eine derart umfassende Hilfe nicht möglich.

Auch Frauen im Schwangerschaftskonflikt bietet der SOFO diese Hilfe an. Der Solidaritätsfonds für Mutter und Kind arbeitet nach den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe. Der SOFO arbeitet mit örtlichen Sozialstellen zusammen statt mit eigenen Beratungsstellen. Dies mit dem Ziel, umfassende Hilfe, über die einmalige finanzielle Unterstützung hinaus, möglich zu machen – unabhängig von einer Konfessionszugehörigkeit, vom Zivilstand oder von der Staatszugehörigkeit der betroffenen Frau.

In Luzern, Neuchâtel und Bellinzona arbeiten ehrenamtlich engagierte Frauen in Vergabekommissionen unbürokratisch zusammen und prüfen die Gesuche. Der Verwaltungsaufwand kann so tief gehalten werden. Im Laufe der letzten 30 Jahre haben unzählige Müttergeschichten im SOFO Verständnis und Unterstützung gefunden. Diese stehen für das universelle, vielfältige und herausfordernde Sein von Müttern, die auf Solidarität angewiesen sind. Im Namen der Betroffenen bedankt sich der Schweizerische Katholische Frauenbund für die finanzielle Unterstützung und das Weitertragen unseres Engagements.


Kollekte Solidaritätsfonds für Mutter und Kind
Spendenkonto: PC 60-6287-7 Schweizerischer Katholischer Frauenbund Postfach 7854, 6000 Luzern www.frauenbund.ch

9. Januar 2019
erstellt von «pfarrblatt» Nr. 2
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  • Soziales