Dreifaltigkeitskirche Bern, Foto: kathbern.ch

Gedenken an Stalins Aushungerung in der Ukraine

Vergangenes kann man nicht einfach so vergessen und verdrängen. Ein Beitrag zur Verarbeitung und Heilung soll er sein, dieser Gottesdienst, am 14. Oktober um 11.00 in der Dreifaltigkeitskirche

In den Jahren 1932-1933 stürzte der sowjetische Diktator Stalin die Ukraine in eine Hungersnot, die damals Millionen von Menschen in den Tod trieb und über die bis heute weitgehend geschwiegen wird. Dieser Aushungerung gedenken am Sonntag, den 14. Oktober 2018, die Dreifaltigkeitskirche mit Pfarrer Christian Schaller und die Ukrainische Gemeinde.

Vor 85 Jahren hatte Stalin begonnen, alle Kleinbauern einer Zwangskollektivierung zu unterwerfen. Zudem zwang er sie, die Ernte sowie bestehende Reserven von Esswaren und Saatgut abzugeben. Um eine Fluchtwelle zu verhindern, riegelte er die Grenzen ab. Die Opferzahl dieser Hungersnot wird auf sieben Millionen Menschen geschätzt, ein Drittel der ukrainischen Bevölkerung. Die Überlebenden wurden traumatisiert, nicht zuletzt, weil einige in der Not ihre Mitmenschen verzehrten – bis heute ein grosses Tabuthema. Wie Schaller auf Anfrage erläutert, soll der Gedenkgottesdienst ein Beitrag zur Heilung sein.

Vergangenes könne man nicht einfach vergessen und verdrängen, das gelte gleichermassen für Individuen, Institutionen, Gesellschaften und Staaten. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen, betont er weiter, doch um die Traumata bewältigen zu können und mit dem Frieden vorwärts zu kommen, müsse man darüber sprechen. Das gelte auch für zahlreiche andere Konflikte, deren Anfänge teilweise schon über 100 Jahre zurückliegen und bis heute nicht verarbeitet sind.

Hannah Einhaus

Hinweis: Sonntag, 14. Oktober 2018, 11 Uhr, Basilika der Dreifaltigkeit, Taubenstrasse 6, Bern

28. September 2018
erstellt von «pfarrblatt» online
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