Herausgegriffen

Gläubiger Bundespräsident
Der neue Bundespräsident Alain Berset bezeichnete sich im Interview mit der Sonntagszeitung vom 31. Dezember als durchaus religiösen Menschen, schliesslich sei er Katholik. Seine Kinder würden ausserdem am Religionsunterricht teilnehmen. Seiner Frau und ihm sei es aber wichtig, die Kinder gut zu begleiten, «damit sie frei entscheiden können, wie sie es mit dem Glauben halten», so der SP-Bundesrat.
Andreas Krummenacher


Wissenschaftsfreiheit, Medienfreiheit ...

«Man erlebt gegenwärtig eine nie dagewesene, nicht für möglich gehaltene Verachtung wissenschaftlicher Erkenntnis. (...) Da haben natürlich die Wissenschaftler selber auch eine Verantwortung, ihre Erkenntnisweisen zu vermitteln (...). andererseits aber auch, die wissenschaftliche Autonomie zu verteidigen. Also klar zu machen, dass die Wissenschaften – egal welche – nicht dazu da sind, die Fragen zu beantworten, die ihnen die Politiker stellen, sondern aus ihrer eigenen Forschungslogik und Forschungsfreiheit heraus Fragen zu entwickeln und zu beantworten. (...) Ein Naturwissenschaftler hat mir mal gesagt, die Glühbirne ist ja auch nicht erfunden worden, weil jemand gesagt hat, entwickelt mal eine bessere Kerze.
Das heisst, wenn man in eine bestimmte Richtung weiterforscht, die einem von aussen vorgegeben wird, dann kommt man nicht weit. Man muss kreativ, aus eigenem Antrieb heraus das Unerwartete zulassen, nur dann kann man wissenschaftlich wirklich neue Antworten geben, neue Perspektiven erschliessen.»
Die Historikerin und Leibniz-Preisträgerin Barbara Stollberg-Rilinger im Interview auf SWR2 Zeitgenossen, 1. Januar. Zum Podcast


Heiliger Medienpatron
Der Gedenktag des Heiligen Franz von Sales (1567–1622) ist der 24. Januar. Dem Adligen war der Lebensweg weitgehend vorgezeichnet, er entschied sich aber anders und wurde Priester. Die Frohbotschaft Jesu brachte er unters Volk, indem er Flugblätter an Bäume heftete. Dem Heiligen wird ausserdem nachgesagt, dass er sehr gütig gewesen sein soll. Franz von Sales ist der Patron der Journalist*innen.
Andreas Krummenacher

Religionsfreiheit
«Wir sind hier in Mitteleuropa immer noch gewohnt, dass Religionsfreiheit ein selbstverständliches Menschenrecht ist. Wenn wir die Nachrichten schauen oder lesen, dass das keineswegs überall auf der Welt der Fall ist. Und auch in Deutschland gibt es Stimmen, die verlangen, dass man für Muslime die Religionsfreiheit einschränken soll. Also, das ist eine Errungenschaft, die überhaupt nicht selbstverständlich ist und die auch jederzeit wieder verloren gehen kann. Der Blick in die Geschichte zeigt eben auch, dass das, was wir als Errungenschaft ja schon dann des 20. Jahrhundert betrachten, eben die Religionsfreiheit, dass das eben eine sehr sehr seltene und kostbare und nicht zu unterschätzende Kostbarkeit ist.»
Die Historikerin und Leibniz-Preisträgerin Barbara Stollberg-Rilinger im Interview auf SWR2/ Zeitgenossen, 1. Januar. Zum Podcast.

10. Januar 2018
erstellt von «pfarrblatt»
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