v.l.: Imam Mustafa Memeti, Jacob Keidar, Edward Mc Mullen, Nazane Breca und Muliaman Dharmansyah Hadad. Foto: Stefan Maurer, www.maust.ch

Israels Botschafter in Moschee am Europaplatz

Symbolträchtigen Besuch erhielt die Moschee im Haus der Religionen am Berner Europaplatz. Zum interreligiösen Fastenbrechen am 12. Juni hatte die muslimische Gemeinschaft die Botschafter der USA, Israels, des Kosovo und Indonesiens eingeladen. Und sie kamen.

«Der Islam hat die Muslime aufgefordert, Frieden zu stiften und sich mit dem Dialog dem Extremismus entgegenzustellen». Mit diesen Worten eröffnete am Dienstagabend Imam Mustafa Memeti das abendliche Fastenbrechen im Monat Ramadan. Regula Mader, Präsidentin des «Vereins Haus der Religionen – Dialog der Kulturen», unterstrich vor der vollen Moschee die Einzigartigkeit der Eirichtung am Europaplatz mit fünf Gotteshäusern und einem Dialogbereich. «Wir sind ein Labor des Zusammenlebens und üben hier den gemeinsamen Alltag und gemeinsames Feiern.»

Für US-Botschafter Edward McMullen waren der Empfang in der Moschee Ausdruck von Respekt und guter Zusammenarbeit sowie von Güte und Barmherzigkeit. Besonders herzlich begrüsste der Imam seinen Freund Jacob Keidar, Israels Botschafter in Bern. Dieser verwies auf Parallelen im Islam und im Judentum. Während des Fastenmonats Ramadan kämen Menschen zum Beten und zum Lesen der Heiligen Schriften zusammen. Auch im Judentum gebe es analoge Schriften und Gebete, die auf eine gemässigte Lebensführung verweisen. Zudem betonte Keidar: «Wenn wir zusammenarbeiten, können wir alle in Wohlstand leben.» Dies dürfte auch als Wink an die israelischen und palästinensischen Behörden zu deuten sein.

Die kosovarische Botschafterin Nazane Breca umschrieb den Monat Ramadan als Monat der Menschlichkeit und der Zivilisation, in der sich alle als Brüder und Schwestern betrachten. Nachdem Indonesiens Botschafter Muliaman Dharmansyah Hadad auf ein Grusswort verzichtet hatte, erhielt Bashkim Iseni, Direktor von albinfo.ch und Politologe, von Imam Memeti das letzte Wort. Er unterstrich, wieviel man von der Schweiz lernen könne. Wichtig sei es nicht nur, Differenzen zu beseitigen, sondern auch Brücken zu bauen und aufeinander zuzugehen. Nach einem Schlussgebet in der Moschee, gingen die rund 250 Besucher*innen ins Esslokal, um mit Brot, Suppe und verschiedenen halal und koscheren Gerichten das Fasten zu brechen.

Hannah Einhaus

13. Juni 2018
erstellt von «pfarrblatt» online
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