Synode (neu: Landeskirchenparlament) der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Bern im Pfarreizentrum Bruder Klaus, Biel. Foto: Niklaus Baschung

LANDESKIRCHE: NEUE VERFASSUNG

DIE NEUE VERFASSUNG DER LANDESKIRCHE LIEGT DEM STIMMVOLK IN DEN KIRCHGEMEINDEN ZUR ABSTIMMUNG VOR. WAS SIND DIE WICHTIGSTEN ÄNDERUNGEN?

Die heute gültige Verfassung der römisch-katholischen Landeskirche datiert aus dem Jahr 1981, mit Änderungen von 1995, 2000 und 2006 und 2011.

Mit den Entwicklungen Schritt halten

Seither hat sich vieles verändert, die Landeskirche hat ihre Angebote ausgebaut und ist von einer externen Ein-Personen Verwaltung zu einer Geschäftsstelle mit Angestellten gewachsen. Im Jahr 2016 hat der Kanton die Überarbeitung des Landeskirchengesetzes an die Hand genommen. Dieses wurde vom Bernischen Grossen Rat 2018 verabschiedet. Das neue Landeskirchengesetz bedeutet für den Kanton Bern ein Schritt hin zur Trennung von Kirche und Staat. Mit den neuen gesetzlichen Vorgaben des Kantons wurde eine Revision der Landeskirchenverfassung unumgänglich. Angesichts der Ausgangslage entschied sich der Synodalrat gegen eine Überarbeitung der bisherigen Verfassung und ermutigte stattdessen das Parlament, einer Totalrevision zuzustimmen.

Einbindung aller Interessengruppen

Im Frühling 2017 nahm eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Verwalterin Regula Furrer und dem damaligen Juristen der Landeskirche, Tim Köbrich, ihre Beratungen auf. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe brachten dank ihrer unterschiedlichen Erfahrungen wertvolle Ideen und Hinweise ein, wie die neue Verfassung besser den heutigen Anforderungen genügen kann. Es zeigte sich aber auch, dass sich trotz viel gutem Willen nicht alle Bedürfnisse und Ansprüche an die Landeskirche in einer Verfassung regeln lassen. So bleibt z.B. die Einbindung der Anderssprachigen ein wichtiges Anliegen, lässt sich aber aufgrund der in der Bundesverfassung festgesetzten Wahlrechtsgleichheit nicht wie von den Anderssprachigen Missionen gewünscht mit einem fixen Sitzanspruch im Parlament regeln.

Im November 2017 hatten die Kirchgemeinden, Synodalen, Fachstellen, Missionen und die pastoralen Oberbehörden Gelegenheit sich in einer Vernehmlassung zum Entwurf der neuen Verfassung zu äussern. Etliche Vorschläge aus den Stellungnahmen wurden aufgenommen.

Darauf hat sich die Synode in zwei Lesungen im Jahr 2018 mit der neuen Verfassung befasst und diese schlussendlich im November mit grosser Mehrheit verabschiedet. Nun liegt die neue Verfassung der Landeskirche dem Stimmvolk in den Kirchgemeinden zur Volksabstimmung vor.

Die wichtigsten Änderungen:

Terminologie

Neu wird die Synode als Landeskirchenparlament (kurz Parlament) und der Synodalrat als Landeskirchenrat (Rat) bezeichnet.

Unvereinbarkeiten

Angestellte der Landeskirche ab einem Beschäftigungsgrad von 20% können nicht ins Parlament und in den Rat gewählt werden Im Rat nimmt wie bisher das Bischofvikariat die Vertretung der Pastoral wahr.

Landeskirchenparlament

Die vier grossen Sprachmissionen erhalten keine garantierten Sitze mehr. Stattdessen wird eine parlamentarische Kommission für Anderssprachige eingesetzt. Dieser stehen alle parlamentarischen Instrumente zur Verfügung. Die Oberaufsicht wird von einer parlamentarischen Finanz-und Geschäftsprüfungskommission wahrgenommen.

Landeskirchenrat

Der Rat besteht aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern (inkl. Präsident/in). Jedes Ratsmitglied übernimmt die Verantwortung für ein Ressort.

Verwaltung

Die Verwaltung ist neu umfassender definiert und umfasst alle Aufgabenbereiche der Landeskirche.

Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Bern

Info: Die neue Verfassung der Landeskirche ist an den Kirchgemeindeversammlungen traktandiert: In der röm.-kath. Kirchgemeinde Biel und Umgebung am MIttwoch, 05. Juni, 20 Uhr, Pfarreizentrum Christ-König. In der röm.-kath. Kirchgemeinde Pieterlen am Donnerstag, 20. Juni, 20 Uhr, Kirchenzentrum Lengnau.

 

 

26. April 2019
erstellt von ANGELUS
  • Pfarrblatt / Angelus